Fasten – Fazit

Wer fastet, wird die Erfahrung machen, dass das Fasten mit der Zeit leichter fällt. Der Körper gewöhnt sich daran, bekommt Übung darin, seine Energie für einige Zeit nicht mehr aus der Nahrung, sondern aus Reserven zu ziehen. Dieses Mal fiel mir das Fasten sehr leicht. Wie immer waren der zweite und dritte Tag etwas schwierig, wirkliche Probleme, wie Kopfschmerzen oder Schwindel, hatte ich jedoch nicht. Ab dem vierten Tag lief es von Tag zu Tag besser. Ich fühlte mich leicht, körperlich und geistig und die Stimmung war ausgezeichnet.

Schon hatte ich vor, das Fasten das erste Mal über zehn Tage hinaus zu verlängern, da kam dann die Sache mit dem Auto dazwischen, so dass ich am Ende des neunten Tages anfing, wieder zu essen.

Übrigens, alle Hosen passen noch. Es war auch nicht Ziel abzunehmen, sondern zu entgiften. Fasten lindert Zivilisationskrankheiten, von Bluthochdruck, Krebs bis Depression. Jeder macht damit sicherlich seine eigenen Erfahrungen, doch wäre es wünschenswert, würde diese Möglichkeit der Regeneration von Körper und Geist mehr publik gemacht und als vorbeugende Maßnahme angewendet.

Hier noch ein ausgezeichnetes Video, was sich auch aus medizinischer Sicht mit dem Fasten beschäftigt:

 

 

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Gestern

Nachdem der Sturm etwas nachließ, begann es zu regnen. Nichts desto trotz fahre ich in den Garten, muss ja schließlich schauen, ob alles in Ordnung ist, der Sturm größere Verwüstungen angerichtet hat, Bäume umgeworfen, Dächer abgerissen, Müll angeweht hat und die Katzen alle noch wohlauf sind.

Also fahre ich hin, keine Verwüstungen, Bäume stehen noch, Dächer sind unversehrt, Katzen alle gesund und munter, versorge sie mit einem Futterberg, vertröste sie auf bessere Zeiten und beschließe, wieder zu fahren. Das Auto hatte ich wohlweislich beim Nachbarn abgestellt, aber wenden musste ich es schon. Dabei versank es im Schlamm. So war das.

Es regnete, windstill war es auch nicht gerade. Der Nachbar nicht da, meine Freundin auch nicht, die anderen Nachbarn haben kein Auto. Der Freund, den ich hätte um Hilfe bitten können, krank. Macht nichts, dachte ich, wir haben es gegen 10 Uhr, da fahren viele einkaufen, zum Friseur oder Zahnarzt, da nimmt mich schnell einer mit. Ja, und dann laufe ich, Bewegung ist auch während des Fastens gesund. Ich laufe und laufe. In die entgegengesetzte Richtung fährt ein Auto nach dem anderen an mir vorbei. Ich war schon gefühlte 20 km gelaufen – nun, es waren real vielleicht fünf -, als endlich ein Auto kam und mich mitnahm…nur bis in das nächste Dorf und da war ich eh schon selber fast angekommen. Sie würde mir gerne helfen, sagt die Fahrerin, aber sie hat ein Rendez-vous…

Ich lächele dem Schicksal zu und laufe weiter. Der Wind trieb mir den Regen ins Gesicht, die Hosen waren gut durchnässt, ich bin stark. Auch das nächste Auto hielt. So ein älterer Typ nahm mich mit, raste die Straße entlang, schnitt die Kurven, und davon gibt es hier zuverlässig viele, geradezu die ganze Straße ist eine sich abwechselnde Kurve, lässig die eine Hand am Lenkrad, während er mit der anderen seinen Minimonitor bediente und telefonierte. Ich fahre ja auch nicht gerade langsam…aber… In Windeseile war ich da, wo ich hinwollte, glücklich und zufrieden.

Über Nacht gewann der Sturm wieder an Stärke. Heute ruhe ich mich einfach nur aus. Immerhin faste ich den siebenten Tag.

