Eine gute Zeit…

…wünsche ich jedem nach seinen Vorstellungen…friedlich, humorvoll, besinnlich, berauschend, fröhlich, liebevoll, beschenkt im Lichterglanz, ganz in Stille…

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Leipzig ganz positiv

Ursprünglich dachte ich daran, durch die Reise selbst gewissermaßen darauf eingestimmt, mein Befremden in deutschen Städten zu formulieren, bis mir klar wurde, dass dies Vorhaben allein ausreichend war, meinem Blick eine gewisse Richtung zu geben. Das wäre dann „Selbstbeeinflussung“, Manipulation der eigenen Sichtweise.

Ein „neutraler“ Blick auf die Verhältnisse ist schlecht möglich, da die Aufnahme der Eindrücke hier von vergangenen Erfahrungen getrübt und erhellt! werden. Dagegen kann ich nichts tun, außer, mir dessen bewusst zu sein. Also gibt es hier jetzt eine Aufzählung POSITIVER deutscher Gewöhnlichkeiten, die mir auffallen:

-Obwohl ich eher vegetarisch lebe, verspeise ich genüsslich eine echte Thüringer Bratwurst, aus nostalgischen Gründen und beschenke mein inneres Kind mit feinem, edlem Schichtnugat, verwöhne meinen Gaumen mit deutschem Käsekuchen und deutschem Bier, alles feine Sachen, die in Südfrankreich nicht zu bekommen sind. Dortiger Kuchen neigt dazu zu fett und zu süß zu sein, den französischen Würsten fehlt die deutsche Würze und…das Bier bei uns daheim in F kann man nicht trinken, wenn man den Geschmack deutschen Bieres kennt. Außerdem gibt es hier viele, viele Sorten Pfefferkuchen!

-Eine meiner liebsten deutschen Einrichtungen sind die Buchtempel. Über drei, vier Etagen bis unter die Decke gefüllt mit Lesestoff, dazwischen weiche Sessel und Sofas…dadrin könnte ich mich vergessen…

-Deutschen Humor find ich klasse. Ewig stehe ich an Kartenständern mit witzigen Postkarten den Leuten lachend im Weg, solange, bis ich auch die letzte Postkarte gelesen und in Augenschein genommen habe…

-Irgendwie scheinen hier alle recht wohlhabend zu sein. Wirklich arme und heruntergekommene Menschen habe ich hier in der Innenstadt nicht gesehen. Insgesamt macht alles einen ordentlichen Eindruck, die Häuser, Straßen und die Menschen.

-Ich mag Straßenbahnen.

-Die Deutschen verstehen es, ihren Geschäften, Teestuben, Restaurants und anderen Örtlichkeiten ein angenehmes Ambiente zu geben. Sie haben einen Blick für Gemütlichkeit und Dekoration. Egal ob im Bäckerladen nebenan oder im Edelklamottenladen, sie machen es sich und ihren Kunden möglichst angenehm.

-Heute sah ich einen alten Mann auf dem Bürgersteig knien und sieben Stolpersteine polieren.

-Auf dem Weihnachtsmarkt gibt es so viel unglaublichen überflüssigen Tand, vieles hübsch anzuschauen, mit Geschick und Aufwand hergestellt. Ich finde diese Sachen sehr liebenswert, auch wenn sie völlig unnötig sind.

 

 

 

 

 

Reise

Von Perpignan bis Narbonne fahre ich mit der aufgehenden Sonne zwischen rosa beleuchteten Bergen links und golden schimmerndem Meer rechts, während Arien aus Bizets Carmen durch meinen Kopf jubeln. Ich spüre eine tiefe Liebe zu meiner Heimat, bevor ich sie in Richtung Norden verlasse und weiß plötzlich nicht mehr, weshalb das sein muss.

Für 14€ fliege ich von Toulouse nach Berlin. Das allein ist schon verrückt genug. In Berlin dann gut angekommen, warte ich eine Stunde auf dem Hauptbahnhof auf meinen Zug. Für eine simple Currywurst, die ich gern aus nostalgischen Gründen gegessen hätte, will man 3,90€ von mir. Das Geld bekommen sie nicht.  Ich sitze auf einer von vielleicht drei Bänken und beobachte, wie die Menschen, ihre Koffer auf Rollen hinter sich ziehend, in Läden schauen, nach Produkten suchen und ihre Blicke auf Smartphones richten. Ein großer Mann wuchtet seinen Rollenkoffer auf die Bank, stopft etwas hinein, wuchtet ihn wieder herunter ohne mich überhaupt zu sehen und hetzt weiter. Geländer, Säulen, Glaswände sind mit Glitzerketten behängt. Die Menschen bewegen sich schnell und nahezu sprachlos hindurch. Ab und an kommuniziert einer mit seinem Phon, lacht in sich hinein oder richtet seine Kopfhörer und läuft dann weiter.

