Grüße aus der Südsee

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…eben bekam ich ein Paket aus der Südsee…fast fünf Wochen unterwegs, um die halbe Welt…und jetzt liegen hier Muschelketten, bunte Tücher, feine Tierplastiken, exotisch riechende Räucherstäbchen, bunte Taschen mit Tiermotiven, ein Rucksack mit einem Elefanten darauf, ein Fächer, zwei auf Leinwand gemalte Bilder, eine bunte Sommerhose…mit vielen Grüßen von meinem Sohn…

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Gerechtigkeit für Rumpelstilzchen!

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Es gibt ein Märchen, mit dem ich gar nicht klar komme  und soweit ich mich erinnere, war das schon so, als ich noch Kind war. Das ist das Märchen vom Rumpelstilzchen. Ich finde diese Geschichte von vorn bis hinten ungerecht! Es kann doch nicht sein, dass der Retter in der Not am Ende so arg gestraft wird.

Da prahlt ein Müller wichtigtuerisch vor dem König mit seiner Tochter, die Gold spinnen könne und lügt dem König dabei so richtig die Hucke voll. Der König ist so ein dummer Kerl, der das glaubt, da hat ihm wohl die Gier die Augen verblendet. Dabei hätte er sich fragen müssen, wieso der Müller arm ist, wenn seine Tochter eine solche Gabe hat. Durch Gier, Dummheit, Prahlsucht und Lüge der beiden Männer kommt die Müllerstochter in eine ausweglose Lage. Der König ist auch noch so dumm, dem Mädchen den Tod anzudrohen, gelänge es ihm nicht, Gold aus Stroh zu spinnen. Er setzt sie unter Druck und kommt gar nicht auf die Idee, das Mädchen könnte stolz auf ihr Können sein, wenn sie es denn könne.

Jedenfalls ist sie in einer ziemlich unangenehmen Situation, aus der ihr ein plötzlich auftauchender kleiner Mann heraushilft. Er erledigt die ganze Arbeit für sie, und nimmt als Gegengabe für das ganze Gold die kleinen Schmuckstücke des Mädchens. Dem gierigen König natürlich genügt nicht, dass die Bauerstochter den Beweis ihres Könnens erbracht hat, er will mehr, ist ja klar. Als sie nichts mehr hat, was sie dem Männchen geben kann, damit er ihr noch einmal Gold spinne, verspricht sie ihm ihr erstes Kind und er hilft wiederum. Statt nun aber klug und vorsichtig zu sein, heiratet sie den dummen und gierigen König und bekommt natürlich ein schönes Kind.

Klar will Rumpelstilzchen nun seinen Lohn. Versprochen ist versprochen. Aber da die junge Mutter weinte, hatte er Mitleid mit ihr. Also, er hatte Mitleid! Und ließ sich darauf ein, auf das Kind zu verzichten, erriete die Königin seinen Namen. Durch List und Tücke, indem Bedienstete das Männlein im Wald belauschten, erfuhren diese seinen Namen und der kleine Kerl war so ehrlich zuzugeben, dass er so hieß, als die Königin ihm den Namen nannte. Hätte er ja nicht machen müssen, denn schließlich wusste niemand, wie er hieß. Klar dass er dann wütend wurde und sich dummerweise selbst entzweiriss.

Und ich, ich fühle mich seit je her mit Rumpelstilzchen solidarisch, er wohnt allein im Wald, liebt das Feuer, ist hilfsbereit und gütig. Dass er auch eigene Interessen vertritt, sollte ihm zugestanden werden.

Das Überleben der Zigeuner in Rumänien

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Von einer Freundin bekam ich die Wernigeröder Zeitung geschickt und in ihr fand ich folgenden Artikel. Der allein trieb mir schon Tränen in die Augen. Anschließend schaute ich ins Netz und sah mir zwei Videos an, in denen man genauere Informationen erhält. Mitten in Europa verhungern Kinder, müssen im Winter bei 30° Kälte ohne Heizung in dürftig zusammengezimmmerten Hütten versuchen zu überleben. Das ist die Situation vieler Zigeuner in Rumänien. Zigeuner darf man durchaus sagen, denn sie nennen sich selbst so.

