Die narzistische Gesellschaft

 

 

 

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Die Jagd ist eröffnet

Seit gestern ist es wieder so weit, die Jagdsaison ist eröffnet. Hinter mir den Berg hinauf stürmen vom Fieber gepackte, jaulende Hunde durch den Wald, von keuchenden Jägern verfolgt, die sie nichtsdestotrotz mit Rufen antreiben. Vom Hügel jenseits der Straße ertönt ein Schuss und in weiter Ferne knallt es mehrere Male hintereinander. Nach einigen Stunden ziehen die Jäger bei mir wieder ab. Noch eine Weile rufen sie ihre Hunde, dann fährt das letzte Auto davon. Stille kehrt wieder ein und ein leichter Regen legt sich über das Land.

Das nächste halbe Jahr ist ein Aufenthalt im Wald an den Wochenenden nicht unbedingt zu empfehlen. An den schul- und arbeitsfreien Wochenenden sollten Frauen und Kinder besser das Haus hüten. Pilzesammeln, Wandern, Indianer spielen? …besser nicht. Vorsicht ist angebracht, da immer wieder Jagdunfälle geschehen. Ich habe ein gewisses Verständnis für die jagenden Männer. Ist die Jagd doch einer der letzten Bereiche, wo sie Mut und Umsicht beweisen können, unter sich mit ihren Heldentaten prahlend. Eine Hinterlassenschaft der französischen Revolution, die jedem Bürger erlaubt zu jagen. Aber dann, wenn ich diese Jagdvidos schaue, wird mir nur noch schlecht, der Genuss des Tötens schlechthin, ohne dem Wild eine Chance zu lassen. Solche Videos stellen mich eindeutig auf die Seite der Tiere. Es sollte die Jagd mit Pfeil und Bogen wieder eingeführt und Jagdhunde verboten werden.

Notwendig ist ein Jagdschein, für den eine Schulung gemacht werden muss und der Voraussetzung ist, ein Jagdgewehr erwerben zu dürfen. Ich habe allerdings in guten Stuben alter Weinbauern Jagdgewehre hinter Glas bewundern dürfen und bin nicht sicher, ob diese alle auch schon mit entsprechender Erlaubnis erworben wurden. Wahrscheinlich waren etliche Erbstücke dabei…