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Als kleineres Kind wollte ich lieber ein Junge sein. Sie hatten das interessantere Spielzeug, ihnen wurden Dummheiten eher gestattet, sie erhielten mehr Aufmerksamkeit und Achtung. Später, kurz vor der Pubertät, dachte ich, ich wäre am liebsten geschlechtslos, hätte weder einen Pimmel noch würde ich Brüste bekommen,  beides schien mir Nachteile zu haben und hinderlich zu sein, um auf Bäume zu klettern und sich frei zu bewegen.

Was ich nicht bedachte, dass ich eine Gebärmutter in mir hatte, die wie eine kleine Sonne durch mich wirkt und schafft. Innen wie außen, oben wie unten, im Kleinen wie im Großen… So eine Gebärmutter erdet und verbindet mit der Schöpfung, ist selber schöpfend und ich bin sicher, nicht nur materieller Art, wie ja nichts nur materieller Art ist. Ihr Vorhandensein bzw. Nichtvorhandensein weist uns unsere Stellung in der menschlichen Gesellschaft zu, die uns mehr oder minder gefallen kann. Doch dagegen können wir nichts tun, auch wenn heute alle so tun, als könne jeder sein Geschlecht selbst bestimmen.

Heute neige ich eher dem vorpubertären Denken zu, jedoch ohne mich bei den äußeren Geschlechtsmerkmalen aufzuhalten. Praktisch bin ich geschlechtslos, aus der Nachfrage auf dem „Frauenmarkt“ herausgefallen, ohne dass mich die äußeren Geschlechtsmerkmale stören würden. Auf diese Weise unsichtbar, möchte ich nicht auf meine Gebärmutter verzichten. Ich glaube, dass es ihr Vorhandensein ist, dass mich stabil macht, mir die Anbindung an das Universum schenkt, dass sie durch mich wirkt und mich davor bewahrt, im Außen allzuviel Aufmerksamkeit erheischen zu wollen. Ich Bin und das ist Alles. Damit kann ich wirklich zufrieden sein.

 

 

 

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