 

 

Frühjahrsfasten

„Durch das Wenigerwerden erreicht der Schüler auf dem Weg zu TAO den Zustand des Nicht-Tuns, und dieser ist die Voraussetzung für den Zutritt ins Reich. Das innere Wenigerwerden nach dieser Welt ist auch der tiefere Sinn des Fastens. Dies belegt eine Stelle aus dem Thomasevangelium: „Jesus sagte: Wenn ihr nicht fastet in Bezug auf die Welt, werdet ihr das Königreich nicht finden.“ (aus dem Buch „Sein eigener Meister und Schüler“ von Heinz Klein)

…genau das ist es, was mir gerade entgegenkommt und passt. Die Zeit des Frühjahresfastens ist da. Noch sprießt das Grün nicht und kann mich somit nicht zum Essen verführen. Noch dümpelt die Arbeit im Garten mäßig vor sich hin. Das heißt, seit heute faste ich, nehme keine feste Nahrung zu mir und beschränke mich in der Kommunikation mit der Außenwelt.

Zuerst wollte ich gleichzeitig eine Zitronen-Kur zur Regenerierung des Körpers anwenden (hier ist sie beschrieben: https://www.zentrum-der-gesundheit.de/zitronensaft-kur-master-cleanse-ia.html ) Dazu muss jedoch Ahornsirup verwendet werden, der hier sündhaft teuer ist. So kam ich zu dem Schluss, es geht auch mit einer einfachen Zitronen- Knoblauch-Kur (siehe auch:  https://www.zentrum-der-gesundheit.de/zitronen-knoblauch-kur.html ). Mal schauen, wie mein Körper es verträgt…

Fasten finde ich gut, weil:

-dadurch der Alltag unterbrochen wird

-ich mehr Zeit habe, da essen, abwaschen, einkaufen und kochen wegfallen

-meine Energie zunimmt

-gute Laune und Optimismus steigen

-ich mehr bei mir bin, konzentrierte und mehr aus mir heraus fühle und handele

-es reinigt und befreit den Körper von Giftstoffen

Während des Fastens nimmt man natürlich auch etwas ab. Doch wer glaubt, durch Fasten dauerhaft sein Gewicht reduzieren zu können, irrt. Was man während der Tage verliert, gewinnt man anschließend leicht wieder dazu, da der Körper dann die Nahrung besonders gut verwertet.

Ich faste immer nur, solange es mir gut geht damit. Das heißt, ich strebe fünf Tage an, verlängere aber auf sieben oder zehn Tage, wenn alles gut läuft. Länger als zehn Tage habe ich noch nie gefastet. Nach dieser Zeit freue ich mich, Essen und Trinken auch als gesellschaftliches Zusammensein genießen zu können.

Jedes Fasten beginnt mit einer gründlichen Darmreinigung. Das muss unbedingt sein, da, wenn keine Nahrung zugeführt wird, der Körper versucht, aus den im Körper verbleibenden Resten Nährstoffe zu beziehen. Und dass das nicht gut sein kann, ist einleuchtend. Während der Zeit sollte viel getrunken werden, möglichst gutes, lebendiges Wasser, auch Tees und Säfte sind möglich. Es gibt verschiedene Varianten, so dass jeder seinen Vorliebend entsprechend das Passende für sich herausfinden kann.

Hier noch ein Link zu einer Seite, auf der man sich über verschiedenen Formen informieren kann. http://www.fastenzeit.com/fasten-anleitung.html

…und, da ich im Land der Katharer lebe, noch ein entsprechendes Zitat, : „Montanus erblickte im Fasten, wie nach ihm die Katharer, ein Mittel der seelischen Vorbereitung auf die Wiederkehr des Christus im Menschen: die körperliche Begierde besiegen, den Körper selbst und die Blutseele auf ein biologisches Mindestmaß herunterfahren, damit die ursprüngliche Seele, der ursprüngliche Gottmensch, der Christus im Menschen…(hervortreten kann).“  (aus „Die Mysterien der Katharer“ von Reiner Klein)

Meine Fastenzeit wird also auch eine Zeit sein, während der ich nur spärlichen Internetkontakt haben werde. Bitte habt Verständnis und alle eine gute Zeit!

 

 

Minimalismus…

Es regnet. Das ist ein guter Grund, mich der weiteren Durchforstung meiner Wohnung zu widmen und nach entbehrlichen Gegenständen zu suchen. Diese Aktion wird noch viel Zeit in Anspruch nehmen, ahne ich, denn ich gehe langsam und mit Bedacht vor. Nichts soll im Anschluss bereut werden. Außerdem bin ich jemand, der sich nicht gern entscheidet. Da kommen ständig Zweifel auf, ob gerade dieser Gegenstand, der seit Ewigkeiten irgendwo verstaubt, nicht doch eventuell in drei Jahren noch gebraucht werden könnte. Auf diese Weise zieht sich das Tun in die Länge.

