Über Küchentüren, Zahnschmerzen und dem Bestreben des Göttlichen, uns zum Leuchten zu bringen…

23. Juli 2016, Garten

Es ist locker bewölkt, kühl und windig. Gut zum Arbeiten, weniger gut für die Touristen. Der Sommer will sich nicht niederlassen hier in diesem Jahr. In Allem liegen Vorteile. Das Göttliche führt uns dort hin, wo wir heller leuchten können, auch wenn das manchmal unseren Bestrebungen widerspricht, den Bestrebungen des Egos, den wir folgen wollen. Doch das bleibt uns meistens unbewusst und daher fühlen wir uns dann geärgert. Schlecht ist der fehlende Sommer für alle Touristen, die nur drei oder vier Wochen frei haben, um für den Rest des Jahres auftanken zu können. Endlich können sie einmal ihre Tage so gestalten, wie sie es sich wünschen. Dann regnet es und die kühle Luft lädt nicht zum Baden ein…

Ich werde heute mit der Küchentür beginnen, was ein schwieriges Unterfangen ist. Dazu eignet sich kühles Wetter. Das für die Tür vorgesehene Loch in der Wand wird durch Natursteinmauern begrenzt, die uneben sind und keine gerade Linie zeigen. Überdies gibt es keinen rechten Winkel zwischen Boden und Wänden. Die Aufgabe fordert mich in all meiner Schöpferkraft, denn die Tür muss ich auch selbst zimmern. Eine passende ist nicht im Baumarkt zu finden, wo alle Dinge genormt sind und…sie wäre mir zu teuer und…zu hässlich.

Meine Zahnschmerzen, die ich bis gestern hatte, sind fast vergangen, sie haben es aufgegeben, sich in den Vordergrund zu drängen. Was uns nicht schmerzt, fällt selten in den Mittelpunkt unserer Aufmerksamkeit. Meldet sich dann ein Organ, ein Gelenk oder ein anderer Körperteil mit Schmerzen, hören wir nicht mehr auf an ihn zu denken. So soll es sein, denn dieser Teil will sich uns zu denken geben. Wir sollen einer Sache auf den Grund gehen, einem Verhalten, einer Einstellung und Lebensweise. Wir sollen uns endlich mit etwas beschäftigen, das wir lange Zeit nicht wahr haben wollten, ein Problem erkennen.

Seit Tagen bemerke ich den veränderten Zustand in meiner linken Gesichtshälfte. Noch waren es nicht wirkliche Schmerzen, sondern eher ein unangenehmer Spannungszustand, den ich zu übersehen suchte. Ich beschäftigte mich anderweitig. Schließlich folgt die Energie der Aufmerksamkeit. So würde es sich von selber geben…dachte ich. In vielen Fällen hat sich dies schon als richtig erwiesen. Diesmal aber nicht. Diesmal war eine andere Herangehensweise gefragt. Langsam begriff ich es, denn schließlich drängte sich der Schmerz in den Vordergrund und schrie: Hier bin ich! Kümmere dich um mich!

Zum Arzt gehe ich nie, was nicht heißt, dass ich es in extremen Fällen nicht auch tun würde. Verantwortlich für alles, was mich betrifft, bin ich selber. Das gilt auch für unangenehme Zahnschmerzen. Den Ort des Entstehens konnte ich nicht ausmachen, vielmehr schien es die ganze Backe einschließlich der Drüsen auf der linken Seite zu betreffen. Also konsultiere ich mein dickstes Kräuterbuch und finde folgende Pflanzen in meinem Umfeld, die ich nutzen kann:

Täglich drei Salbeiblätter zerkauen steht dort. Salbeiblätter stärken das Zahnfleisch und wirken gegen Entzündungen. Außerdem stärken sie die Widerstandskraft und verringern Ansteckungsgefahr. Also schaden kann das nicht. Aus anderer Quelle wurde mir gesagt, dass mehr als fünf Salbeiblätter täglich giftig wirken. Ich spucke also die zerkauten Blätter und auch den Saft nach gründlicher Mundspülung immer aus.

1 – 2 Nelken etwas angekaut in die Backe gesteckt, wirken desinfizierend und schmerzlindernd.

Zwei Tassen Tee aus Nussbaumblättern als Mundspülung und getrunken wirken sich günstig auf alle Schleimhäute aus. Außerdem wirkt Nussbaumblättertee stark blutreinigend, blutverbessernd und blutbildend. „Walnuss ist die 33. Bachblüte. Sie ist die Pflanze der Geburt. Man braucht sie, wenn es Veränderungen im Leben gibt, sei es ein Berufswechsel, eine Heirat, ein Abschied, ein Umzug.“

Kohl! Eine der fast vergessenen Heil-Pflanzen, die sich günstig auf viele Leiden auswirken und sogar gegen Krebs unterstützend wirken kann. Es wird im Buch als giftausleitendes Hausmittel beschrieben. „Entzündliche Herde in allen Teilen des Körpers werden durch  Kohlumschläge gebessert…und helfen auch bei Zahn- und Gesichtsneuralgien. “(gefunden in dem Buch „Die Kräuter in meinem Garten“ von Siegrid Hirsch und Felix Grünberger)

Ich zerkaue also nach dem Putzen der Zähne früh zwei Salbeiblätter und zutsche den Saft auch ordentlich durch die Zähne, später am Tag wiederhole ich die Prozedur. Anschließend trinke ich Nussbaumblättertee, den ich durch den Mund bewege. Dann kommen zwei Nelken an die Reihe, die ein Weilchen im Mund verbleiben, bis ich sie fast vergessen habe. Deutlich spüre ich ihre narkotisierende Wirkung. Und in jedem ruhigen Moment lege ich ein Kohlblatt auf die schmerzende Stelle. Nach einem Tag Behandlung sind die Schmerzen weg. Ich spüre nur noch so etwas wie eine Bereitschaft zum Schmerz, so dass ich die Behandlung fortsetze. Doch für jeden Schmerz gibt es eine tieferliegende Ursache. Diese gilt es zu ergründen. Ich nehme also das Buch „Krankheit als Weg zur Hand“ und lese, was ich schon weiß. Zähne symbolisieren unser Durchsetzungsvermögen und Aggressivität, Zahnfleisch gibt Auskunft über unsere Vitalität, Aggression, Urvertrauen und Selbstsicherheit. Die sich für mich ergebenden Fragen sind, wie ich mit meinen Aggressionen umgehe, wie weit ich Konflikten aus dem Weg gehe…will ich mich vielleicht nicht durchbeißen?

