…über Routine und so…

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Früher oder später erliegen die meisten Menschen der Routine. Mögen sie am Beginn ihres Lebens noch viel Energie aufwenden, um ihre Träume zu verwirklichen, mit wachen Sinnen durch das Leben gehen, um alle Möglichkeiten zu erfassen, nichts zu verpassen sich politisch oder sozial engagieren, Sport treiben und ihre Interessen pflegen, irgendwann holt der Alltag sie ein, die Gewöhnung oder die Bequemlichkeit, die Tradition oder der Erfolg.

Von klein auf werden wir auf Routine trainiert. Wir fühlen uns zu ihr hingezogen und das ist ganz natürlich so. Alles, was wir kennen, ängstigt uns nicht. Wenn wir jeden Tag im selben Bett schlafen, dieselben Räume bewohnen, mit dem gleichen Weckerklingeln aufstehen und aus unserer Lieblingstasse Kaffee der immer gleichen Marke trinken, dann fühlen wir uns geborgen und sicher. Unseren Sinnen wird signalisiert, es kann uns nichts passieren, keine Gefahr, alles ist wie immer. Wir können sie abschalten und uns ganz dem Sinnieren über die nächtlichen Träume hingeben oder die Liste der Erledigungen für den Tag durchgehen.

Würde uns jedoch zu ungewohnter Zeit ein heftiges Krachen aus dem Schlaf reißen und wir uns in fremder Umgebung wiederfinden, wären wir nicht nur mit einem Schlag wach, sondern auch erschreckt, verunsichert und ängstlich. Sofort würden unsere Sinne auf Hochtouren laufen und versuchen, das Geschehen zu erfassen und zu erklären. Unsere Gedanken würden fieberhaft arbeiten, versuchen sich zu erinnern, was am Abend vorher geschehen war, ob wir zu viel tranken oder uns jemand entführt hat, der Partner uns vielleicht hinausgeworfen…

Wir würden alle Möglichkeiten durchgehen, so lange, bis wir eine wahrscheinliche Lösung fänden, die sich irgendwo in unser tägliches Leben einordnen ließe.

Ist dies nicht möglich, geraten wir in Panik. Dann gibt es nichts mehr, auf das wir uns verlassen können.  Erwachen wir wie zufällig auf einem anderen Planeten, in einer anderen sphärischen Ebene, wo nichts vertraut ist, müssen wir mit Hilfe unserer Sinne beginnen, die Umwelt wie ein Neugeborenes zu erkunden. Wir lernen dann mühsam was uns schadet oder Schmerz bereitet und was unsere Bedürfnisse erfüllt. Wieder erstellen wir ein System in unserem Inneren, das Erfahrungen einsortiert und zusammenfasst, so lange, bis wir uns wieder heimisch und vertraut fühlen. Wir verhalten uns wieder entsprechend bestimmter Signale.

Wenn wir uns einmal darin eingerichtet haben und uns ein zufriedenes Leben gönnen, besteht unser Leben vornehmlich aus Routine. Die Sinne werden nur noch in gewohnter Weise genutzt und das Ego pocht auf die Aufrechterhaltung seiner Genüsse. So möchte ich nicht darauf verzichten, früh am Feuer meinen Kaffee zu trinken und meine Morgenzigarette zu rauchen. Auch wenn ich ansonsten selten zum Tabak greife, dieses Ritual hat sich in meinem Leben verfestigt.

Aber Routine ist noch viel mehr. Das Zubettgehen zu einer bestimmten Zeit, das Meditieren am Morgen, Arbeiten während der Woche, Freizeit am Wochenende, der monatliche Großeinkauf oder der Tatort am Sonntag. Arbeitsbeginn, Abfahrtzeiten, Fernsehprogramme und Traditionen bestimmen unseren Tagesablauf.

Wir sind vorbestimmt, berechenbar  für unser Umfeld und uns selber. Mit Vorgaben für die zu tragende Kleidung, Horrornachrichten, Versicherungen, Lottogewinne und anderen verlockenden Angeboten greift die Gesellschaft in unser Leben ein und hält uns darin fest. Sie lässt uns bewusst in Abhängigkeit, denn so ist es bequemer für alle. Wir gehören einem enormen Organismus an, der in sich funktioniert. Tut er das? Zweifellos einige Zeit lang, so lange, bis sich die Widersprüche derart zugespitzt haben, dass es einen Umschwung, eine Revolution, einen Krieg geben muss.

Steigt die Anzahl der Mitglieder einer Lebensgemeinschaft, müssen Regeln eingeführt werden. Regeln sind immer starr und somit ungerecht, an ihnen geht die Menschlichkeit verloren. So fallen die Menschen aus der Gesellschaft heraus, die diesen Regeln nicht entsprechen können. Gefängnisse, Krankenhäuser, psychiatrische Anstalten, Altersheime, aber auch Kinderkrippen und Hospize sind die Folge.

