…ich baue mir eine Tür…

…hier sieht man den Rahmen und die Anfänge der Tür selbst. Bisher hat alles sehr gut geklappt. Alle Schrauben sind noch nicht ganz fest gezogen, zuerst will ich schauen, ob die Konstruktion auch wirklich funktioniert. Jetzt benötige ich erst einmal wieder Holz, um den Rahmen fertig zu stellen und die Flächen zu füllen…

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…Glück ist der Sinn des Lebens…

„Als Geistwesen bist du ein Teil des unendlichen Bewusstseins und der unendlichen Weisheit. Als ein Teil von ihr bist du eine ewige wachsende Kraft. Sie kann nur zu-, nie abnehmen und hat, aus dem Abgrund der Zeiten kommend, sich ewig steigernd, deine Intelligenz zu ihrem heutigen Standard aufgebaut. Jedes deiner Leben hat unbewusst etwas an Kraft hinzugebracht. Jedes geistige Ringen, sei es gegen Schmerz, gegen Laster, Ringen um eine Fertigkeit, ein Geschick, ein Wissen, eine Kunst – Ringen mit dir selbst aus Unzufriedenheit, in Erkenntnis deiner Mängel – das alles war ein Vorwärtstreibendes – hinein zu steigender Macht, hinauf zu relativer Vollendung deiner Selbst, und durch Vollendung zum Glück – denn Glück ist der Sinn des Lebens.“

(aus „Unfug des Lebens und des Sterbens“ von Prentice Mulford)

Garten Juli 2016

…hier ein Foto von meinem Garten, wie er zur Zeit aussieht…die Blumen sind auf der rechten Seite, also hier nicht zu sehen…die Tomatenpflanzen im Vordergrund haben mich in ihrem Wachtum nun überholt, sie sind größer als ich und werden noch weiter wachsen, was wieder schwierig sein wird, da die Haltestäbe nun nicht mehr reichen. In manchen Jahren erntete ich die oberen Tomaten, in dem ich auf einen Stuhl stieg und dann später fielen die Tomatenpflanzen einfach um, sie wurden zu groß und schwer…gut zu sehen ist auch, dass sie schon schöne große Früchte tragen…

…an die erste blühende Sonnenblume kann ich nicht herranreichen, sie wird zwischen 2,5 und 3 Meter haben, weiter rechts im Bild steht eine zweite, die noch nicht blüht…jedes Jahr gedeihen die Sonnenblumen prächtig, vielleicht sollte ich sie bevorzugt anbauen zusammen mit Tomaten…

…es ist gut zu sehen, denke ich, dass im Garten Unkraut und Gemüse friedlich zusammen wachsen…ich sorge dafür, dass die Kulturpflanzen nicht überwuchert werden und sie sich gut entwickeln, lasse aber so weit es nicht stört, jede wachsende Pflanze einfach wachsen…so kann man hier auch gut die Karde erkennen, die nun ebenfalls in Blüte steht und von vielen Insekten besucht wird…

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(…und noch ein Nachtrag zum gestrigen Eintrag: …heute sind die Schmerzen wieder verflogen…ich gebe acht auf mich, auf genügend Freude und Entspannung…und habe mir in der Apotheke H2O2 besorgt, ein altes fast vergessenes Hausmittel, deren Anwendung ich jetzt erst einmal studiere…)

Über Küchentüren, Zahnschmerzen und dem Bestreben des Göttlichen, uns zum Leuchten zu bringen…

23. Juli 2016, Garten

Es ist locker bewölkt, kühl und windig. Gut zum Arbeiten, weniger gut für die Touristen. Der Sommer will sich nicht niederlassen hier in diesem Jahr. In Allem liegen Vorteile. Das Göttliche führt uns dort hin, wo wir heller leuchten können, auch wenn das manchmal unseren Bestrebungen widerspricht, den Bestrebungen des Egos, den wir folgen wollen. Doch das bleibt uns meistens unbewusst und daher fühlen wir uns dann geärgert. Schlecht ist der fehlende Sommer für alle Touristen, die nur drei oder vier Wochen frei haben, um für den Rest des Jahres auftanken zu können. Endlich können sie einmal ihre Tage so gestalten, wie sie es sich wünschen. Dann regnet es und die kühle Luft lädt nicht zum Baden ein…

Ich werde heute mit der Küchentür beginnen, was ein schwieriges Unterfangen ist. Dazu eignet sich kühles Wetter. Das für die Tür vorgesehene Loch in der Wand wird durch Natursteinmauern begrenzt, die uneben sind und keine gerade Linie zeigen. Überdies gibt es keinen rechten Winkel zwischen Boden und Wänden. Die Aufgabe fordert mich in all meiner Schöpferkraft, denn die Tür muss ich auch selbst zimmern. Eine passende ist nicht im Baumarkt zu finden, wo alle Dinge genormt sind und…sie wäre mir zu teuer und…zu hässlich.