Heute, den 24., plagen mich die Schmerzen von neuem. Ich pflege mich jetzt, stelle alle Vorhaben zurück und hoffe auf Besserung…IMG_5962.JPG

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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13 Kommentare zu „Über Küchentüren, Zahnschmerzen und dem Bestreben des Göttlichen, uns zum Leuchten zu bringen…

  1. hab ich mit Interesse gelesen und finde es gescheit von dir, erst mal so vorzugehen. Wenn gar nichts mehr hilft, Wilhelm Busch folgen!

    Zahnschmerz

    Das Zahnweh, subjektiv genommen,
    ist ohne Zweifel unwillkommen;
    doch hat’s die gute Eigenschaft,
    daß sich dabei die Lebenskraft,
    die man nach außen oft verschwendet,
    auf einen Punkt nach innen wendet
    und hier energisch konzentriert.
    Kaum wird der erste Stich verspürt,
    kaum fühlt man das bekannte Bohren,
    das Zucken, Rucken und Rumoren,
    und aus ist’s mit der Weltgeschichte,
    vergessen sind die Kursberichte,
    die Steuern und das Einmaleins,
    kurz, jede Form gewohnten Seins,
    die sonst real erscheint und wichtig,
    wird plötzlich wesenlos und nichtig.
    Ja, selbst die alte Liebe rostet,
    man weiß nicht, was die Butter kostet,
    denn einzig in der engen Höhle
    des Backenzahnes weilt die Seele,
    und unter Toben und Gesaus
    reift der Entschluß: Er muß heraus!

    Gefällt 2 Personen

  2. also ich lebe frei nach dem Motto, was raus ist kann nicht mehr weh tun! Davon abgesehen, gebe ich immer mal wieder einen Teil von mir ab. dann ists am Ende vielleicht nicht ganz so heftig! Aber ich bin da kein Maßstab, jede geht den für sie passenden Weg! lg und baldige gute Besserung!

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    1. …ein gutes Motto, finde ich, bei mir ist es leider so, dass Betäubungsspritzen nicht betäuben, bei der letzten größeren Zahnbehandlung brauchte der Arzt 7 Spritzen, wo normalerweise eine hätte reichen sollen, damit ich überhaupt etwas von Betäubung spüre…und jede Behandlung bringt mich drei tage mit hohem Fieber ins Bett…so hoffe ich, es irgendwie ohne Arzt erledigen zu können…
      Danke für die guten Wünsche!

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  3. Naaja, deinen Umgang mit Leiden kann ich gut nachvollziehen, und … wenn es nervig wird, besinne ich mich auch der erlernten Hausmittelchen, jedoch nur solcher, die meine Oma schon nutzte und Familientradition sind, aber irgendwann muss ich mich leider dann doch geschlagen geben und mich der bewährten Schulmedizin überantworten, und bisher hat sie, die Schulmedizin, dann erfreulicher Weise auch die erhoffte Linderung gebracht.
    Ich wünsche dir gute Besserung und dann auch einen guten Wirkungsgrad bezüglich deiner Küchentür, bewundernswert, was du dich traust.

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    1. …ich werde nicht die Heldin spielen und mich auch der Schulmedizin anvertrauen, sollte nichts Erfolg haben, klar…und das mit der Tür macht mir vor allem Spaß, ich freue mich dann an meinem eigenen Werk, wenn es vollbracht ist, ist jetzt aber erst mal auf „Eis“ gelegt…übrigens sind die Schmerzen jetzt erst einmal wieder weg…
      Danke für die guten Wünsche!

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  4. Ich hätte da noch einen Tipp auf halbem Weg zwischen Kräuter und Zahnarzt:
    H2O2 – einen Schuss in ein bisschen Wasser geben und dann kräftig durch die Zähne ziehn
    Deutsche Zahnärzte schreien „bloß nicht!“
    Die Spanier behandeln fast alles mit H2O2 so wie mein Oppa alles mit Leukoplast repariert hat 😉
    Wünsche dir baldige Genesung
    und kann mir dann doch nicht verkneifen zu sagen:
    wenn’s in ein, zwei Tagen nicht besser wird… vielleicht doch in den sauren dentiste-Apfel beißen….

    Hab dich lieb ❤

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    1. Danke für den Tipp, ich werde mich um 9 gleich zur Apotheke begeben und nach dem Mittelchen fragen…obwohl die Schmerzen nun erst einmal wieder weg sind…

      …klar gehe ich zum Arzt, wird es nicht besser, ich neige nicht zum Masochismus, nur its das erfahrungsgemäß auch nicht einfach, die letzte Zahnbehandlung ging mit sieben Betäubungspritzen einher, damit ich überhaupt so etwas wie eine Betäubung spürte und dann war ich anschließend mit hohem Fieber krank geschrieben, wo der Arzt gesagt hatte, es ist gleich alles wieder gut…solche Erfahrungen lassen einen vor solchen Schritten zurückschrecken…

      Schwesterchen, ich find`Dich klasse!

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