Die Menschen sehe ich vereinzelt, sprachlos und steril. Sie passen sich in ihren Bewegungen den Maschinen an, stehen stumm, während Rolltreppen sie nach oben oder unten transportieren. Nur im Laden gegenüber höre ich ab und an: Neun € siebzig bitte. Danke. Einen schönen Abend noch.

Kein Geschwätz, kein Lachen, kein Weinen, kein Singen. Bald werden sie das Sprechen verlernen, sich mit Maschinen durch Zeichen verständigen. Irgendwann dann werden Maschinen Menschen für überflüssig befinden. Darüber ist ja nun schon genügend geschrieben worden.

Mein Sohn schreibt aus der Südsee. Ein Insulaner meinte, die Menschen in der Zivilisation haben immer mehr und werden immer unglücklicher. Er will auf eine einsame Insel ziehen und dort von Fischen und Kokosnüssen leben. Dort geht das.

 

 

 

 

 

Bin ich ohne mein Ich leer? Ist die ganze Welt Nonsens?

In die Tiefe gehend suche ich nach dem, was ich eigentlich bin. Mir scheint, ich bestehe nicht aus dem, was ich und alle für das halten, was mich ausmacht.

Das, was mich ausmacht, besteht in dem, was mir von außen oktroyiert wurde, durch meine Eltern, die Gesellschaft, vielleicht auch das, was man Karma nennt und von mir mitgebracht wurde. Auch das wurde mir irgendwann verpasst und ist nicht aus mir selber geboren, das heißt, ich habe mich nicht bewusst dafür entschieden, zumindest habe ich keine Erinnerung daran. Charakter, körperliches Erscheinungsbild, geistige Verfassung haben sich unter bestimmten von außen abhängigen Umständen herausgebildet. Ich bin also ein Produkt dessen, was mir widerfahren ist. Nähme man die Erfahrungen dieses und aller Leben hinweg, wäre ich dann leer…?

Nichts Äußeres kommt aus meinem Inneren. Und wenn doch, dann wurde durch das Innere nur eine Richtung vorgegeben, als Reaktion auf bestimmte Erfahrungen. Dies scheint der Punkt zu sein, wo ich dem Inneren näher kommen kann. Auf einen äußeren Aspekt reagieren Menschen durchaus sehr unterschiedlich. Umstände, woran einer zerbricht, können einen anderen beflügeln. Es ist so, dass Re-Aktionen stattfinden. Auch diese Re-Aktionen sind durch bestimmte Anlagen, die vorgegeben wurden, determiniert. So dass sich am Ende fragt, wo befindet sich der freie Wille? Wo befindet sich die Freiheit zu wählen?

Das Äußere und das Innere können so verschieden sein, dass man eine Verwandtschaft  schwer erkennen mag. Das Äußere kann schwarz und das Innere weiß sein…oder umgekehrt. Eines muss nichts mit dem anderen zu tun haben. So wie man einem hässlichen Menschen ein schönes Kleid überziehen kann. Allerdings wird wirkliche Schönheit für das kluge Auge auch unter einem hässlichen Kleid erkennbar sein.

Das Äußere ist das, was andere und ich selber bisher unter dem verstanden, was ich darstelle. Ich. Ich ist somit nichts, was sich notwendigerweise aus dem Inneren begründet,sondern klebt an einer Oberfläche, die sich mit der Welt und dem Leben auseinandersetzt. Sie muss sich auseinandersetzen, da die Welt da draußen die Oberfläche ernst nimmt, genauso, wie die Oberfläche denkt, die Welt ist eine ernsthafte Angelegenheit. In Wirklichkeit gibt es keine Ernsthaftigkeit an der Oberfläche. In Wirklichkeit ist alles Nonsens, die ganze Welt und meine Oberfläche, genauso wie die Oberflächen aller Menschen. Diese Oberflächen sind auswechselbar, zufällig, veränderlich. Wir können sie sofort ändern, jederzeit.

Eine facettenreiche Oberfläche gilt es zu glätten. Sie stößt sich da, reibt sich immer dort, wo sie kantig und eigen ist. Das nennen wir Leben. Je besser wir im Glätten sind, umso schwerer erscheint uns das Leben.