Meine Zahnschmerzen, die ich bis gestern hatte, sind fast vergangen, sie haben es aufgegeben, sich in den Vordergrund zu drängen. Was uns nicht schmerzt, fällt selten in den Mittelpunkt unserer Aufmerksamkeit. Meldet sich dann ein Organ, ein Gelenk oder ein anderer Körperteil mit Schmerzen, hören wir nicht mehr auf an ihn zu denken. So soll es sein, denn dieser Teil will sich uns zu denken geben. Wir sollen einer Sache auf den Grund gehen, einem Verhalten, einer Einstellung und Lebensweise. Wir sollen uns endlich mit etwas beschäftigen, das wir lange Zeit nicht wahr haben wollten, ein Problem erkennen.

Seit Tagen bemerke ich den veränderten Zustand in meiner linken Gesichtshälfte. Noch waren es nicht wirkliche Schmerzen, sondern eher ein unangenehmer Spannungszustand, den ich zu übersehen suchte. Ich beschäftigte mich anderweitig. Schließlich folgt die Energie der Aufmerksamkeit. So würde es sich von selber geben…dachte ich. In vielen Fällen hat sich dies schon als richtig erwiesen. Diesmal aber nicht. Diesmal war eine andere Herangehensweise gefragt. Langsam begriff ich es, denn schließlich drängte sich der Schmerz in den Vordergrund und schrie: Hier bin ich! Kümmere dich um mich!

Zum Arzt gehe ich nie, was nicht heißt, dass ich es in extremen Fällen nicht auch tun würde. Verantwortlich für alles, was mich betrifft, bin ich selber. Das gilt auch für unangenehme Zahnschmerzen. Den Ort des Entstehens konnte ich nicht ausmachen, vielmehr schien es die ganze Backe einschließlich der Drüsen auf der linken Seite zu betreffen. Also konsultiere ich mein dickstes Kräuterbuch und finde folgende Pflanzen in meinem Umfeld, die ich nutzen kann:

Täglich drei Salbeiblätter zerkauen steht dort. Salbeiblätter stärken das Zahnfleisch und wirken gegen Entzündungen. Außerdem stärken sie die Widerstandskraft und verringern Ansteckungsgefahr. Also schaden kann das nicht. Aus anderer Quelle wurde mir gesagt, dass mehr als fünf Salbeiblätter täglich giftig wirken. Ich spucke also die zerkauten Blätter und auch den Saft nach gründlicher Mundspülung immer aus.

1 – 2 Nelken etwas angekaut in die Backe gesteckt, wirken desinfizierend und schmerzlindernd.

Zwei Tassen Tee aus Nussbaumblättern als Mundspülung und getrunken wirken sich günstig auf alle Schleimhäute aus. Außerdem wirkt Nussbaumblättertee stark blutreinigend, blutverbessernd und blutbildend. „Walnuss ist die 33. Bachblüte. Sie ist die Pflanze der Geburt. Man braucht sie, wenn es Veränderungen im Leben gibt, sei es ein Berufswechsel, eine Heirat, ein Abschied, ein Umzug.“

Kohl! Eine der fast vergessenen Heil-Pflanzen, die sich günstig auf viele Leiden auswirken und sogar gegen Krebs unterstützend wirken kann. Es wird im Buch als giftausleitendes Hausmittel beschrieben. „Entzündliche Herde in allen Teilen des Körpers werden durch  Kohlumschläge gebessert…und helfen auch bei Zahn- und Gesichtsneuralgien. “(gefunden in dem Buch „Die Kräuter in meinem Garten“ von Siegrid Hirsch und Felix Grünberger)

Ich zerkaue also nach dem Putzen der Zähne früh zwei Salbeiblätter und zutsche den Saft auch ordentlich durch die Zähne, später am Tag wiederhole ich die Prozedur. Anschließend trinke ich Nussbaumblättertee, den ich durch den Mund bewege. Dann kommen zwei Nelken an die Reihe, die ein Weilchen im Mund verbleiben, bis ich sie fast vergessen habe. Deutlich spüre ich ihre narkotisierende Wirkung. Und in jedem ruhigen Moment lege ich ein Kohlblatt auf die schmerzende Stelle. Nach einem Tag Behandlung sind die Schmerzen weg. Ich spüre nur noch so etwas wie eine Bereitschaft zum Schmerz, so dass ich die Behandlung fortsetze. Doch für jeden Schmerz gibt es eine tieferliegende Ursache. Diese gilt es zu ergründen. Ich nehme also das Buch „Krankheit als Weg zur Hand“ und lese, was ich schon weiß. Zähne symbolisieren unser Durchsetzungsvermögen und Aggressivität, Zahnfleisch gibt Auskunft über unsere Vitalität, Aggression, Urvertrauen und Selbstsicherheit. Die sich für mich ergebenden Fragen sind, wie ich mit meinen Aggressionen umgehe, wie weit ich Konflikten aus dem Weg gehe…will ich mich vielleicht nicht durchbeißen?