Hier funktioniert es so, wie überall. Zuerst wird eine Gruppe von Menschen ausgegrenzt, sie erhalten fast keine Unterstützung, keine Arbeit, keine Würdigung als gleichwertige Menschen und wenn sie dann im Elend leben müssen, im Müll nach Essen suchen und, natürlich, um zu überleben andere beklauen, scheint ihre Diskriminierung begründet.

Jenny Rasche, eine junge Frau aus Deutschland, kämpft seit Jahren für ein besseres Leben dieser kinder und Familien. Es würde mich unendlich freuen, wenn jemand von Euch ein paar Euro übrig hat, um sie zu unterstützen.

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Gedanken…

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Illusionen sind gemacht, damit wir uns ihrer entledigen. Meistens jedoch erkennen wir sie nicht als solche. Wir leben in dem Glauben, dies und jenes verhält sich nicht illusionär, sondern wirklich. Unsere gesamte alltägliche Welt erscheint uns wirklich und Sehnsüchte, Wünsche und Ziele halten wir für real und begründet und wir halten sie für wichtig.

Tatsächlich wird sich unsere gesamte Realität nach und nach als Illusion erweisen. Wir werden viele Leben leben müssen, um an diesen Punkt zu kommen. Mit jeder Geburt steht uns ein Erkenntnisprozess der Desillusionierung bevor. Und wir werden wieder geboren, bis wir alle Illusionen, die sich auf unsere materielle Welt beziehen, auf unser Erdenleben und auf unsere menschliche Gesellschaft aufgegeben haben.

Die irdische Liebe ist eine solche Illusion, der Glaube an Geld, Ruhm und einen gesellschaftlichen Stand, der Glaube an erlernbares Wissen und sogar der Glaube an eine Religion muss sich als Illusion erweisen, denn auch die Religion schenkt uns nicht dauerhaft den Segen, den wir erhoffen.

Jede Überzeugung, die wir hegen, dass wir glücklich und zufrieden werden, haben wir erst dieses oder jenes erreicht, ist ein Irrglaube. Alles auf Erden erweist sich letztlich als eine Täuschung. Alles was auf Erden Liebe, Geborgenheit und Sicherheit verspricht, all die Beziehungen und Dinge, denen wir ein Leben lang hinterher jagen, sie zerbrechen, gehen verloren, werden zerstört und lösen sich auf. Wir selbst entledigen uns unserer Sicherheiten, freiwillig und gewollt, wenn eine neue Lebensperiode ansteht, uns alte Verhältnisse beengen und es uns verlangt, neues zu lernen.

Wir träumen von einem harmonischen Dasein in Liebe, während uns das irdische Leben zum Konkurrenzkampf herausfordert, der gerade diese Harmonie ausschließt. Wir müssen Erfahrungen machen, die uns lehren, dass gewisse Sehnsüchte in uns sich auf Zustände in feineren Ebenen richten und sich innerhalb der materiellen Welt nicht verwirklichen lassen.

Platzt jedoch eine Illusion, erfahren wir Ent-täuschung, empfinden Traurigkeit und Schmerz. Wir lösen uns dabei von etwas uns lieb gewordenem, müssen Gewohnheiten aufgeben, von uns selbst erdachte Ziele und vermeintliche Sicherheiten. Mehr passiert nicht bei einer Ent-täuschung. Ist eine Enttäuschung auch mit Schmerz verbunden, sie führt uns weiter auf dem Weg der Erkenntnis…und haben wir erneut Erkenntnis gewonnen, wird auch diese nur vorläufig sein…

 

 

Geschlechterfrage

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Als kleineres Kind wollte ich lieber ein Junge sein. Sie hatten das interessantere Spielzeug, ihnen wurden Dummheiten eher gestattet, sie erhielten mehr Aufmerksamkeit und Achtung. Später, kurz vor der Pubertät, dachte ich, ich wäre am liebsten geschlechtslos, hätte weder einen Pimmel noch würde ich Brüste bekommen,  beides schien mir Nachteile zu haben und hinderlich zu sein, um auf Bäume zu klettern und sich frei zu bewegen.