Doch wir müssen unser scheinbar unabänderliche Schicksal ertragen, weil wir glauben, wir sind die Oberfläche? Darin liegt der Trugschluss, dem wir erlegen sind. Unsere Gesellschaft versucht mit allen Mitteln, diesen Trugschluss aufrecht zu erhalten, denn sie lebt von ihm. Macht ist nur durchzusetzen, in dem man Menschen in ein Glaubenssystem presst, Schuld verteilt und androht, Lohn verspricht, die einen begünstigt, während den anderen das Lebensnotwendige vorenthalten wird. Machthaber müssen zuerst die Massen spalten. Gespaltene Massen verfügen auch nur über gespaltene Kräfte.

In dem Moment, wo ich begreife, dass ich nicht die Oberfläche bin und mich nicht mehr mit ihr identifiziere, bin ich frei. Frei von dem Leben, das ich geglaubt habe, führen zu müssen, weil ich eben so war, wie ich war. Mein Glaube daran, dass ich die Oberfläche bin, hat keine Veränderung zugelassen.

Genauso wie ich selber aber hält mich auch die Welt fest. Jeder Mensch in meiner Umgebung sorgt dafür, dass ich der bleibe, für den sie mich hält. Menschen wollen keine Veränderungen. Sie wollen, dass ich so bleibe, wie sie sich mir vorstellen. Ich soll das sein, was sie von mir erwarten. Wenn ich mich nicht ändere, sind sie zufrieden. Im großen Ganzen zumindest.

Doch ich bin nicht die Oberfläche. Alles was ist, ist jederzeit auswechselbar. Ich selber kann jeder Zeit meine Oberfläche verändern und bestimmen, wie sie aussieht. Aber was ist das, was sich unter der Oberfläche befindet? Wenn ich durch meine Vergangenheit, durch die Vergangenheit meiner Familie, durch meine Religion und die Verhältnisse, in die ich hineingeboren wurde bestimmt wurde….Was bleibt, wenn diese Dinge nicht mehr gelten? Es bleibt ein wacher, leerer, wahrnehmender Geist, es bleibt das, was wahrnimmt. Und was nimmt er wahr? Das, was er selbst auswählt. Es schließt sich der Kreis. Es ist unser Verhängnis, dass wir in diesem Kreislauf scheinbar gefangen sind. Erkennen wir diese Gefangenschaft, erhalten wir damit den Schlüssel zum Ausbruch. Doch die Welt in der wir zu leben glauben, will uns halten, weil sie ohne uns nicht existieren kann. Sie braucht uns, um zu überleben und wir, fühlen wir uns nur lebendig, wenn wir uns an ihr reiben?

Ich nehme an, ich bin das, was sich öffnet für bestimmte Energien, die durch mich fließen. Würde ich dann sagen, ich bin diese Energien, ich definiere mich durch die Energien, die mich berühren und durch mich hindurch gehen, wäre dies nicht richtig. Denn ich bin nur so etwas, wie ein Apparat, der diese Energien wahrnehmen und empfangen kann. Was also bin ich? Ich bin ein wahrnehmendes Bewusstsein, welches (erst einmel theoretisch) dazu in der Lage ist, aus den durch ihn fließenden Energien auszuwählen. Ich habe also die Wahl. Doch was ich wähle, wird letztlich auch nicht von mir entschieden… Oder? Wer trifft die Wahl?

„Jetzt schau dir die Welt an, sagte meine mentale Führung. Ist sie nicht dasselbe wie der Geist?“ (aus „Leben nach dem Tod“ von Deepak Chopra)

 

Überfluss

…wird der Begriff „Überfluss“ auf diese Weise verstanden, gefällt er mir richtig gut:

„Um den Begriff Überfluss zu erfassen, muss man alle Gedanken an einzelne Dinge aufgeben; es ist ein so weiter Begriff, dass er keinerlei Gedanken an Einzelheiten aufkommen lässt. Um ihn festzuhalten, muss das Bewusstsein weit hinausschweifen, in das Universum, und schwelgen in der Freude vollkommener Freiheit. Diese Freiheit darf aber nicht verwechselt werden mit Zügellosigkeit, denn wir werden verantwortlich gemacht für jeden unserer Gedanken, für jede Handlung. Unser Bewusstsein kann sich nicht von einem Augenblick zum anderen empor erheben zu dieser Freiheit. Die letzte Spur einer Begrenzung kann allerdings in einem einzigen Augenblick vernichtet werden, aber die Vorbereitung zu diesem glorreichen Erlebnis muss vorangegangen sein, und diese Vorbereitung muss in jeder ihrer Einzelheiten von innen heraus geschehen, genau wie jedes Blütenblatt einer Blume in allen Einzelheiten in der Knospe enthalten sein muss. Ist die Vollendung erreicht, so bricht die Knospe ihre Hülle und die Blume entsteht in Schönheit. So muss auch der Mensch die Hülle seines Selbstes aufbrechen, ehe er sein Inneres offenbaren kann.“