Immerhin bin ich mit dem Aussortieren der Bücher gut vorangekommen. Das liegt daran, dass sich meine Lesewut seit einigen Wochen gelegt hat. Ich lese fast nichts mehr, was ganz erstaunlich ist. Noch weiß ich nicht genau, ob ich diese Erscheinung als ein Zeichen des Alters sehen soll oder ob es daran liegen könnte, dass der für mich vom Schicksal vorgesehene Bildungsstand erreicht ist. Gleich welches der Grund ist, Bücher langweilen mich. So habe ich schon viele bei momox.fr verkauft, einige auch bei momox.de. Dies erforderte etliche Stunden vor dem Compi, denn zwischen D und F liegen mitunter erhebliche Preisunterschiede. Das erscheint einem völlig absurd, wenn man sich bis zum Verschicken durchgeklickt hat und dann feststellen muss, dass alle Bücher an ein und dieselbe Adresse geschickt werden.

Ähnlich wie mit den Büchern geht es mir mit Musik. Ich höre sie nicht mehr. Meine Ohren sind auf das Empfangen der mich umgebenden Geräusche eingestellt. Regen, Wind, Vögel, Insekten, Katzen, die Pferde auf der Koppel und Rehe im Wald. Zunehmend bekomme ich beim Hören von Musik das Gefühl, sie nähme mir den Kontakt zur Welt. Was für andere Gegenstände gilt, gilt auch für CDs, sie sollen nicht für irgendwelche Eventualitäten aufgehoben werden. Glücklicherweise übernimmt ein Freund die meisten aus meiner Sammlung.

Die größte Herausforderung scheinen mir die Dinge zu sein, die sich nicht verkaufen lassen und denen ich keinen interessierten Abnehmer zuordnen kann. Es widerstrebt mir, sie so einfach in den Müll zu werfen. So habe ich über eine lange Zeit hinweg CDs und Bücher geschickt bekommen, da ich Kritiken für eine Zeitschrift schrieb. Die meisten dieser CDs sind nur ein Mal gehört, sie entsprechen eher nicht dem Musikgeschmack meiner Bekannten und Freunde und verkaufen darf ich sie nicht. Was also damit tun?

Vor einigen Tagen kam mir die rettende Idee. Alle kleinen Gegenstände, wie die CDs, kleine Teelichtbehälter oder eine aus einer Muschel hergestellte kleine Schale, die ein gut gemeintes Geburtstagsgeschenk war, werde ich in Geschenkpapier wickeln, mit der Aufschrift „für Dich“ versehen und dann in Perpignan auf Parkbänken und Mäuerchen verteilen. Ein so zufällig gefundenes Geschenk bringt Freude auch dann, wenn es nicht dem Geschmack des Finders entspricht. Doch zunächst werden diese Dinge in einem Karton gesammelt…

 

 

Sprachen lernen

…mein Leben lang war ich der festen Überzeugung, ich wäre völlig unfähig, Sprachen zu lernen. Ich hatte in der Schule so lange gute Noten, bis in der fünften Klasse Russisch auf dem Stundenplan stand. Die ersten zwei Wochen malte ich die neuen Buchstaben noch mit Begeisterung nach und fand es toll, dass aus „p“ nun „r“ wird und aus“m“ wiederum „t“…usw. Das war exotisch, fremd und interessant. Doch damit war die Lehrerin nicht zufrieden. Sie begann uns mit Deklinationen und Fällen zu quälen, was jegliches Interesse bei mir sofort zu Fall brachte und am Ende des Jahres die erste 4 auf dem Zeugnis.

Davon erholte ich mich nie wieder. Trotz endlos vielen Jahren Russischunterricht, lernte ich diese Sprache nie. Französisch ging dann etwas besser, doch bis heute ließ mich die Überzeugung nicht los, ich wäre völlig sprachunbegabt. Nun fand ich ein Video von Vera F. Birkenbihl in welchem sie Schülern erklärt, wie sie einfach und leicht Sprachen lernen können. Und was sie sagt, leuchtet ein.

