…sich mit sich selber unvertraut machen…

„Um die Selbstwahrnehmung weiter zu unterstützen, empfehle ich dir eine Geschwindigkeit in deinem Leben, in der du noch präsent sein kannst. Mit Sicherheit wirst du dich am Anfang sehr langsam bewegen müssen, denn wenn du nicht langsamer wirst, wirst du weiterhin auf Automatik laufen. Wenn wir gestresst sind, fallen wir sofort in unser roboterhaftes, konditioniertes Verhalten. Wenn du nicht roboterhaft und unbewusst sein willst, musst du dich mit dir selber unvertraut machen. Wir brauchen ein bewusstes Mittel, um uns selbst in die Gegenwart zu bringen.“

(aus dem Buch“Das große Missverständnis“ von Premanada)

Das Zitat ist aus einem der Bücher, die bei mir überlebt haben, sich also nicht verkaufen ließen. Es hatte mir schon beim ersten Lesen gefallen, weil ich es als lebensnah empfand, außerdem ist es mit netten Witzen gespickt. Gerade lese ich wieder etwas darin. Gestern nun kam ich zum Kapitel über die Selbstwahrnehmung und dachte, wie recht er doch hat, viel zu schnell bewege ich mich durch den Tag. Ich probierte es sofort aus und setzte gemächlich einen Fuß vor den anderen, spürte der Erde unter meinen Füßen nach, sah zum Himmel auf und öffnete die Ohren für Wind und Vögel. Das sehr langsame Laufen ging mir dann ziemlich schnell auf die Nerven. Also ging ich immer zehn Schritte und hielt dann inne, schaute in den Himmel, roch den trockenen Staub in der warmen Luft und lauschte. Da tat sich plötzlich eine Welt auf. Ich sah Schatten huschen, Lichter fallen, Insekten summen, Falter flattern…

 

 

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6 Kommentare zu „…sich mit sich selber unvertraut machen…

  1. Das langsame Gehen ist noch mal was anderes als das Stehenbleiben, denn es zwingt dazu, auf die eigene Position acht zu geben: wie bewege ich mich im Verhältnis zur nicht mobilen Natur. Senkrecht zum Erdinnerem und Weltall, der abrollende Fuß, die minimale Bodenhaftung – ein Nichts an Haftung fast – ein Loslassen – ist da ein Moment, in dem ich, trotz Körperfülle und Knochenschwere schwebe? – ein sanftes Wiederaufnehmen des Kontaktes mit dem Boden – alternierend mit der anderen Sohle, die Bewegung der Hände, des Kopfes, der Augen, des gesamten Sinnesapparats usw usf.

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    1. …ich denke, ich sollte es wirklich mit dem langsamen Gehen probieren, wenigstens eine halbe Stunde täglich, denn schon wenn ich Deinen Kommentar lese, werd`ich ganz ungeduldig…

      …still zu sein und aufmerksam fällt mir recht leicht, aber in langsamer Bewegung allem nachzuspüren, das erscheint mir schwierig…ich werde es üben, versprochen…

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  2. Sich mit sich selbst unvertraut machen.. klingt schon gut.. sich selber überraschen.. das ist doch auch das was Spass macht… wenn man neugierig ist.. auch auf sich selber.. und dann noch über sich lachen kann.. andere schütteln den Kopf.. du wieder.. was starrst du so ins Grüne… „ich lasse die Augen weiden “ hihihi
    Gruss S.

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    1. …ich glaube, es ist damit gemeint, alte Konditionierungen fallen zu lassen, damit man die Welt wieder ganz neu erfahren kann und sich selbst darin…sich selber Überraschen kommt dem ziemlich nahe und macht auch noch Spaß…hört sich gut an…lg

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