Am Feuer…

…hier sieht man meine Feuerstelle…und ich möchte dieses Kochen nicht missen. Die enge tägliche Verbindung mit den Elementen kann nur gesund sein. Natürlich, es macht Arbeit, das Holz im Wald zu sammeln, Wasser vom Fluss zu holen, das Trinkwasser dort, wo es aus dem Berg sprudelt…aber es schafft grundlegendes Vertrauen in das Sein, Unabhängigkeit von Elektrizität und Geld und somit ein weitgehend eigenständiges Sein. Und dieses wiederum schenkt Sicherheit.

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…die Mauern habe alle ich gemauert, die Steine selbst gesammelt und mit Lehm verfugt…

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Drei Wünsche

…an dieser Quelle hole ich zur Zeit mein Trinkwasser. Es kommt direkt aus dem Berg, sehr weich und wohlschmeckend. Beim letzten Mal wartete dort ein Frosch auf mich, wenn Du genau hinschaust, kannst Du ihn erkennen.  Wahrscheinlich war es der König, der in seinem Reich nach dem Rechten schauen wollte. Wer einem Froschkönig begegnet und ihn nicht an die Wand werfen möchte…und zum Heiraten bin ich schon zu alt…der hat drei Wünsche frei. Fälschlicherweise wird immer behauptet, die Königstochter musste den Frosch küssen, um ihn in einen Prinzen zu verwandeln. Ich weiß bis heute nicht, wer sich dies ausgedacht hat, weil im Märchen eindeutig steht, dass sie ihn an die Wand wirft und das scheint mir nun nicht dasselbe zu sein.

Also um Frösche in Prinzen zu verwandeln muss man sie gegen die Wand werfen. Aber wie gesagt, ich bin für Prinzen zu alt und ich weiß nicht, ob ich früher einen Prinzen hätte haben wollen. So musste ich mir schnell drei Wünsche ausdenken…und, was soll ich sagen, es fiel mir echt schwer. Ich kramte lange in meinem Inneren nach Bedürfnissen und Wünschen…bis mir schließlich Gesundheit einfiel, Freude und Glück und Segen für meine Kinder…

Ziemlich banale Wünsche, denke ich, ganz normal eben und gar nicht nötig, weil ich schon gesund bin, Freude habe und es meinen Kindern gut geht. Hoffentlich ist der Frosch nun nicht von mir einttäuscht…

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Nachtrag: Jetzt ists mir eingefallen…es waren die Naturschützer und Froschbeobachter, die das Werfen in ein Küssen umgewandelt haben…was wäre, würden alle kleinen Mädchen Frösche gegen Wände und Felsen werfen…

Heute will ich hassen…

…heute will ich hassen…sonst verbiete ich es mir, sonst bin ich friedlich…denke ich…heute aber nicht…ich bin wütend und will es sein, ich fauche und knurre und schreie in den Wald hinein…ich bin sehr wütend…Heute bin ich nicht lieb, ich bin nicht vernünftig, ich bin nicht spirituell….und wie gut das tut…

Ich renne in den Wald, die großen Bäume wundern sich, sie stehn still und warten…ich hasse euch, rufe ich, ich hasse! Ich hasse…den A und ich wünsche ihm die Pest und den Ruin, und den Untergang, soll er seine Arbeit verlieren, seine Erbschaft sich als ungültig heraustellen, soll sich alle Krankheit auf ihn senken, ihn behindern und schwächen, soll seine Frau ihn verlassen, er an Krückstöcken gehen, seine Nachbarn ihn bespucken…soll sein Haus abbrennen…Du alle Schmach der Welt…mach mich glücklich, indem du ihn unglücklich machst…und ich darf das denken, fühlen tue ich es sowieso…Dann gehe ich in den Garten und stelle einen riesengroßen Blumenstrauß für meine Nachbarin zusammen. Als ich zu ihr komme, hat sie zwei Stiegen voller reifer Aprikosen für mich…

Das Leben ist schön…

 

 

 

 

Über Unlust und Lust

Eigentlich wollte ich darüber schreiben, weshalb ich so unlustig bin, mich hier derzeit zu äußern…um meine Abwesenheit zu entschuldigen. Doch dann fiel mir ein, dass es viel besser ist, die Gründe zu nennen, derwegen ich mich außerhalb des Netzes bewege. Hier also geht es los:

