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Mit Beginn der Morgendämmerung werde ich wach. Die Vögel verabreden sich täglich neu, den Sonnenaufgang zu besingen. Sie jubilieren, als wollten sie sich gegenseitig übertreffen, als könnten sie durch ihr Singen die Sonne herbeirufen. Wer weiß das schon, vielleicht tun sie es ja. Vielleicht stünde die Erde plötzlich still, hörte auf sich zu drehen, würden die Vögel die Sonne nicht begrüßen. Das Lied der Erde selber soll wie Vogelgesang klingen und vielleicht singen Vögel, weil sie in das Lied der Erde einstimmen. …und dann ist sie da. Mit starkem Glühen schiebt Majestät sich über den Erdrand in die Höhe und schickt ihre roten Strahlen durch das feuchte Grün.

Allein gehe ich im Wald dahin und betrachte die sonnigen Flecken, wie sie von den Baumwipfeln heruntersinken und sich langsam dem Boden nähern. Blühendes Gras scheint flaumig weich zu sein. Ohne Wind schwanken nur vereinzelt Halme im Wiesenmeer. Feine Wölkchen treiben gemächlich am Himmel dahin. Gras, Vögel, ein kleiner Schmetterling, der durch Brombeergebüsch taumelt, Fliegen und Bienen…alle gehen ihren Beschäftigungen nach. Ich gehe zurück, versorge die Tiere und mache mir ein Feuer für den Morgenkaffee.

Während ich den Kaffee trinke, sitzt meine Lieblingskatze auf meinem Schoß und will gestreichelt werden. Frau Hornisse inspiziert meine Küche, findet alles rechtens und brummt zufrieden davon. Wir kennen uns seit Jahren und führen eine harmonische Nachbarschaft.