Routine ist angenehm und bequem, da sie uns ein Gefühl der Geborgenheit verschafft. Andererseits wirkt sie einschläfernd auf unsere Sinne, unsere Aufmerksamkeit sinkt. Passieren keine einschneidenden Erlebnisse, fallen wir zunehmend in einen dumpfen Zustand, ohne uns dessen bewusst zu sein, und oft in dem Bewusstsein, alles richtig zu machen.

Wir denken vielleicht, …aber ich informiere mich doch und nehme am Alltagsgeschehen teil, ich habe gerade eine neue Küchenmaschine gekauft, habe eine neue Freundin…Dass uns das aus unserer Routine reißt, ist ein Trugschluss, weil alle diese Dinge innerhalb unserer Routine stattfinden.

Die alltägliche Routine zu durchbrechen bedeutet, die Welt mit neuen Augen zu sehen, wach und unvoreingenommen. Das ist schwer, doch erlernbar, wieder erlernbar. Es bedeutet, auf das Herz zu hören, die Aufmerksamkeit zu trainieren, und zu versuchen, die Welt als einen Ort zu sehen, der ständig neu, unbekannt und voller Wunder ist. Es erfordert ein Innehalten, ein neues Anschauen dessen, was man tut, ein Gewahrwerden des gegenwärtigen Augenblicks… Aber es beinhaltet auch, sich von seinen Meinungen und Vorurteilen zu verabschieden…

Zitat

Gefundenes…

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„Ein Blick in die moderne Zeit zu Beginn des Wassermannzeitalters genügt demjenigen, der um diese Symbiose zwischen Diesseits und Jenseits weiß, um die Zeichen der Dekadenz auf allen Ebenen der menschlichen Gesellschaft zu erkennen. Sei es die politische, die ökonomische oder die kulturelle Ebene, der äußere und der innere Zusammenbruch der menschlichen Welt ist so augenfällig, dass er nicht zu übersehen ist. Und doch wird alles getan, um den Schein aufrecht zu erhalten. Rund um die Uhr wird der Mensch von sich selber abgelenkt. Nachrichten und Musik dröhnen aus den Lautsprechern in den U-Bahnen, den Kaufhäusern, am Arbeitsplatz und selbst in den Arztpraxen….Die starke Verschmutzung der Umwelt hat ihr Gegenstück in den übervollen verschmutzten Feldern der astralen Sphären. Wie kann der einzelne Sucher noch zu jenem vorstoßen, das hinter dieser großen Maskerade von degenerierten Energien unberührt und zeitlos pulsiert – jenes Unaussprechbare, das ausgesprochen zum Urquell aller geschaffenen Wesen wird.“

„Die Suche nach dem LEBEN gelingt dem Adepten, wenn er innerlich wachsam bleibt und in ständiger einspitziger Ausrichtung auf das Andere lebt, das weder dieser Welt noch dem Jenseits angehört. Und da er nicht mehr in den Streit der Polarität eingreift, sammelt er in sich die reinen ungetrübten Kräfte. Durch das Herauslösen aller Wurzeln aus dem Geschäftigsein der denaturierten Lebensfelder, die sein Denken, Handeln und Fühlen mit den polarisierten Energien dieser Welt versorgten, wird der Schüler äußerst empfänglich für die ständige Gegenwart der ursprünglichen Schöpfung…Der Zustandswechsel in ihm vollendet sich „von selbst“.“

(aus „Sein eigener Meister und Schüler“ von Heinz klein, Verlag Zeitenwende)

 

 

Gestern

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Nachdem der Sturm etwas nachließ, begann es zu regnen. Nichts desto trotz fahre ich in den Garten, muss ja schließlich schauen, ob alles in Ordnung ist, der Sturm größere Verwüstungen angerichtet hat, Bäume umgeworfen, Dächer abgerissen, Müll angeweht hat und die Katzen alle noch wohlauf sind.

Also fahre ich hin, keine Verwüstungen, Bäume stehen noch, Dächer sind unversehrt, Katzen alle gesund und munter, versorge sie mit einem Futterberg, vertröste sie auf bessere Zeiten und beschließe, wieder zu fahren. Das Auto hatte ich wohlweislich beim Nachbarn abgestellt, aber wenden musste ich es schon. Dabei versank es im Schlamm. So war das.

