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Es gibt ein Märchen, mit dem ich gar nicht klar komme  und soweit ich mich erinnere, war das schon so, als ich noch Kind war. Das ist das Märchen vom Rumpelstilzchen. Ich finde diese Geschichte von vorn bis hinten ungerecht! Es kann doch nicht sein, dass der Retter in der Not am Ende so arg gestraft wird.

Da prahlt ein Müller wichtigtuerisch vor dem König mit seiner Tochter, die Gold spinnen könne und lügt dem König dabei so richtig die Hucke voll. Der König ist so ein dummer Kerl, der das glaubt, da hat ihm wohl die Gier die Augen verblendet. Dabei hätte er sich fragen müssen, wieso der Müller arm ist, wenn seine Tochter eine solche Gabe hat. Durch Gier, Dummheit, Prahlsucht und Lüge der beiden Männer kommt die Müllerstochter in eine ausweglose Lage. Der König ist auch noch so dumm, dem Mädchen den Tod anzudrohen, gelänge es ihm nicht, Gold aus Stroh zu spinnen. Er setzt sie unter Druck und kommt gar nicht auf die Idee, das Mädchen könnte stolz auf ihr Können sein, wenn sie es denn könne.

Jedenfalls ist sie in einer ziemlich unangenehmen Situation, aus der ihr ein plötzlich auftauchender kleiner Mann heraushilft. Er erledigt die ganze Arbeit für sie, und nimmt als Gegengabe für das ganze Gold die kleinen Schmuckstücke des Mädchens. Dem gierigen König natürlich genügt nicht, dass die Bauerstochter den Beweis ihres Könnens erbracht hat, er will mehr, ist ja klar. Als sie nichts mehr hat, was sie dem Männchen geben kann, damit er ihr noch einmal Gold spinne, verspricht sie ihm ihr erstes Kind und er hilft wiederum. Statt nun aber klug und vorsichtig zu sein, heiratet sie den dummen und gierigen König und bekommt natürlich ein schönes Kind.

Klar will Rumpelstilzchen nun seinen Lohn. Versprochen ist versprochen. Aber da die junge Mutter weinte, hatte er Mitleid mit ihr. Also, er hatte Mitleid! Und ließ sich darauf ein, auf das Kind zu verzichten, erriete die Königin seinen Namen. Durch List und Tücke, indem Bedienstete das Männlein im Wald belauschten, erfuhren diese seinen Namen und der kleine Kerl war so ehrlich zuzugeben, dass er so hieß, als die Königin ihm den Namen nannte. Hätte er ja nicht machen müssen, denn schließlich wusste niemand, wie er hieß. Klar dass er dann wütend wurde und sich dummerweise selbst entzweiriss.

Und ich, ich fühle mich seit je her mit Rumpelstilzchen solidarisch, er wohnt allein im Wald, liebt das Feuer, ist hilfsbereit und gütig. Dass er auch eigene Interessen vertritt, sollte ihm zugestanden werden.

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