In Klausur gehen…

…ist eine gute Sache, kann sehr hilfreich sein. Gerade verbrachte ich mehr oder weniger spontan einige Tage in Abgeschiedenheit, ohne Internet, ohne Telefon, Fernseher hab ich eh nicht. Da es regnete und windig war, konnte ich mich nicht durch Arbeit im Freien ablenken. So war ich so ganz für mich in der Stille.

Immer wenn ich in die Stille gehe, tauchen ungebetene Gedanken auf, zerren Probleme an die Oberfläche und drangsalieren mich mit dem, was ich nicht hören will. Es ist vor allem ein Problem, das nicht aus meinem Kopf weichen will, eines wozu mir keine Lösung einfällt. Ich schreibe alles auf und meditiere viel. Am nächsten Tag fallen mir weitere Aspekte zu diesem Problem ein, die ich dazu schreibe. Und wieder meditiere ich lange. Am dritten Tag verfahre ich genauso. Zunehmend spüre ich, wie sich ein großer Friede in mir ausbreitet. Das Problem kann ich immer noch nicht lösen, doch ich spüre heute, dass ich meinen Frieden mit dem Problem gemacht habe. Vielleicht will es mich einfach ein bisschen begleiten, dann darf es das jetzt tun…

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10 Kommentare zu „In Klausur gehen…

  1. Schön beschrieben.

    Ich habe Meditationsverbot seitens meiner Thera, weil sie verhindert, dass solche Problemgedanken wirklich bearbeitet werden, sie werden nur angeschaut und komm3en dadurch wieder.
    Gefährlich für mich, ich will lieber alles bearbeiten, dann bin ich es für immer los. Bin schon ziemlich weit durch mit allem, auch wenn es nicht leicht war.
    Aber aufgeben war keine Option.

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    1. …ich glaube bei meinem Problem kann ich nichts machen, denn es hängt mit einem anderen Menschen zusammen…eine lange Geschichte…da hat mir das Aufschreiben und Meditieren echt geholfen, immer noch fühle ich Frieden…

      …nein, Aufgeben bringt einen nicht weiter, auch wenns manchmal schwer ist, durchhalten ist immer besser…

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      1. Es ist egal, ob andere Menschen mitbeteiligt sind, man selbst ist die Hauptperson, die agiert, re-agiert, denkt, fühlt.
        Wenn es bearbeitet ist, dann können andere tun und lassen, was sie wollen, es tangiert einem nicht mehr.

        Diesen Frieden kenne ich auch aus der Zeit, wo ich täglich meditiert habe, sehr trügerisch, wie ich heute finde, denn es kam im Laufe der Jahre immer dicker, bis man mir sagte, ich solle auf jedenfall das meditieren lassen, ich war entsetzt, habe es nicht verstanden. Mittlerweile fühle ich, dass es richtig war, denn ich konnte damals nicht wirklich was verarbeiten. War aber nicht leicht, ich habe Meditieren, Fasten, Yoga mit 16 gelernt und es war mir zur zweiten Natur geworden über zwanzig Jahre.

        Ich habe dann meiner Thera vertraut und mich darauf eingelassen, bisher habe ich es nicht bereut. Da habe ich auch die Stärke gelernt, nicht aufzugeben.
        sonst würde es mich längst nicht mehr geben.

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      2. …ich glaube Dir, dass es für Dich richtig ist, nicht zu meditieren und auch, dass es Probleme gibt – das weiß ich – die sich nicht mit Meditation besänftigen lassen, ganz klar…bei meinem liegt das vielleicht etwas anders, denn es ist kein Problem aus der Vergangenheit, es passiert gerade jetzt und ich kann nichts machen – also, es geht um eine Tochter, Du weißt schon – und da hat es mir richtig geholfen…es wird vielleicht nicht für ewig so gehen, doch das wird sich noch zeigen…

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      3. ich glaub, ihr beiden redet da von zwei verschiedenen Ebenen

        also, mir geht das so –

        Wenn ich in einer Sache nicht weiß, wie ich mich dazu stellen soll, wie ich damit umgehen soll, wenn es etwas zu entscheiden gilt und in meinem Kopf geht das alles durchananda – dann hilft es mir, in die Stille zu gehen – sich alles erst mal beruhigen zu lassen, das schlammige Wasser klärt sich, in dem die umherschwirrenden Partikel auf den Grund sinken – ich kann wieder klar sehen, eine Entscheidung treffen und weiter machen
        oder auch, wenn die Nerven durchdrehen – als Sofort-Maßnahmen, Erste Hilfe am Unfallort, Schadens-Begrenzung

        Meditation funktioniert aber nicht als Mittel für Innere Transformation – es ist ein Mittel zum Zweck in konkreten Situationen, ein Werkzeug für’s tägliche Leben –
        Es heilt aber nicht ein kaputtes Nerven-System,
        wirkt da eher kontra-produktiv,
        weil man damit alles immer weiter „im Griff hält“
        Dadurch verändert sich nichts
        Das is so wie mit dem Saufen – wenn du dir einen trinkst, geht’s dir kurzfristig besser – wenn du wieder nüchtern bist, ist alles so wie vorher
        Für Veränderung, Heilung, Transformation muss man durch die Dinge durch gehen und sie nicht mit Meditation runter drücken
        Der ganze Sch… muss raus – also eben nicht kontrolliert werden

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  2. Danke für deine Gedanken und den link, teggytiggs. ich kenne das, dass sich ein Problemgedanke in mir so festklemmt, dass ich ihn nicht loswerden kann. Er kehrt zurück wie eine Schmeißfliege, sobald ich mich entspannen will. Zwischendurch, wenn ich aktiv bin, vergesse ich ihn. Aber mitten in der Nacht wache ich auf, weil er wieder da ist und in meinem Kopf rumbrummt. Ich versuche zu verstehen, was er von mir will. Manchmal stammt er aus meinem Inneren, dann kann ich dem nachgehen. Manchmal aber kommt er mir vor wie ein fremder Besucher, und ich weiß nichts rechtes mit ihm anzufangen. Dein systematisches Vorgehen – Aufschreiben, Meditieren, aufschreiben – will ich mir merken, wenngleich ich kaum die Möglichkeit habe, in eine Klausur zu gehen. Dir wünsche ich eine gute Zeit und tiefe Einsichten. Der Winter ist die Zeit dafür. LG Gerda

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    1. …ich glaube, unser Ego mag es einfach, wenn sich der Verstand wichtig macht und dem Ego auch diesen Glauben von Wichtigkeit vermittelt, da muss dann immer gedacht werden und wenn man glaubt, keine Probleme zu haben, werden von irgendwoher welche hervorgeholt…manchmal aber sind es wirkliche Probleme, die gelöst werden wollen…bei mir geschah das Aufschreiben und Meditieren zu diesem Thema eher zufällig, ich war selbst erstaunt, wie beruhigend es sich anfühlte und auch jetzt bin ich noch im Frieden damit…ich wünsche Dir, dass es auch Dir helfen wird…ja der Winter, jenseits der 60 hat man immer ein bisschen Winter…zumindest ist es bei mir so…was ich durchaus mag…

      liebe Grüße
      TeggyTiggs

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    1. …Danke, Werner Eberwein sieht sympatisch aus…kann mir vorstellen, dass er hilfreich ist…

      ..ich meditiere eher ohne Führung, am liebsten habe ich es völlig still, Mario Walz habe ich nur als Beispiel angeführt und, weil ich den Menschen überzeugend finde, er hat einen langen Weg hinter sich, gleich in vielfacher Hinsicht…

      Gefällt 1 Person

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