Heute, den 24., plagen mich die Schmerzen von neuem. Ich pflege mich jetzt, stelle alle Vorhaben zurück und hoffe auf Besserung…IMG_5962.JPG

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Apeiron und die Beschaffenheit von Realität

…ein hervorragender Vortrag von Dieter Broers fasst in aller Kürze Erkentnisse der sogenannten modernen Physik zusammen und vermittelt ein erstaunliches Weltbild:

„Nicht die sichtbare, aber die vergängliche Materie ist das Reale, Wahre, Wirkliche – denn die Materie bestünde ohne den Geist überhaupt nicht -, sondern der unsichtbare, unsterbliche Geist ist das Wahre!“ (Max Planck)

„Es gibt keine Materie.“ (Hans-Peter Dürr)

„Das, was wir als Materie bezeichnen, unterliegt einem Wirkprozess, der von den geistigen Dimensionen gesteuert wird. Von der Entstehung bis zur Steuerung der materiellen Welt entspringt alles den geistigen Dimensionen.“ (Burkhard Heim)

Es regnet

…es regnet nicht wirklich, doch ich möchte hier einen Text reinstellen, der zu meinen ersten gelungenen Texten gehört und dieser heißt „Es regnet“… obwohl es auch in diesem Text erst einmal nicht regnet…

Es regnet

Es ist, wie wenn langsames Rauschen leise verebbt, sich in sich selbst noch kräuselnd in sich rollt. Stille ruht. Wind hat aufgehört zu sein, Regen schon lang, so dass kaum noch etwas daran erinnert.
Gelbes Gras knistert, wenn meine Füße es betreten, zerbricht wie feines Glas in dünne Splitter, die die Füße kitzeln und die Haut meiner Waden ritzen.  Disteln, grau verdorrt, stechen stachlig in die Luft, die zitternd das Land bedeckt. Ich meide sie und setze meine Füße vorsichtig auf Erdinseln, die abgebrochen im Grasland treiben, auseinandergerissen und voneinander getrennt durch dunkle Erdspalten, in denen sich träge Wärme staut, hinabsinkt,  bis sie sich tief im Erdinneren auf  Magma legt.
Gottesanbeterinnen  verharren wie braun geröstet, ihre Vorderfüße zum Gebet gefaltet, den Kopf schielend zur Seite gesenkt. Auch sie sind auf sich beschränkt und ihrem Schicksal voll ergeben, so wie nichts mehr aufbegehrt.
Vertrocknete Brombeeren kleben im Gesträuch, Hagebuttenhüllen leuchten rot, den Pilzen fehlt die Feuchte, sie stauben. Ich zerdrücke Beeren, in denen die Süße des Weines sitzt, mit der Zunge und spucke Schale und Kerne aus. Sie fallen hart auf die Erde.

Der Sommer weigert sich zu gehen. Erschöpft hat er Sträucher, Wiesenblumen, Gras und Beeren. Trocken welken sie dahin. Es fehlt ihnen die üppige Fülle überreifer Früchte. Durst hat sie schmal gemacht und widerstandslos, sie rascheln und brechen.
Nur früh, wenn Tau die Spitzen benetzt und auf den Weben der Spinnen sich Glitzerperlen reihen, duftet es feucht. Es seufzen die Halme sehnsuchtsvoll. Regungslos stehen die mächtigen Bäume, deren Wurzeln in der Tiefe noch an Wasser reichen, doch müde stöhnen auch sie. Der alles in den Regen taucht lässt auf sich warten. Äste hängen schwer vom Eichelgewicht, das sie nach unten biegt. Kastanien rollen auf den Weg und wollen Schweine fett machen. Quellen trockneten vor Wochen schon aus, Bäche laufen nicht mehr, Steine hüten den Staub in den Flussbetten.
Jede Äußerung in Zeit und Raum ist verstummt, wie hinter einer gelblichen Dunstglasscheibe scheinen Flussbett und Landschaft zu liegen, ich mich selber zu bewegen im mattigen Schein des trüben Lichtes. Gleich auch werde ich einhalten, um mich ihnen anzupassen, die Starre um mich nicht zu stören und keine Aufmerksamkeit zu erregen.
Da beginnt es. Da bedeckt sich der Himmel mit einer dunklen Decke. Wolken ziehen heran. Blätter und Halme beginnen zu hoffen und der erste Tropfen fällt. Es zischt. Tropfen auf Tropfen erreicht die Erde, Steine, gelbes Gras und Baumblätter. Sie weichen den Staub und bilden eine weiche Schmiere. Rinnsale, dann Bäche brechen sich ihre Bahn in den alten Betten, graue Blätter werden wieder grün. Nun können sie sich füllen und pralle Früchte reifen. Nun ist es nicht mehr zu spät.

Ein Mädchen läuft barfuß durch den Regen. Ihre Füße sinken zwischen Grasbüschel in den weichen Boden. Alles an ihr ist nass, läuft hinab und tropft. Ihr Kleid klebt faltig wie eine durchsichtige Haut auf ihrem Körper, das Haar mischt sich dazwischen. Langsam kommt sie auf mich zu und lächelt durch das Fließen des Wassers hindurch. „Es regnet“, sagt sie.