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Dieser schöne Brunnen ist mitten in Perpignan zu sehen, leider auf einem winzigen Kreisverkehr zwischen vier befahrenen Straßen, so dass kaum an ihn heranzukommen ist. Dargestellt sind Harpien, geflügelte weibliche Wesen, denen die unterschiedlichsten Sachen nachgesagt werden:

„Die Harpyien verkörpern die Sturmwinde[1] und sind die Töchter des Meerestitanen Thaumas und der Okeanide Elektra.[2] Ihre Anzahl ist unbestimmt, doch werden nie mehr als zwei Harpyien zugleich benannt. Namentlich treten auf:

  • Aello (altgriechisch Ἀελλώ aëllṓ[2] zu ἄελλα áëlla „Sturmwind, Wirbel“: „Windsbraut“) [3]
  • Okypete (Ὠκυπέτη Ōkypetē[2] zu (poetisch:) ὠκυπέτηs ōkypétēs „schnell fliegend“, aus ὠκύs okýs „schnell“ und πέτομαι pétomai „ich fliege“: „die Schnellflügelige“)[4]
  • Podarge, Podargo (Ποδάργη podargē[5] „die Schnellfüßige“). Sie ist die Mutter der Pferde des Achilleus.[6]
  • Kelaino, Celaeno (zu κελαινός kelainos (poetisch:) „dunkel“, „unheilvoll“: „die Dunkle“), die erst in der Aeneis des römischen Dichters Vergil erwähnt wird.[7]

Die Schwester der Harpyien ist Iris, die Göttin des Regenbogens, Gattin des Westwindes Zephir.

In den früheren Erzählungen der griechischen Mythologie werden sie als schöne Frauen mit gelocktem Haar[2] und Vogelflügeln beschrieben, später sind sie hässliche hellhaarige Dämonen.[8] Die Harpyien wohnen in einer Höhle auf Kreta und müssen auf Geheiß des Zeus Seelen von Toten in den Tartaros tragen oder Leute töten, die seinen Zorn erregen. Die Harpyien werden als schnell wie der Wind und als unverwundbar beschrieben.

Bei Homer werden sie für das Verschwinden des Odysseus[9] und den schnellen Tod der Pandarostöchter [10] verantwortlich gemacht. In der Argonautensage spielen sie eine wichtige Rolle: Sie quälen den blinden Seher Phineus, indem sie ihm das Essen vom Tisch rauben und mit ihrem Kot ungenießbar machen.[11] Zetes und Kalais, Söhne des Nordwindes Boreas und Gefährten der Argonauten, vertreiben schließlich die Harpyien.[12]

Der römische Dichter Vergil lässt in der Aeneis[13] dagegen diesen Kampf als ein Abenteuer des aus dem zerstörten Troja geflohenen Aeneas auf den Strophaden erzählen: „Es waren Vögel mit den Gesichtern von Mädchen, äußerst scheußlich war der Unrat ihres Magens, hakenförmig waren ihre Hände und immer bleich vor Hunger ihre Gesichter.“[14] Aeneas begegnet Harpyien auch in den Vorhallen der Unterwelt im 6. Buch, wo sie neben Gorgonen und Kentauren hausen. Ovid bezieht sich in seinen Metamorphosen nur knapp auf die „jungfräulichen Vögel“ in der Phineusepisode der Argonautensage.[15]

Im 13. Gesang von Dantes Inferno werden die Selbstmörder von Harpyien gepeinigt. William Blake und Gustave Doré illustrierten im 19. Jahrhundert diese Szene. Während sie bei Goya in den Caprichos noch unheilvolle Verkörperungen des Bösen darstellen, werden Harpyien im Kunsthandwerk des Klassizismus, ähnlich wie die Greife und Sphingen, zu rein dekorativen Reminiszenzen an die Motivwelt des Altertums.“ (Wikipedia)

Ich sehe in ihnen lieber die Sturmwinde und glaube nicht an ihre Bosheit. Als Winde haben sie hier ihren Platz, denn zwischen Atlantik und Mittelmeer weht häufig ein kräftiger Wind, der meistens von Westen kommt. Relativ selten weht er von Ost nach West und noch seltener kommt er aus dem Süden. Doch dann bringt er Wärme und den rötlichen Sand aus der Sahara mit.