Das Überleben der Zigeuner in Rumänien

Von einer Freundin bekam ich die Wernigeröder Zeitung geschickt und in ihr fand ich folgenden Artikel. Der allein trieb mir schon Tränen in die Augen. Anschließend schaute ich ins Netz und sah mir zwei Videos an, in denen man genauere Informationen erhält. Mitten in Europa verhungern Kinder, müssen im Winter bei 30° Kälte ohne Heizung in dürftig zusammengezimmmerten Hütten versuchen zu überleben. Das ist die Situation vieler Zigeuner in Rumänien. Zigeuner darf man durchaus sagen, denn sie nennen sich selbst so.

Hier funktioniert es so, wie überall. Zuerst wird eine Gruppe von Menschen ausgegrenzt, sie erhalten fast keine Unterstützung, keine Arbeit, keine Würdigung als gleichwertige Menschen und wenn sie dann im Elend leben müssen, im Müll nach Essen suchen und, natürlich, um zu überleben andere beklauen, scheint ihre Diskriminierung begründet.

Jenny Rasche, eine junge Frau aus Deutschland, kämpft seit Jahren für ein besseres Leben dieser kinder und Familien. Es würde mich unendlich freuen, wenn jemand von Euch ein paar Euro übrig hat, um sie zu unterstützen.

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Was einen mit Nachbarn passieren kann

Alle Menschen in meinem näheren Umkreis, die ich grüße, mit denen ich ab und an ein paar Worte rede, über das Wetter und, „na, kommen denn Ihre Kinder diesen Sommer?“ usw., nenne ich meine Nachbarn. In diesem Sinne habe ich eine Nachbarin, die ich manchmal auch besuche. Sie lebt mit ihrem Mann zusammen, der doppelt so alt wie sie ist. Als der überneunzigjährige vor kurzem krank danieder lag, schaut ich immer mal wieder vorbei, um zu schauen, wie es ihm und ihr geht.

Nun ist er wieder obenauf. Da teilte sie mir mit, dass sie gerade die Flugtickets gekauft hat und für drei Monate wegfahren wird. Ob ich während der Zeit bei ihrem Mann saubermachen kann und ja, im Dorf fährt er noch selber Auto aber weiter weg nicht mehr…usw. Das bedeutet, ich müsse einkaufen fahren für ihn, ihn zum Arzt fahren, zur Apotheke und bei ihm wachen, sollte er wieder keine Luft bekommen usw. Ich muss etwas verblüfft geschaut haben, denn sie fragte, was ich dafür haben wolle… Noch bevor ich irgendwie antworten konnte, da ich erst einmal meinen heruntergefallenen Unterkiefer einfangen musste, klopfte es an die Tür und weitere Besucher kamen, die nach seinem Befinden sehen wollten. Das gab mir die Gelegenheit, mich erst einmal zu verabschieden.

Daraufhin rief ich sie an, um ihr zu sagen, dass ich die Pflege ihres Mannes während der drei Monate nicht übernehmen kann. Sie reagierte, in dem sie mir sagte, sie hätte solch Vertrauen zu mir gehabt! Das wäre keine Frage des Vertrauens, sagte ich. Worauf sie sagte, ich würde sie mit meiner Entscheidung traurig machen.

Ich bin immer noch verwundert. Eine Frau, die ihren sehr alten Mann, der gerade fast gestorben wäre, plötzlich drei Monate alleine lassen…und einer im Grunde Fremden überantworten will… Ich jedenfalls übernehme nicht die Verantwortung für diesen alten Herren, den ich nicht einmal wirklich kenne.