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…ich bin froh, Prentice Mulford begegnet zu sein, wenigstens in seinen Schriften, die in dem kleinen Buch „Unfug des Lebens und Sterbens“ zusammengefasst sind. Mit ihm fühle ich mich so verbunden, dass ich ausrufen möchte: Ein Bruder im Geiste! Als ich sein kleines Büchlein geschenkt bekam, hatte ich keine Ahnung, was mich erwartete. Neugierig schlug ich es mittendrin auf und befand sofort mich an der Stelle, wo er sich mitten im Wald eine Hütte zimmert… Wir scheinen also demselben Clan anzugehören, da ein solches Tun auch zu meinen Erlebnissen gehört.
Seine Texte sind voller Weisheit, umso mehr, als er diese versuchte zu leben. Überdies liest er sich leicht und unterhaltsam, da er stets einen humorvollen Blick auf sich und die Welt hat. Ich kann es nur empfehlen.
Schon sein Leben selbst weist auf einen außergewöhnlichen Menschen hin, Walfischfänger, Goldgräber, Journalist, Erzieher, Petroleumhändler, Sheriff…er scheint nichts ausgelassen zu haben, was sich ihm bot:

https://de.wikipedia.org/wiki/Prentice_Mulfordhttps://de.wikipedia.org/wiki/Prentice_Mulfordhttps://de.wikipedia.org/wiki/Prentice_Mulford

Es sei gleich noch Sir Galahad zitiert, die auch die Einführung in seine Texte schreibt: „Prentice Mulford ist ein Heiliger »full of go«, einer von der Rasse Johannes V. Jensens, ein Durchschiffer spiritueller Ozeane, einer, der in geistigem Kosmos so taghell sieht, mit solchen Falkensinnen wie Jensen auf unserer Erde! Er ist das Genie der Pietätlosigkeit! Seine Weisheit wuchert wild wie ein Dornbusch – der brennende Dornbusch seiner Weisheit! Nie wird ihm eine Erkenntnis aus zweiter Hand. Wollte unser Herr Jesus Christus ihn in eine längere Offenbarung verwickeln, er würde vielleicht höflich, jedenfalls entschieden ablehnen und zöge es vor, sich seine Informationen vom lieben Gott direkt zu holen.“

Nun aber Mulford selbst:

„Was ist Besitz?

Ich besitze dieses schlecht konstruierte 50 Dollar Haus im Jersey-Sumpf. Sehr wenige Menschen besitzen ihr Heim in so hohem Maße wie ich das meine. Meistens besitzt das Heim sie.
Ich beherrsche dieses Haus. Wenn ich will, kann ich es anzünden – ich wäre nicht ärmer, und Nachbarn habe ich keine, deren Besitz durch den Brand gefährdet werden könnte.
Ich wohne in keinem Dorf, in keiner Stadt, deren Bewohner, alarmiert durch den Brand, mit Löschversuchen mich belästigen könnten. Ich kann überall durch die Wände Löcher bohren, ohne den Hausherrn um Erlaubnis zu fragen. Ich kann die ganze Bude vollrauchen, ohne Bewohner zu stören. Ich kann um Mitternacht aufstehen, Nägel einschlagen, Holz sägen oder einer anderen lärmenden Beschäftigung frönen, ohne dass Angst an mir zupft, es schreckte andere aus ihrer Ruhe auf. Ich kann meine Pantoffeln lassen, wie ich sie auszog, den einen mit der großen Zehe nach Norden, den anderen nach Süden gerichtet, und eine Woche später bei meiner Wiederkehr werde ich sie in der gleichen Stellung wiederfinden, nicht im dunkelsten Sumpf irgendwo versteckt.
Ich scheue mich nicht, Schmutz auf meinen eigenen Teppich zu lassen. Ich bin nicht an feste Mahlzeiten gebunden. Ich bin vor Besuchern sicher. Was immer meine Fehler sein mögen, hier innerhalb meiner vier Wände kümmern sie nur mich. – ich habe den Eingang für mich allein. Keine Hausfrau beherrscht mich und rügt es, wenn ich eine Haselnuss im Wohnzimmer esse und die Schale auf dem Fußboden lasse. Ich kann Nägel jeden Formates in die Wände treiben, kann diese Wände mit Bildern bekleben oder sie selbst mit Fresken überziehen, ohne auf Schadenersatz verklagt zu werden. Ich kann eine Menagerie im Hause halten. Ich werde nicht durch kulinarische Nachbargenüsse gefoltert. Keine hausherrlichen oder magistratlichen Verordnungen glotzen mir von hohen Tafeln beständig ins Gesicht und bedrohen mich mit Strafen, sollte es mir beifallen, Kaffeesud in den Ausguss zu schütten. Ich kann meine Zimmer unter Wasser setzen, ein Aquarium daraus machen – darin schwimmen, ohne den Horror, dass etwas durchrinnen und die Salongarnitur im unteren Stock beschädigen könnte.
Ich habe keine Dienstboten, den häuslichen Spion zu spielen, über die Butter zu schimpfen, ihre Verwandtschaft auf meine Kosten zu unterhalten, meine Lieblingsvasen zu zerschmettern und betrunken auf der Treppe gefunden zu werden.
Mehr aber als mein Heim besaß Diogenes sein Fass, denn er konnte es aus unerfreulicher Nachbarschaft rollen – auch im Winter in die Sonne – im Sommer in den Schatten, und weg von steigenden Wassern – und so war er reicher sogar als ich.
Was ist Besitz? Ist es bezahlen für ein Ding, dessen Gebrauch von Meinungen und Gebräuchen anderer Leute reguliert wird?

Besitze ich mich selbst, oder werde ich nur behaust, gefüttert, bekleidet den Wünschen und Launen gewisser Leute gemäß, vor denen ich fühle: so muss ich sein, oder ich bin nichts?

Was mir Sorgen macht, besitzt mich. Wenn ich haste und schussle, um meinen Hühnerstall bis morgen Abend fertig zu bekommen – dann hat der Hühnerstall mich. Wenn ich mich nicht den Kuckuck drum schere, ob der Hühnerstall diese Woche oder diesen Monat fertig wird, dann habe ich den Hühnerstall. Ich sah einmal einen Mann, dessen unversichertes Haus abbrannte, sich davor setzen und den Flammenschein und das ganze Getriebe ringsum genießen. DER Mann hatte immer noch das Haus.“

(aus „Unfug des Lebens und des Sterbens“ von Prentice Mulford)