(gefunden bei Baird T. Spalding „Leben und Lehren der Meister im Fernen Osten“)

 

10. Dezember – Sorgenfrei in Minuten

Schon um halb fünf bin ich wach. Dunkle Nacht liegt über dem Tal und Millionen von Sternen blinken vom schwarzen Himmel herab. Es ist kalt. Drei Pullover zeihe ich übereinander, Leggins und Hosen und mit Schal und Mütze gehe ich in die Küche, um Feuer zu machen. Kurze Zeit später genieße ich es, mit dem Kaffee daneben zu sitzen und über meinen Traum und das Leben nachzusinnen.

Ich sitze in meiner selbst geschaffenen Blase mit Garten, die dem Chaos des Lebens draußen zu trotzen sucht. Und ich arbeite daran, diese Blase aufrecht zu erhalten, um mich vom Geschehen da draußen nicht mitreißen zu lassen, Stille im Inneren und einen Haltepunkt zu finden.

Eine neue Idee, ein neues Vorhaben hat mich ergriffen. Schon vor zwei, drei Jahren schrieb ich darüber, bevor es von anderen Dingen überlagert wurde. Nun haben wir Winter und die kurzen und regnerischen Tage wollen ausgefüllt werden. Da fiel es mir wieder ein, das Buch, welches ich von einem Freund geschenkt bekam: „Sorgenfrei in Minuten“ von Rainer und Regina Franke. Es enthält die Beschreibung eines Verfahrens, während dem man unter Benennung seiner Probleme bestimmte Meridiane beklopft. Der Freund, welcher es mir schenkte, hatte es selbst mit Erfolg ausprobiert.

Nun fühle ich mich insgesamt zwar zufrieden und mitten in der Natur sogar aufgehoben und glücklich, doch es gibt Probleme, die es wert sind, bearbeitet zu werden. Warum also nicht diese Technik ausprobieren?

Ich lese das Buch gründlich durch und mache mir Notizen. Schnell wird klar, dass es mit einigen Minuten nicht getan ist, auch wenn die Möglichkeit besteht, ein Problem in kürzester Zeit zu verlieren. Die meiste Zeit wende ich dafür auf, meinen Gefühlen nachzuspüren, um herauszufinden, welches meine dringendsten Defizite sind. Was steht im Vordergrund?

Das sind vor allem Minderwertigkeitsgefühle, fehlendes Selbstvertrauen, die Unfähigkeit, mich ausreichend zu verteidigen, für meine Leistungen einen entsprechenden finanziellen Ausgleich zu verlangen. Ich mache mir eine Liste.

Im Buch sind Herangehensweise und Ablauf gut beschrieben, die einzelnen Schritte anschaulich erklärt. Auf eventuell auftretende Schwierigkeiten wird hingewiesen und wie Abhilfe geschaffen werden kann. Zuerst muss ein Thema gefunden und benannt werden. Der Vorgang selbst beginnt damit, die linke und rechte Körperhälfte auszugleichen. Anschließend wird die Thymusdrüse beklopft, danach die 14 Meridianpunkte, immer mit dem Benennen des Problems.

In weiteren Kapiteln werden Möglichkeiten gezeigt, die Wirkung zu verstärken und einzelne Themen, wie Sucht, Übergewicht, Geld usw. werden gesondert behandelt. Ich beginne gleich mit dem Problem, welches mir im Vordergrund zu stehen scheint. Tatsächlich fühle ich mich nach dem Klopfvorgang besser… Das gilt es zu überprüfen und ich nehme mir vor, die nächsten Wochen damit fortzufahren.

Um halb zehn sitze ich wieder am Feuer, inzwischen habe ich abgewaschen, aufgeräumt, die Katzen gefüttert und gestreichelt und all die täglichen Dinge erledigt. Zu heizen lohnt sich nicht, die Sonnenstrahlen benetzen schon die umliegenden Bergkuppen und werden bald den Reif von Wiese und Garten lecken. In der Sonne später, wenn ich die gestrige Arbeit fortsetze, werde ich meine Kleiderhüllen abwerfen und himmlische Wärme genießen.

Ich glaube nicht, dass ich die Welt retten kann, jeder kann immer nur sich selbst retten, das heißt, vervollkommnen. Als kleine Energiepunkte senden wir Freude oder Missmut wie Wellen ins Universum und nehmen auf diese Weise teil am Geschehen. Da möchte ich ein glücklicher Energiepunkt sein und Freude im Übermaß versprühen. Manchmal gelingt es schon…