Es regnete, windstill war es auch nicht gerade. Der Nachbar nicht da, meine Freundin auch nicht, die anderen Nachbarn haben kein Auto. Der Freund, den ich hätte um Hilfe bitten können, krank. Macht nichts, dachte ich, wir haben es gegen 10 Uhr, da fahren viele einkaufen, zum Friseur oder Zahnarzt, da nimmt mich schnell einer mit. Ja, und dann laufe ich, Bewegung ist auch während des Fastens gesund. Ich laufe und laufe. In die entgegengesetzte Richtung fährt ein Auto nach dem anderen an mir vorbei. Ich war schon gefühlte 20 km gelaufen – nun, es waren real vielleicht fünf -, als endlich ein Auto kam und mich mitnahm…nur bis in das nächste Dorf und da war ich eh schon selber fast angekommen. Sie würde mir gerne helfen, sagt die Fahrerin, aber sie hat ein Rendez-vous…

Ich lächele dem Schicksal zu und laufe weiter. Der Wind trieb mir den Regen ins Gesicht, die Hosen waren gut durchnässt, ich bin stark. Auch das nächste Auto hielt. So ein älterer Typ nahm mich mit, raste die Straße entlang, schnitt die Kurven, und davon gibt es hier zuverlässig viele, geradezu die ganze Straße ist eine sich abwechselnde Kurve, lässig die eine Hand am Lenkrad, während er mit der anderen seinen Minimonitor bediente und telefonierte. Ich fahre ja auch nicht gerade langsam…aber… In Windeseile war ich da, wo ich hinwollte, glücklich und zufrieden.

Über Nacht gewann der Sturm wieder an Stärke. Heute ruhe ich mich einfach nur aus. Immerhin faste ich den siebenten Tag.

 

 

Heute…

…braust der Sturm weiter um Häuserecken, fegt Müll durch Gassen und Landschaft, bricht Äste und Bäume. Es ist unmöglich, den Weg durch die Schlucht zu nehmen, ebenso den über den Pass durch die Berge. Also werde ich noch einen Tag in der Wohnung verbringen und auch tun, was ich nicht tun wollte während des Fastens…

 

Fasten – Tagebuch

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Der erste Tag vergeht ohne Probleme, erst gegen Abend fühle ich etwas Hunger, ich trinke viel Wasser und Tee, meditiere und schlafe früh.

Freitag fühle ich mich morgens beim Aufstehen etwas zittrig. Ich gehe raus, mache Feuer, koche Kaffee und Tee. Danach räume ich etwas auf und meditiere. Anschließend sammle ich Holz. Zunehmend werde ich sicherer. Ich bastele weiter am Folienzelt. Die 30 geschnittenen Haselnussstecken reichen natürlich nicht. Auch um das Zelt stabiler zu halten verwende ich stärkere Hölzer als seitliche Stützen. Es wird 1,70 Meter breit, 3 Meter lang und ist gut begehbar. Da es sehr windig ist, werde ich noch warten, die Folie zu befestigen. Wieder werde ich gegen Abend hungrig. Ich meditiere und gehe früh schlafen.

Der dritte Tag verläuft ohne Probleme, kein Bedürfnis nach Essen mehr.

Heute, Sonntag, ist der vierte Fastentag. Mein Körper hat sich nun völlig an die fehlende Nahrung gewöhnt. Ich fühle mich leicht und beschwingt. Leider regnet und stürmt es draußen. Wahrscheinlich werde ich die kommenden Tage leicht und mit Freude fasten. Nicht jedes Mal verläuft es so gut, es gab auch schon Versuche, die ich am zweiten oder dritten Tag abgebrochen habe. Auch Fasten soll Spaß machen und darf nicht zu einer Quälerei werden. Disziplin muss in jedem Fall aufgewendet werden, denn unabhängig von auftretendem Hunger möchte man immer wieder in die alten Gewohnheiten zurückfallen und essen.

„Den Geist zu beruhigen, das Verlangen auszuschalten, ist ein Unterfangen, das schwieriger ist, als man glaubt und seltsamerweise scheint es, dass gerade die oralen Abhängigkeiten, Essen etwa, am schwierigsten zu besiegen sind. Eine dieser letzten kindlichen Krücken, zu denen man flüchtet, wenn alles andere beseitigt ist.“

(aus „Abenteuer eine Transformation“ von Gora Devi)

Frühjahrsfasten

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„Durch das Wenigerwerden erreicht der Schüler auf dem Weg zu TAO den Zustand des Nicht-Tuns, und dieser ist die Voraussetzung für den Zutritt ins Reich. Das innere Wenigerwerden nach dieser Welt ist auch der tiefere Sinn des Fastens. Dies belegt eine Stelle aus dem Thomasevangelium: „Jesus sagte: Wenn ihr nicht fastet in Bezug auf die Welt, werdet ihr das Königreich nicht finden.“ (aus dem Buch „Sein eigener Meister und Schüler“ von Heinz Klein)

…genau das ist es, was mir gerade entgegenkommt und passt. Die Zeit des Frühjahresfastens ist da. Noch sprießt das Grün nicht und kann mich somit nicht zum Essen verführen. Noch dümpelt die Arbeit im Garten mäßig vor sich hin. Das heißt, seit heute faste ich, nehme keine feste Nahrung zu mir und beschränke mich in der Kommunikation mit der Außenwelt.

