…eine Art Seligkeit

„Alle wilden Geschöpfe haben in ihren natürlichen Lebensbedingungen eine Art Seligkeit, denn sie sind wahre Ausdrucksformen des großen Unbekannten, das wir in Ermangelung eines besseren Wortes das unendliche Bewusstsein nennen wollen….In der wahnsinnigen, jubelnden Ekstase des Liebesschreis, mit der der große Vogel einsam in der Morgendämmerung über die Tannen hin nach einer Unbekannten ruft: dass er gerade so gestaltet, so durchlebt an dieser Stelle rufen kann, ist seines Lebens Schönheit, Wahrheit und Glück, wie es gleichermaßen der unvergleichliche Sprung für die Wildkatze ist, mit dem sie, ein Dämon der Anmut, ihm den Jubelruf in der Kehle durchbeißt.

Wo aber ist diese Wahrheit und Anmut, wenn der Mensch sein Geselchtes mit Bier hinunterschwemmt?“

(aus „Unfug des Lebens und des Sterbens“ von Prentice Mulford)

 

 

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Zeichen

Wir erhalten vom Universum mehr oder weniger deutlich sichtbare Zeichen, die uns helfen sollen, auf unserem Weg zu bleiben. Wer diese Zeichen erkennen kann, der sieht, wohin die Reise für ihn geht. Meistens jedoch übersehen wir sie, nehmen sie nicht wahr oder halten sie für zufällig auftauchenden Unsinn. Weil wir es nicht vorgelebt bekamen, schenken wir ihnen zu wenig Beachtung.

Als ich vor etwa 14 Jahren hier Urlaub macht, ich lebte damals gerade in Berlin, begegnete mir auf der Straße eine Frau. Es war eine dieser Begegnungen, die scheinbar nichtssagend sind, für den nichtbeteiligt Betrachtenden. Auf mich machte diese Frau den größten Eindruck. Sie ging trotz ihres Altern hoch aufgerichtet und blickte mit offenem Blick um sich. Wir lächelten uns an, grüßten uns und als sie an mir vorbei war, fiel ihr Schlüsselbund in den Staub. Sie hob es auf und setzte ihren Weg fort. Ich kann es nicht erklären, aber diese kurze Begegnung machte den größten Eindruck auf mich.

Die Erscheinung dieser Frau noch mit mir herumtragend, ging ich einkaufen und stand gerade an der Kasse, als eine weitere ältere Frau, genauso aufrecht gehend und mit eben diesem Blick, den Supermarkt betrat. Alle meine Sinne wurden wach… Etwas später auf der Straße, als wir beide den Laden verlassen hatten, sprach sie mich an und wir unterhielten uns, während wir langsam nebeneinander her schritten. Sie sagte mir, ich solle doch hierher übersiedeln, hier hätte ich es besser als in Deutschland und sie würde mir einen Teil ihres Gartens abgeben. Dann bückte sie sich, klaubte einen Kronenverschluss und ein Stück Holz aus dem Rinnstein und legte beides auf ihre Hand. „Sehen Sie“, sagte sie, „wenn es so daliegt, kann man wirklich denken, es ist ein Schlüssel. Ich dachte eben, dort liegt ein Schlüssel auf der Straße.“

Mir verschlug es vor Überraschung fast die Sprache, die Begegnung von zwei beeindruckende Frauen, die beide ein Schlüsselsymbol von der Straße aufheben. Beide Frauen waren alt und hatten eine besondere Ausstrahlung. Dass beide einen Schlüssel aus dem Staub der Straße hoben, brachte sie zusätzlich in einen Zusammenhang. Die Schlüssel, Symbol für eine Lösung, fanden sich auf dem Weg. Der Lebensweg wird die Lösung zeigen. Einige Monate siedelte ich wieder nach Südfrankreich über und besuchte die zweite alte Dame, sie gab mir einen Teil ihres Gartens ab.

Zur Vollendung des magischen Zeichens jedoch musste eine dritte Dame mit selbiger Ausstrahlung und einem Schlüsselsymbol gehören. Erst mit der Drei vollendet sich die Schöpfung, alles Nachfolgende stellt eine Wiederholung dar.

Ich habe sie gefunden, die dritte Dame, beim Einzug in meine jetzige Wohnung, in meiner Nachbarin. Der Schlüssel liegt nun nicht mehr auf der Straße, sie trägt ihn als Schmuckstück um den Hals. Das scheint mir natürlich, denn letzten Endes werden wir zum Weg, den wir gehen…oder anders ausgedrückt, der von uns gegangene Weg spiegelt sich durch uns.