Ich setze es sofort um…

…heute…

…und manchmal gelingt es, alles einfach abzustreifen, fallenzulassen und sich darüber zu erheben…Reste kehre ich wie mit einem Besen fort und dann, hebe ich langsam den Kopf und schau ins Licht…hinter mir nichts außer einer wunderbaren Leere über der ein bläulicher Schimmer liegt…vor mir ein strahlendes Licht, so hell, wie ich es noch nie gesehen…ohne Vergangenheit…leer…nichts, was es zu sehen gibt…nichts zu kommentieren… nichts, an was ich mich erinnern will und nichts, was mich hält…keine Schuld und kein Verzeihen, kein Bedauern und keinen Schmerz…nichts…nur diese wundervolle endlose Leere…rein, unschuldig und frei…

…ich sehe, dass nichts sein muss, dass nur ich selber täglich alles neu erschaffe, an Erinnerungen festhalte und sie immer wieder neu bilde…nicht gefordert und doch tue ich es, als würde ich dazu gezwungen…als wäre es mir eingepflanzt worden und ich, dankbar etwas in mir wachsen zu sehen, pflegte die alten Bilder, begoss Schmerz und Trauer mit Tränen, damit sie sich kräftig entwickeln…um mich daran weiden zu können…

…doch Vergangenheit erhebt keinen Anspruch darauf, vorhanden zu sein…das Ego rühmt sich ihrer, als wäre sie ruhmreich…das Ego pflegt sie, als wäre sie es wert, gepflegt zu werden…das Ego ist glücklich, eine große Aufgabe zu haben und so werden Schmerzen behütet und gerechtfertigt, weil das Ego glaubt, es kann ohne sie nicht existieren, es wäre ohne sie nicht da…es fühlt sich definiert durch Geschehnisse, an die sich kaum noch ein anderer erinnert, durch Geschehnisse, die niemanden interessieren und besser vergessen wären…

…doch, wer bin ich, wenn das Ego mir nicht bliebe? Definiere ich mich denn nicht gerade durch die Vergangenheit? Was sage ich, fragte mich jemand, wer ich bin? Wer bin ich denn? Was gäbe es da zu sagen?

…ich bin nichts…ich bin nichts…ich bin nichts…aber…ich bin da! Hola, ich bin da…

…das ist so unglaublich und das einzige, das nicht zu leugnen ist…ich bin da…wer oder was ich bin ist völlig unwichtig…definieren sich denn Blumen, indem sie sagen, ich bin im April gekeimt und weil ein Käfer an mir gefressen hat, habe ich ein Recht auf Leiden und verweigere das Blühen? Ätsch, da hat die Welt aber den Schaden, wenn ich nicht blühe, ätsch! So dumm wäre keine Blume.

Versage ich mir nicht selber alle Möglichkeiten, indem ich mich an längst Vergangenes klammere, wie an einen rettenden Anker und mich gleichzeitig über diesen Anker beschwere? Mit was be-schwere ich mich da eigentlich?

…Freiheit von Vergangenem lässt eine Freiheit im Augenblick entstehen…erst ohne Vergangenheit komme ich in der Gegenwart an….nichts, was mich hält…nichts, was meine Aufmerksamkeit rückwärts bindet…nichts, was mich spaltet in gestern, heute und morgen…nur heute, nur jetzt kann ich frei sein…was nutzt mir eine äußere Freiheit, wenn ich innerlich gefesselt bin an Dinge, die längst geschehen sind, so wie sie geschahen…

…es gibt zu allen Zeiten Menschen, die einfach durch alle Geschehnisse hindurchgehen…unberührt…als könne ihnen nichts etwas anhaben…bei sich bleiben und sich nicht verstricken, nicht über ihnen angetanes Unrecht schimpfen, nicht wegen eines vergangenem Geschehens verbittern…plötzlich fällt es mir wie Schuppen von den Augen, niemand tut mir etwas an, außer ich lasse es zu…mich wird erreichen, für was ich mich öffne…ich selber bestimme, welche Erfahrungen ich mache, sogar die der Vergangenheit kann ich verändern, wenn ich es will…aber das ist eine andere Frage…

…manchmal gelingt es, alles einfach abzustreifen, fallenzulassen und sich darüber zu erhöhen…die Reste kehre ich wie mit einem Besen fort und dann, hebe ich langsam den Kopf und schau ins Licht…hinter mir nichts außer einer wunderbaren Leere über der ein bläulicher Schimmer liegt…vor mir ein strahlendes Licht, so hell, wie ich es noch nie gesehen…

(Dies ist ein Text von vor drei Jahren…so beginne ich nun den Mai…unbeschwert…)