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Eigentlich wollte ich darüber schreiben, weshalb ich so unlustig bin, mich hier derzeit zu äußern…um meine Abwesenheit zu entschuldigen. Doch dann fiel mir ein, dass es viel besser ist, die Gründe zu nennen, derwegen ich mich außerhalb des Netzes bewege. Hier also geht es los:

Nachdem die Gartenbestellung in der ersten Junihälfte ihren Höhepunkt erreichte, sah sie wie jedes Jahr Mitte Juni ihrem Ende entgegen, worauf sich das Verlangen nach Beetbestellung abrundete. Wie aus heiterem Himmel, von dem dies Jahr wenig sichtbar ist, fällt um diese Zeit das Bestreben den Boden zu bearbeiten in sich zusammen. Ich sehe da einen Zusammenhang mit der Entwicklung innerhalb der Natur. Was jetzt noch nicht in den Boden gebracht wurde, wird auch nicht mehr den Weg in die Erde finden. Die Arbeiten beschränken sich auf das Pflegen der Pflanzen, Entunkrauten und Gießen. Spätere kleinere Saaten wie Spinat und Feldsalat ausgenommen.
Ich kann mich gemächlich zurücklehnen, den Rücken endlich strecken und meinen Blick über das wachsende Gemüse schweifen lassen. Kopf, Körper und Seele werden frei für anderes. Ich sitze also da und lausche den Vögeln, inbesondere den Nachtigallen, die in meiner Umgebung dabei sind, ihren Gesang zu vervollkommnen und noch gar nicht daran denken, ihre Arien zu reduzieren. Wie erfreulich! Wie gut auch, dass die Amseln noch nicht über alle roten Johannisbeeren hergefallen sind. So kann ich einmal in den Genuss von reifen, roten Johannisbeeren kommen. Sie werden mein Konfitürensortiment bereichern, das sonst nur aus Stachelbeeren und schwarzen Johannisbeeren besteht, denn diese werden von den Vögeln nicht gefunden.
Häufiger auch überkommt mich das Verlangen nach Stift und Papier zu greifen und zu zeichnen. Mal schauen, ob es anhält.
Ansonsten übe ich mich konsequent erfolglos im Anhalten meiner Gedanken. Wer weiß, vielleicht fällt mir der Erfolg eines Tages einfach so in den Schoß.
Auch die anderen Übungen werden fortgesetzt, wie Ölziehen, Putzen der Zähne mit gesättigter Salzlösung, Waschen der Haare mit Ei. Dies übrigens entwickelt sich zu einem glücklichen Experiment, denn immer mehr scheinen sich die Haare nebst Kopfhaut eines ürprünglich angelegten Verhaltens zu besinnen. Die Haare fetten kaum, sie fallen weich und wirken fülliger denn je. Inzwischen wasche ich sie, um den Staub daraus zu entfernen und nicht mehr, weil sie unansehnlich wirken.
Infolge dieses Erfolges habe ich auch Duschgel aus dem Pflegesortiment gestrichen. Es bleibt natürliche Seife für schmutzige Hände und Füße, was unbedingt nötig ist, da ich viel barfuß laufe. Ansonsten genügt sauberes Wasser. Allerdings, ich habe noch nie besonders starken Körpergeruch gehabt und schwitze erst bei Temperaturen jenseits der 35° im Schatten und das auch nur, wenn ich körperlich arbeite. Sicherlich ist es nicht für jeden angeraten und praktizierbar, sich ohne Shampoo und Gel zu waschen.
Was den Minimalismus betrifft…alle entbehrlichen und gut erhaltenen Bücher sind verkauft. Hier befinden sich jetzt noch Bett, Schrank, Tisch, mehr Stühle als für mich allein nötig, zwei Regale, von denen eines fast leer ist. Meine Kleidung kann weiter reduziert werden, nur, solange es mir schwer fällt, mich zwischen mehreren Lieblingsstücken zu entscheiden, bleiben alle im Sortiment. Nichts soll bereut werden. In der Langsamkeit liegt die Kraft, so sie mit Besonnenheit einhergeht.

Bitte seht dies als Lage- und Zustandsbericht. Kurz dachte ich auch daran, meine Internetaktivitäten einzustellen. Doch bevor es mich reut, will ich es gründlich überdenken. Und, eigentlich hatte ich diesen Blog unter dem Namen „TeggyTiggs“ ins Leben gerufen, um mich selber zu disziplinieren auf meinem Weg…der endlich, eigentlich (zum dritten Mal „eigentlich“) zum Rekapitulieren führen soll…
Mal schauen was kommt.

Ich wünsche Euch allen eine gute Zeit!