Was ich nicht bedachte, dass ich eine Gebärmutter in mir hatte, die wie eine kleine Sonne durch mich wirkt und schafft. Innen wie außen, oben wie unten, im Kleinen wie im Großen… So eine Gebärmutter erdet und verbindet mit der Schöpfung, ist selber schöpfend und ich bin sicher, nicht nur materieller Art, wie ja nichts nur materieller Art ist. Ihr Vorhandensein bzw. Nichtvorhandensein weist uns unsere Stellung in der menschlichen Gesellschaft zu, die uns mehr oder minder gefallen kann. Doch dagegen können wir nichts tun, auch wenn heute alle so tun, als könne jeder sein Geschlecht selbst bestimmen.

Heute neige ich eher dem vorpubertären Denken zu, jedoch ohne mich bei den äußeren Geschlechtsmerkmalen aufzuhalten. Praktisch bin ich geschlechtslos, aus der Nachfrage auf dem „Frauenmarkt“ herausgefallen, ohne dass mich die äußeren Geschlechtsmerkmale stören würden. Auf diese Weise unsichtbar, möchte ich nicht auf meine Gebärmutter verzichten. Ich glaube, dass es ihr Vorhandensein ist, dass mich stabil macht, mir die Anbindung an das Universum schenkt, dass sie durch mich wirkt und mich davor bewahrt, im Außen allzuviel Aufmerksamkeit erheischen zu wollen. Ich Bin und das ist Alles. Damit kann ich wirklich zufrieden sein.

 

 

 

Zeichen

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Wir erhalten vom Universum mehr oder weniger deutlich sichtbare Zeichen, die uns helfen sollen, auf unserem Weg zu bleiben. Wer diese Zeichen erkennen kann, der sieht, wohin die Reise für ihn geht. Meistens jedoch übersehen wir sie, nehmen sie nicht wahr oder halten sie für zufällig auftauchenden Unsinn. Weil wir es nicht vorgelebt bekamen, schenken wir ihnen zu wenig Beachtung.

Als ich vor etwa 14 Jahren hier Urlaub macht, ich lebte damals gerade in Berlin, begegnete mir auf der Straße eine Frau. Es war eine dieser Begegnungen, die scheinbar nichtssagend sind, für den nichtbeteiligt Betrachtenden. Auf mich machte diese Frau den größten Eindruck. Sie ging trotz ihres Altern hoch aufgerichtet und blickte mit offenem Blick um sich. Wir lächelten uns an, grüßten uns und als sie an mir vorbei war, fiel ihr Schlüsselbund in den Staub. Sie hob es auf und setzte ihren Weg fort. Ich kann es nicht erklären, aber diese kurze Begegnung machte den größten Eindruck auf mich.

Die Erscheinung dieser Frau noch mit mir herumtragend, ging ich einkaufen und stand gerade an der Kasse, als eine weitere ältere Frau, genauso aufrecht gehend und mit eben diesem Blick, den Supermarkt betrat. Alle meine Sinne wurden wach… Etwas später auf der Straße, als wir beide den Laden verlassen hatten, sprach sie mich an und wir unterhielten uns, während wir langsam nebeneinander her schritten. Sie sagte mir, ich solle doch hierher übersiedeln, hier hätte ich es besser als in Deutschland und sie würde mir einen Teil ihres Gartens abgeben. Dann bückte sie sich, klaubte einen Kronenverschluss und ein Stück Holz aus dem Rinnstein und legte beides auf ihre Hand. „Sehen Sie“, sagte sie, „wenn es so daliegt, kann man wirklich denken, es ist ein Schlüssel. Ich dachte eben, dort liegt ein Schlüssel auf der Straße.“

