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…auf MICH!

Es scheint nicht üblich zu sein, auf sich selber stolz zu sein, vielmehr werden wir zu Bescheidenheit angehalten, zu Selbstkritik und dazu, es endlich besser zu machen, so, wie die Erfolgreicheren eben. Dabei wird Erfolg meistens mit beruflichem Erfolg gleichgesetzt und natürlich damit, mehr zu verdienen als andere. Doch darauf kommt es nicht an im Leben. Was nutzt all das uns einsuggerierte und erfolgreiche Erfolgsstreben, wenn wir uns ausgelaugt und krank fühlen, einsam und unglücklich? Irgendwie scheint mir „Erfolg“ etwas mit „folgsam“ zu tun zu haben. Nur einem folgsamen Menschen scheint es vergönnt – von einigen undisziplinierten Künstlern und Musikern mal abgesehen – zu Ruhm, Ehre und Geld zu gelangen. Doch wer folgsam ist, lebt in weiten Teilen das Leben der Anderen und diese schränken ihn ein, um von seiner Energie zu profitieren. So kann es manchmal richtig sein, sich nicht folgsam durch das Leben zu bewegen.

Das Ziel eines jeden Lebens sollte es sein, sich zufrieden und glücklich zu fühlen. Heute fühle ich mich heil! Es war ein langer Weg, ein mühsamer Weg, der durch viele Täler hindurchführte, aber auch über ebensoviele Berge und nicht gesellschaftskonform verlief. Meine Eltern wurden beide durch den Krieg geschädigt, mein Vater als Kindersoldat an der Ostfront, meine Mutter als Kind unter dem vierjährigen Bombenhagel in Berlin. Sie schlugen mich und er vergewaltigte mich. Sie konnten es nicht besser machen, als sie es taten, entsprechend ihrer Erlebnisse, entsprechend ihrer charakterlichen Schwächen. Für mich war es schrecklich, aber ich überlebte die Kindheit, überlebte spätere Selbstmordversuche und Alkoholismus.

Meine Abspaltung von der Gesellschaft und die Übersiedelung in den Wald waren sicherlich das heilsamste Geschehen. Die Natur und die Einsamkeit heilten viele Wunden. Die Stille bringt in Harmonie und richtet, was verletzt wurde, mit der Zeit. Heute lebe ich in meinem Paradies, innen wie außen. Mein Garten wächst und blüht so üppig wie noch nie und ich fühle mich reich. Ich bin dem Leben und mir dankbar, aber auch den Freunden, die mich unterstützten und halfen, dieses Ziel zu erreichen. Depressive Phasen verschwanden langsam und heute fühle ich mich stabil und zufrieden. Ich fühle mich, als hätte ich ein Ziel erreicht, das Ziel ein heiler Mensch zu sein.

(…über meinen Ausstieg und einen wichtigen Teil meines Werdeganges schreibe ich in meinem Buch; https://www.amazon.de/Weggehen-%C3%9Cber-meinen-Ausstieg-Gesellschaft-ebook/dp/B00QB7BG68/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1464841113&sr=1-1&keywords=heidi+prohl)