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Ich sitze gern mal in einem Café, den Blick auf die Straße mit ihren vorbeiziehenden Menschen gerichtet und lästere über die Welt. Natürlich soll man/frau nicht schlecht über jemanden reden, hinter dem Rücken schon gar nicht, aber ab und an tue ich es mit Freude und fühle mich gut dabei.
Da sitze ich also mit meinem Kumpel so in der schönen Sonne, als drei Radfahrer genau den Tisch besetzen, auf den unsere Blicke sowieso schon fallen. Gewohnt, in einem fremden Land in der eigenen Muttersprache ungehemmt zu sprechen, beginnen wir sogleich damit, die Männer zu beurteilen. Ich komme nicht umhin, die kräftigen, braungebrannten Beine vor mir zu bewundern. Endlich einmal Männer in kurzen Hosen, die diese auch tragen können. Dünne, durch das tägliche Sitzen im Büro gebleichte Beine finde ich nicht ansehnlich und empfehle solchen Männern immer eine längere Hose. Hier aber macht es Freude, die Kerle vor mir in ihren entblößten Stellen anschauen zu können.
Anschließend gehen wir zu Betrachtungen des Radsports über. Immerhin sind die Fahrer vor uns schon auf ihren Häuptern ergraut, sie dürften fast unser Alter haben. Mine Bewunderung kennt kaum Grenzen, was für ein Einsatz von Disziplin und Ausdauer! Während viele ihres Jahrgangs sich Bäuche anessen und –trinken, kommen diese Recken rank und schlank daher, kräftig und durchtrainiert. Da schaut das Auge gern hin.
Die Sportler trinken ihre Getränke, holen dann die Karten hervor und beratschlagen die zu nehmende Route. Wir hingegen raten nun, woher sie wohl kommen mögen, aus der Schweiz oder eher aus einer Ecke Österreichs. Erst als sie aufstehen und sich von uns verabschieden, wird mir bewusst, dass sie uns die ganze Zeit über verstanden haben müssen…