 

 

 

 

 

Havan (Feuerzeremonie)

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„Es ist das Havan, welches den Regen bringt, und welcher das Korn wachsen lässt. Aus dem Havan ist die Schöpfung entstanden. Das Havan ist die wahre Form der Götter: Was immer wir dem Havan opfern, geht direkt zu den angerufenen Göttern. Indem Menschen ein Havan zelebrieren, gewinnen sie Glück und alle Freuden des Lebens; sie alle haben gute Gedanken und Liebe füreinander. Durch den Rauch des Havan werden die schädlichen Bakterien in der Atmosphäre zerstört und die guten, dem Leben nützlichen Bakterien wachsen. Dies vermehrt die Fülle und den Reichtum in der Welt.“

(Babaji, „Leben aus dem Sein“)

Bei einem Havan werden unter dem Singen von Mantren Butter und andere leckere Sachen dem Feuer übergeben, die durch das Feuer direkt zu den Göttern gelangen. So werden die Götter gnädig gestimmt, ihnen wird Freude geschenkt, um das Glück auf Erden zu mehren. Bisher konnte ich mich noch nicht dazu überwinden, gute Butter ins Feuer zu geben…Meine Oma sprach noch von der GUTEN Butter im Gegensatz zur billigeren Margarine, die täglich gegessen wurde. Doch als symbolischen Akt – und darauf kommt es wohl an – dürfen kleine Stücke geopfert werden, denke ich. Und welches Mantra werde ich singen? Om namah shivay…

 

 

 

 

Der Tempel von Damanhur…ich habe selten etwas Schöneres gesehen…

…erst durch eine Freundin erfuhr ich vor etwa einem Jahr von der Existenz von Damanhur. Sie war dort gewesen und hatte im Tempel meditiert. Dort sollen Zeitreisen stattfinden, sagte sie unter anderem. Ihre Begeisterung brachte mich dazu, nach Informationen im Netz zu suchen und was ich fand, enttäuschte mich, ich fand nicht wirklich viel und viele meiner Fragen blieben offen.

Damanhur ist eine Anlage in der Nähe Turins, die von einer Komune erschaffen wurde, deren Mitglieder aus der ganzen Welt kommen. Das beeindruckendste Objekt ist eine Tempelanlage, die sich unter der Erde erstreckt und eine Tiefe von 11 Stockwerken erreicht. Die gesamte Anlage soll heimlich per Hand und ohne Maschinen in die Erde gegraben worden sein. Ob das stimmen kann, darüber möge jeder selbst entscheiden. In folgendem kurzen Film kann man diese Anlage anschauen. Ich habe selten etwas Schöneres von Menschen Geschaffenes gesehen…und das ist nur ein Film.

…und noch weitere Informationen dazu:

…und ein Interview zu den Zeitreisen, die in Damanhur stattfinden sollen:

 

Drei Wünsche

…an dieser Quelle hole ich zur Zeit mein Trinkwasser. Es kommt direkt aus dem Berg, sehr weich und wohlschmeckend. Beim letzten Mal wartete dort ein Frosch auf mich, wenn Du genau hinschaust, kannst Du ihn erkennen.  Wahrscheinlich war es der König, der in seinem Reich nach dem Rechten schauen wollte. Wer einem Froschkönig begegnet und ihn nicht an die Wand werfen möchte…und zum Heiraten bin ich schon zu alt…der hat drei Wünsche frei. Fälschlicherweise wird immer behauptet, die Königstochter musste den Frosch küssen, um ihn in einen Prinzen zu verwandeln. Ich weiß bis heute nicht, wer sich dies ausgedacht hat, weil im Märchen eindeutig steht, dass sie ihn an die Wand wirft und das scheint mir nun nicht dasselbe zu sein.

Also um Frösche in Prinzen zu verwandeln muss man sie gegen die Wand werfen. Aber wie gesagt, ich bin für Prinzen zu alt und ich weiß nicht, ob ich früher einen Prinzen hätte haben wollen. So musste ich mir schnell drei Wünsche ausdenken…und, was soll ich sagen, es fiel mir echt schwer. Ich kramte lange in meinem Inneren nach Bedürfnissen und Wünschen…bis mir schließlich Gesundheit einfiel, Freude und Glück und Segen für meine Kinder…

Ziemlich banale Wünsche, denke ich, ganz normal eben und gar nicht nötig, weil ich schon gesund bin, Freude habe und es meinen Kindern gut geht. Hoffentlich ist der Frosch nun nicht von mir einttäuscht…

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Nachtrag: Jetzt ists mir eingefallen…es waren die Naturschützer und Froschbeobachter, die das Werfen in ein Küssen umgewandelt haben…was wäre, würden alle kleinen Mädchen Frösche gegen Wände und Felsen werfen…