Mir verschlug es vor Überraschung fast die Sprache, die Begegnung von zwei beeindruckende Frauen, die beide ein Schlüsselsymbol von der Straße aufheben. Beide Frauen waren alt und hatten eine besondere Ausstrahlung. Dass beide einen Schlüssel aus dem Staub der Straße hoben, brachte sie zusätzlich in einen Zusammenhang. Die Schlüssel, Symbol für eine Lösung, fanden sich auf dem Weg. Der Lebensweg wird die Lösung zeigen. Einige Monate siedelte ich wieder nach Südfrankreich über und besuchte die zweite alte Dame, sie gab mir einen Teil ihres Gartens ab.

Zur Vollendung des magischen Zeichens jedoch musste eine dritte Dame mit selbiger Ausstrahlung und einem Schlüsselsymbol gehören. Erst mit der Drei vollendet sich die Schöpfung, alles Nachfolgende stellt eine Wiederholung dar.

Ich habe sie gefunden, die dritte Dame, beim Einzug in meine jetzige Wohnung, in meiner Nachbarin. Der Schlüssel liegt nun nicht mehr auf der Straße, sie trägt ihn als Schmuckstück um den Hals. Das scheint mir natürlich, denn letzten Endes werden wir zum Weg, den wir gehen…oder anders ausgedrückt, der von uns gegangene Weg spiegelt sich durch uns.

 

 

 

 

 

1.1.2017

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Wir haben es gegen halb zehn. Ein stiller Morgen, noch stiller als sonst. Die Menschen schlafen ihren Rausch aus. Den Abschied vom alten Jahr feierten sie, doch wer ist unterwegs, den Morgen des neuen zu begrüßen?

Eine klare Nacht überzog die Landschaft mit feinen Eiskristallen, wie festlich geschmückt glänzt sie im Sonnenschein. Die Hänge an den gegenüberliegenden Bergen leuchten golden. Mein Feuer im Ofen war über Nacht ausgegangen. Mit zwei Pullovern und drei Hosen übereinander gehe ich in die Küche und mache Feuer im Kamin. Die Wärme, das Knistern, der heiße Kaffee, der klare Himmel und die Stille sind ein Geschenk. Wieder fühle ich tiefe Dankbarkeit.

Was ich mir für das neue Jahr vornehme? Nichts, was nicht auch sonst anstünde. Ich wünsche mir, achtsamer zu sein, Gefühle besser wahrzunehmen, aufmerksamer im Umgang mit Menschen, meine kreative Ader mehr zu pflegen.

Es ist zehn vor elf als ich endlich auf meiner Seite des Flusses in die Sonne gehen kann. Ich sammle Holz, beobachte die Vögel, schaue den Hummeln zu, die sich an Haselnussblüten laben und zerre Plastikschnüre aus dem Unterholz. Reichlich Zeit verbringe ich damit die Schnüre zu entfitzen und aufzurollen. Dann setze ich mich in die Sonne. Allein auf der Welt.

Als ich wieder die Hütte betrete ist es immer noch zehn vor elf. Der Wecker ist einfach stehen geblieben. Nach etlichen Tagen ohne Uhrzeit hatte ich ihn mitgenommen, um einen Überblick über die Zeit zu haben. Vor allem Nachts ist eine Orientierung nicht verkehrt. Bin ich doch schon wach und munter in tiefer Dunkelheit aufgestanden, Feuer gemacht, Kaffe getrunken und hab auf den Mogen gewartet. Der kam aber nicht… Die Anwesenheit einer Uhr hat durchaus Vorteile.