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Weiter schlendert sie durch die Stadt. Und wie in jedem Ort hier, ist es unvermeidlich, dabei Francois Arago (1786 – 1853) zu begegnen.  In dieser Gegend Katalaniens sind hier geborene berühmte Persönlichkeiten rar, so dass Francois Arago in allen größeren und kleineren Ansiedelungen verehrt wird. Reicht das Geld nicht, ihm ein Denkmal zu errichten, wird eine Straße nach ihm benannt, wenigstens aber eine Gasse. Glücklicherweise machte sich Francois Arago nicht mit herausragender Kriegskunst einen Namen, sondern durch Forschung, Erfindung und seinen Einsatz in der Politik für mehr Menschlichkeit, so dass sie kein Missbehagen empfindet, seinen Namen häufig zu lesen.

Er forschte zur Interferenz von polarisiertem Licht, machte Experimente zur Lichtbrechung, erkannte die Magnetisierung von Eisen durch einen unter Strom gesetzten Leiter und widmete sich weiteren Versuchen, um die Welt besser verstehen zu können. Doch er engagierte sich auch politisch und wurde 1848 sogar Kriegs- und Marineminister. Für die endgültige Abschaffung der Sklaverei in Frankreich setzte er sich ein und bewies Charakter, als er es vorzog, alle öffentlichen Ämter niederzulegen, statt sich Napoleon dem III. nach seinem Staatsstreich anzuschließen. Wer hätte das gedacht. Heute sind ein Mondkrater und ein Marskrater nach ihm benannt und es gibt einen Arago-Gletscher im Eis der Antarktis. (Wikipedia) Und hier steht er:

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Seine Mutter hätte auch ein Denkmal  verdient, wenigstens sollte man sie ab und an hinter ihren Sohn auf den Sockel stellen. Diese Frau gebar elf Kinder, fünf Mädchen und sechs Buben, von denen nicht nur alle überlebten, sondern vier der Jungen sich auch noch einen Namen in der Öffentlichkeit machten. Sicher hätten es auch die Mädels „zu etwas gebracht“, wäre ihnen die gleiche Aufmerksamkeit und Ausbildung zugedacht worden.

Sie vermag es sich nicht vorzustellen, wie eine Frau elf muntere Kinder zur Welt bringt und aufzieht, so ganz ohne Waschmaschine und Gasherd, ohne Fernsehen und ohne Kindergarten. Ihr Mann wird als Bürgermeister von Estagel gut verdient haben, so dass sie Angestellte bezahlen konnten und doch…elf Kinder…ihr wird schwindelig bei dieser Vorstellung, sie hat nur drei und findet es mehr als genügend.