2017

 

Ich wünsche uns allen neben Gesundheit, Liebe und Geld ein schwungvolles neues Jahr, viel Inspiration, Schöpferkraft, Humor und guten Mut!

 

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Wechsel

Sonnige Flächen strecken sich über den Hügel bis hinunter zum Feld.
Schatten ziehen sich ein, schrumpfen auf sich selbst zurück und kauern unter Bäumen, warten bis die Sonne wieder fällt, um zu wachsen bis sie mit der Nacht verschmelzen.

Weiß legt dann der Mond seine fahlen Strahlen auf trübes Wasser und lässt es glänzen.
Träge zieht der Fluss, unbeweglich ragen Äste durch milchglasige Luft,
fangen Funkeln ein und schicken es in meinen Blick.
Zweige starren im Licht bereift wie auf Scheiben gezeichnet und klirren leise.

Leben hat aufgehört zu atmen.
Pause in der Welt.

Morgen wird sich alles wieder regen.

 

Das Leben liebt mich – Zeit für Dankbarkeit

„Voller Dankbarkeit gedenke ich der Menschen, Tiere, Pflanzen, Insekten, der Geschöpfe des Himmels und des Meeres, der Luft und des Wassers, des Feuers und der Erde, die mit ihrer Freude Tag für Tag mein Herz bereichert haben.

Voller Dankbarkeit gedenke ich der Führsorge und Mühe, welche meine Ahnen vor mir aufgewendet haben. Ich danke für die Sicherheit und das Wohlbefinden, das mir geschenkt wurde.

Ich danke für den Segen der Erde, der mir zuteilwurde. Ich danke für die Gesundheit, die mir geschenkt wurde. Ich danke für die Familie und Freunde, die mir gegeben wurden. Ich danke für die Gemeinschaft, die mich aufgenommen hat. Ich danke für die Lehren und Lektionen, die mir zuteil wurden. Ich danke für das Leben, das mir geschenkt wurde.“

(aus „Das weise Herz“ von Jack Kornfield)

 

Erfolg

Wie nahezu überall werden auch Maßnahmen des Arbeitsamtes unter wirtschaftlichen Aspekten durchgeführt. So erhalten bestimmte Bildungsverantstaltungen nur dann finanzielle Zuschüsse, wenn eine bestimmte Anzahl von Beteiligten gegeben ist. Die Lehrer riskieren dann ihrerseits finanzielle Einbußen oder gar ihren Job, wenn sie nicht genügend Schüler anmelden können.

Meine Freundin Fatima aus Afrika sollte vom Amt aus einen Fortbildungskurs für Analphabeten bzw. für Menschen, die im Schreiben und Rechnen erhebliche Schwierigkeiten haben, belegen. Nun ist sie selber aber eine gebildete Frau, spricht und schreibt perfekt Arabisch und Französisch und schreibt blind mit zehn Fingern Maschine. Als sie mir von diesem Kurs erzählte, verstand ich nicht, aus welchen Gründen sie den besuchen musste. Sie verstand es als Grundlage, auf der sich weitere Bildungsmaßnahmen anschlössen. Anfang Dezember erzählte sie mir dann, sie müsse diesen Analphabetenkurs ein zweites Mal belegen. Vielleicht war der Kurs noch nicht voll, vielleicht hatte da eine Amtsperson gedacht, mit der kleinen Schwarzen können wir das machen.

Sie war darüber traurig und ich empört. Sie müsse das nicht hinnehmen, sagte ich ihr, und solle sich beschweren. Du ziehst deine beste Kleidung an und machst dich schön, riet ich ihr, dann gehst du dort hin und erzählst ihnen, was du alles kannst und dass du diesen Kurs nicht noch einmal machst, sie sollen dir entweder eine Arbeit geben oder eine Ausbildung, auf deren Grundlage du eine Arbeit finden kannst. Ich gab ihr viel Energie mit auf den Weg. Begleiten konnte ich sie nicht, da ich meine Reise antreten wollte.

Als ich vor einigen Tagen wiederkam, empfing mich eine über das ganze Gesicht strahlende Fatima. Sie hatte meinen Rat genau befolgt und sofort eine Ausbildung zur Köchin beginnen können. Diese Ausbildung wird ihr sogar bezahlt. Da war auch meine Freude groß.

Leipzig ganz positiv

Ursprünglich dachte ich daran, durch die Reise selbst gewissermaßen darauf eingestimmt, mein Befremden in deutschen Städten zu formulieren, bis mir klar wurde, dass dies Vorhaben allein ausreichend war, meinem Blick eine gewisse Richtung zu geben. Das wäre dann „Selbstbeeinflussung“, Manipulation der eigenen Sichtweise.

Ein „neutraler“ Blick auf die Verhältnisse ist schlecht möglich, da die Aufnahme der Eindrücke hier von vergangenen Erfahrungen getrübt und erhellt! werden. Dagegen kann ich nichts tun, außer, mir dessen bewusst zu sein. Also gibt es hier jetzt eine Aufzählung POSITIVER deutscher Gewöhnlichkeiten, die mir auffallen:

-Obwohl ich eher vegetarisch lebe, verspeise ich genüsslich eine echte Thüringer Bratwurst, aus nostalgischen Gründen und beschenke mein inneres Kind mit feinem, edlem Schichtnugat, verwöhne meinen Gaumen mit deutschem Käsekuchen und deutschem Bier, alles feine Sachen, die in Südfrankreich nicht zu bekommen sind. Dortiger Kuchen neigt dazu zu fett und zu süß zu sein, den französischen Würsten fehlt die deutsche Würze und…das Bier bei uns daheim in F kann man nicht trinken, wenn man den Geschmack deutschen Bieres kennt. Außerdem gibt es hier viele, viele Sorten Pfefferkuchen!

-Eine meiner liebsten deutschen Einrichtungen sind die Buchtempel. Über drei, vier Etagen bis unter die Decke gefüllt mit Lesestoff, dazwischen weiche Sessel und Sofas…dadrin könnte ich mich vergessen…

-Deutschen Humor find ich klasse. Ewig stehe ich an Kartenständern mit witzigen Postkarten den Leuten lachend im Weg, solange, bis ich auch die letzte Postkarte gelesen und in Augenschein genommen habe…

-Irgendwie scheinen hier alle recht wohlhabend zu sein. Wirklich arme und heruntergekommene Menschen habe ich hier in der Innenstadt nicht gesehen. Insgesamt macht alles einen ordentlichen Eindruck, die Häuser, Straßen und die Menschen.

-Ich mag Straßenbahnen.

-Die Deutschen verstehen es, ihren Geschäften, Teestuben, Restaurants und anderen Örtlichkeiten ein angenehmes Ambiente zu geben. Sie haben einen Blick für Gemütlichkeit und Dekoration. Egal ob im Bäckerladen nebenan oder im Edelklamottenladen, sie machen es sich und ihren Kunden möglichst angenehm.

-Heute sah ich einen alten Mann auf dem Bürgersteig knien und sieben Stolpersteine polieren.

-Auf dem Weihnachtsmarkt gibt es so viel unglaublichen überflüssigen Tand, vieles hübsch anzuschauen, mit Geschick und Aufwand hergestellt. Ich finde diese Sachen sehr liebenswert, auch wenn sie völlig unnötig sind.