Geschlechterfrage

Als kleineres Kind wollte ich lieber ein Junge sein. Sie hatten das interessantere Spielzeug, ihnen wurden Dummheiten eher gestattet, sie erhielten mehr Aufmerksamkeit und Achtung. Später, kurz vor der Pubertät, dachte ich, ich wäre am liebsten geschlechtslos, hätte weder einen Pimmel noch würde ich Brüste bekommen,  beides schien mir Nachteile zu haben und hinderlich zu sein, um auf Bäume zu klettern und sich frei zu bewegen.

Was ich nicht bedachte, dass ich eine Gebärmutter in mir hatte, die wie eine kleine Sonne durch mich wirkt und schafft. Innen wie außen, oben wie unten, im Kleinen wie im Großen… So eine Gebärmutter erdet und verbindet mit der Schöpfung, ist selber schöpfend und ich bin sicher, nicht nur materieller Art, wie ja nichts nur materieller Art ist. Ihr Vorhandensein bzw. Nichtvorhandensein weist uns unsere Stellung in der menschlichen Gesellschaft zu, die uns mehr oder minder gefallen kann. Doch dagegen können wir nichts tun, auch wenn heute alle so tun, als könne jeder sein Geschlecht selbst bestimmen.

Heute neige ich eher dem vorpubertären Denken zu, jedoch ohne mich bei den äußeren Geschlechtsmerkmalen aufzuhalten. Praktisch bin ich geschlechtslos, aus der Nachfrage auf dem „Frauenmarkt“ herausgefallen, ohne dass mich die äußeren Geschlechtsmerkmale stören würden. Auf diese Weise unsichtbar, möchte ich nicht auf meine Gebärmutter verzichten. Ich glaube, dass es ihr Vorhandensein ist, dass mich stabil macht, mir die Anbindung an das Universum schenkt, dass sie durch mich wirkt und mich davor bewahrt, im Außen allzuviel Aufmerksamkeit erheischen zu wollen. Ich Bin und das ist Alles. Damit kann ich wirklich zufrieden sein.

 

 

 

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20 Kommentare zu „Geschlechterfrage

      1. Ohne Gebärmuttis keine Menschheit!

        Bekanntlich ist Vater werden nicht schwer (weil der Samen bei jungen Männern ja kwasi innerhalb von Sekunden von selbst erzeugt werden kann),
        einen kleinen Menschen in der Gebärmutti aufzuziehen und schlussendlich nach neun anstrengenden Monaten zu gebären, dagegen sehr!

        Konsequenterweise dürfte es also nicht die Herren der Schöpfung, sondern muss die Frauen der Schöpfung heißen!

        Hab einen schönen Tag!

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      2. …ich würd Männern und Frauen, beiden Wichtigkeit einräumen…es geht ja nicht nur nicht ohne Männer, sondern sie übernehmen…(jedenfalls war es von der Natur so vorgesehen, heute ist es in Vergessenheit geraten) die Aufgabe, Frau und Kind zu schützen und auf ihre Weise für sie zu sorgen…

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      3. …ja…ich WILL heute aber gerne an eine positive Entwicklung glauben!

        …es muss sich da etwas ändern, wenn die Menschen eine Chance haben wollen…achja, ich will jetzt nicht ans Negative denken…draußen scheint sie Sonne…

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  1. Schöner Text, gute Gedanken. Über die Gebärmutter habe ich viel nachgedacht, besonders, seit man sie mir entfernt hat. Da blieb ein Gefühl der großen Leere zurück. Man sagte mir: die brauchst du nicht mehr, die muss weg, du kannst an ihr zugrunde gehen. Ich habe versucht, diese Leere anderweitig zu füllen, also kreativ zu bleiben.
    Übrigens.die Gebärmutter heißt auf Griechisch Mitra, die Kardinäle und der Papst haben sie sich auf den Kopf gesetzt. LG

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    1. …interessant, dass die Kardinäle sich ausgerechnet eine Gebärmutter auf den Kopf setzen, wie soll ich das denn jetzt wieder deuten, denn es bedeutet sicher etwas…

      …das tut mir leid, dass sie Dir das schöne Organ entfernt haben, aber Du machst es mehr als wett mit Deinem kreativen Schaffen, ob Du schreibst, malst oder zeichnest, alles machst Du großartig! Deine kreative Kraft jedenfalls ist Dir geblieben.
      …übrigens ist das Gebärmutterentfernen wie auch die Kaiserschnitte (heute sollen ja schon 30% aller Geburten in Deutschland mit Kaiserschnitt stattfinden)…mit Sicherheit ein Ausdruck des Gebärneides der Männer…

      liebe Grüße!

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    1. …über den tieferen Sinn und die Bedeutung der Gebärmutter hat sich, so viel ich weiß, noch niemand Gedanken gemacht…vielleicht liege ich ja auch falsch, aber ich kam darauf, weil mir seit langem auffällt, dass überall in der Öffentlichkeit Männer die gößeren Rollen übernehmen und sich dann gegenseitig ausstechen wollen, Frauen sind wesentlich zurückhaltender…wahrscheinlich brauchen sie diese äußere Bestätigung weniger…weshalb? …da liegt es doch nahe an den großen Unterschied zu denken…der nicht in der äußeren Erscheinung liegt, sondern im Inneren begründet ist…aus uns entsteht neues Leben…

      liebe Grüße!

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      1. Ja, das kann sehr gut möglich sein..Wobei es auch Frauen gibt die in Wettstreitereien eintreten und zwar auch in solche -meiner ist länger als deiner, auch wenn ich keinen habe- 🙂
        aber es gibt auch Hundedamen die beim Pinkeln das Beinchen heben.. 🙂
        liebe Grüsse
        S.

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    1. … und das mit der weiblichen Attraktion hat sich bei mir offensichtlich noch nicht erledigt, aber es is mir total egal 🙂
      an Silvester, wo sich die Mädels alle in kurze Röcke zwängen,
      bin ich im Snoopy-T-Shirt tanzen gegangen 🙂

      Gefällt 3 Personen

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