Nachdem die Gartenbestellung in der ersten Junihälfte ihren Höhepunkt erreichte, sah sie wie jedes Jahr Mitte Juni ihrem Ende entgegen, worauf sich das Verlangen nach Beetbestellung abrundete. Wie aus heiterem Himmel, von dem dies Jahr wenig sichtbar ist, fällt um diese Zeit das Bestreben den Boden zu bearbeiten in sich zusammen. Ich sehe da einen Zusammenhang mit der Entwicklung innerhalb der Natur. Was jetzt noch nicht in den Boden gebracht wurde, wird auch nicht mehr den Weg in die Erde finden. Die Arbeiten beschränken sich auf das Pflegen der Pflanzen, Entunkrauten und Gießen. Spätere kleinere Saaten wie Spinat und Feldsalat ausgenommen.
Ich kann mich gemächlich zurücklehnen, den Rücken endlich strecken und meinen Blick über das wachsende Gemüse schweifen lassen. Kopf, Körper und Seele werden frei für anderes. Ich sitze also da und lausche den Vögeln, inbesondere den Nachtigallen, die in meiner Umgebung dabei sind, ihren Gesang zu vervollkommnen und noch gar nicht daran denken, ihre Arien zu reduzieren. Wie erfreulich! Wie gut auch, dass die Amseln noch nicht über alle roten Johannisbeeren hergefallen sind. So kann ich einmal in den Genuss von reifen, roten Johannisbeeren kommen. Sie werden mein Konfitürensortiment bereichern, das sonst nur aus Stachelbeeren und schwarzen Johannisbeeren besteht, denn diese werden von den Vögeln nicht gefunden.
Häufiger auch überkommt mich das Verlangen nach Stift und Papier zu greifen und zu zeichnen. Mal schauen, ob es anhält.
Ansonsten übe ich mich konsequent erfolglos im Anhalten meiner Gedanken. Wer weiß, vielleicht fällt mir der Erfolg eines Tages einfach so in den Schoß.
Auch die anderen Übungen werden fortgesetzt, wie Ölziehen, Putzen der Zähne mit gesättigter Salzlösung, Waschen der Haare mit Ei. Dies übrigens entwickelt sich zu einem glücklichen Experiment, denn immer mehr scheinen sich die Haare nebst Kopfhaut eines ürprünglich angelegten Verhaltens zu besinnen. Die Haare fetten kaum, sie fallen weich und wirken fülliger denn je. Inzwischen wasche ich sie, um den Staub daraus zu entfernen und nicht mehr, weil sie unansehnlich wirken.
Infolge dieses Erfolges habe ich auch Duschgel aus dem Pflegesortiment gestrichen. Es bleibt natürliche Seife für schmutzige Hände und Füße, was unbedingt nötig ist, da ich viel barfuß laufe. Ansonsten genügt sauberes Wasser. Allerdings, ich habe noch nie besonders starken Körpergeruch gehabt und schwitze erst bei Temperaturen jenseits der 35° im Schatten und das auch nur, wenn ich körperlich arbeite. Sicherlich ist es nicht für jeden angeraten und praktizierbar, sich ohne Shampoo und Gel zu waschen.
Was den Minimalismus betrifft…alle entbehrlichen und gut erhaltenen Bücher sind verkauft. Hier befinden sich jetzt noch Bett, Schrank, Tisch, mehr Stühle als für mich allein nötig, zwei Regale, von denen eines fast leer ist. Meine Kleidung kann weiter reduziert werden, nur, solange es mir schwer fällt, mich zwischen mehreren Lieblingsstücken zu entscheiden, bleiben alle im Sortiment. Nichts soll bereut werden. In der Langsamkeit liegt die Kraft, so sie mit Besonnenheit einhergeht.

Bitte seht dies als Lage- und Zustandsbericht. Kurz dachte ich auch daran, meine Internetaktivitäten einzustellen. Doch bevor es mich reut, will ich es gründlich überdenken. Und, eigentlich hatte ich diesen Blog unter dem Namen „TeggyTiggs“ ins Leben gerufen, um mich selber zu disziplinieren auf meinem Weg…der endlich, eigentlich (zum dritten Mal „eigentlich“) zum Rekapitulieren führen soll…
Mal schauen was kommt.

Ich wünsche Euch allen eine gute Zeit!

Riech die Erde und spür wie eine riesige Ruhe aufsteigt…

Zufällig traf ich auf diesen wundervollen Film, der das Leben zweier Menschen auf einem Bauernhof zeigt, wo noch nach herkömmlicher Art gewirtschaftet wird. Die Bäuerin nimmt den Zuschauer  mit zum Buttern, zum Sensen, zeigt, wie Garben gebunden werden, erklärt, wie sie Brot bäckt und lässt ihn bei der Geburt eines Kälbchens dabeisein. Es macht Freude zu sehen, wie sie dieses Leben, die Tiere und Pflanzen liebt.