Zuerst wollte ich gleichzeitig eine Zitronen-Kur zur Regenerierung des Körpers anwenden (hier ist sie beschrieben: https://www.zentrum-der-gesundheit.de/zitronensaft-kur-master-cleanse-ia.html ) Dazu muss jedoch Ahornsirup verwendet werden, der hier sündhaft teuer ist. So kam ich zu dem Schluss, es geht auch mit einer einfachen Zitronen- Knoblauch-Kur (siehe auch:  https://www.zentrum-der-gesundheit.de/zitronen-knoblauch-kur.html ). Mal schauen, wie mein Körper es verträgt…

Fasten finde ich gut, weil:

-dadurch der Alltag unterbrochen wird

-ich mehr Zeit habe, da essen, abwaschen, einkaufen und kochen wegfallen

-meine Energie zunimmt

-gute Laune und Optimismus steigen

-ich mehr bei mir bin, konzentrierte und mehr aus mir heraus fühle und handele

-es reinigt und befreit den Körper von Giftstoffen

Während des Fastens nimmt man natürlich auch etwas ab. Doch wer glaubt, durch Fasten dauerhaft sein Gewicht reduzieren zu können, irrt. Was man während der Tage verliert, gewinnt man anschließend leicht wieder dazu, da der Körper dann die Nahrung besonders gut verwertet.

Ich faste immer nur, solange es mir gut geht damit. Das heißt, ich strebe fünf Tage an, verlängere aber auf sieben oder zehn Tage, wenn alles gut läuft. Länger als zehn Tage habe ich noch nie gefastet. Nach dieser Zeit freue ich mich, Essen und Trinken auch als gesellschaftliches Zusammensein genießen zu können.

Jedes Fasten beginnt mit einer gründlichen Darmreinigung. Das muss unbedingt sein, da, wenn keine Nahrung zugeführt wird, der Körper versucht, aus den im Körper verbleibenden Resten Nährstoffe zu beziehen. Und dass das nicht gut sein kann, ist einleuchtend. Während der Zeit sollte viel getrunken werden, möglichst gutes, lebendiges Wasser, auch Tees und Säfte sind möglich. Es gibt verschiedene Varianten, so dass jeder seinen Vorliebend entsprechend das Passende für sich herausfinden kann.

Hier noch ein Link zu einer Seite, auf der man sich über verschiedenen Formen informieren kann. http://www.fastenzeit.com/fasten-anleitung.html

…und, da ich im Land der Katharer lebe, noch ein entsprechendes Zitat, : „Montanus erblickte im Fasten, wie nach ihm die Katharer, ein Mittel der seelischen Vorbereitung auf die Wiederkehr des Christus im Menschen: die körperliche Begierde besiegen, den Körper selbst und die Blutseele auf ein biologisches Mindestmaß herunterfahren, damit die ursprüngliche Seele, der ursprüngliche Gottmensch, der Christus im Menschen…(hervortreten kann).“  (aus „Die Mysterien der Katharer“ von Reiner Klein)

Meine Fastenzeit wird also auch eine Zeit sein, während der ich nur spärlichen Internetkontakt haben werde. Bitte habt Verständnis und alle eine gute Zeit!

 

 

Zitat

…empfänglich werden für das Einfache und Echte…

“Die starke Verschmutzung der Umwelt hat ihr Gegenstück in den übervollen verschmutzten Feldern der astralen Sphären. Wie kann der einzelne Sucher noch zu jenem vorstoßen, das hinter dieser großen Maskerade von degenerierten Energien unberührt und zeitlos pulsiert – jenes Unaussprechbare, das ausgesprochen zum Urquell aller geschaffenen Wesen wird.…

Wie kann der Mensch der Jetztzeit  trotz der dicken Schmutzschicht um ihn herum zur unmittelbaren Schau der einen Wirklichkeit gelangen? Laotse nennt in Vers 19 vier Forderungen, die der Schüler in seine Lebensgestaltung einbauen muss, wenn er vom Schein ins Feld der Lebenden treten will. Diese Forderungen heißen:

– empfänglich werden für das Einfache und Echte

– das ursprüngliche Wesen in sich bewahren und hegen

– Eigenliebe und Ich-Sucht verringern

– die Macht von Wünschen und Begehren abschwächen

(aus „Sein eigener Meister und Schüler“ von Heinz Klein, Verlag Zeitenwende)