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„Du kannst dich nicht hingeben? Du bist verspannt, nervös oder zu sehr auf deine Ziele fixiert? Du hängst fest in deinen Gedanken und merkst, dass ein Loslassen dir momentan nicht möglich ist?

Das ist ja wunderbar! Dann sind das genau die Gefühle, denen du dich jetzt hingibst. Sage: „Gut, dass ich mich nicht fallen lassen kann. Gut, dass meine Gedanken kreisen. Gut, dass meine Schultern verspannt sind. Gut, dass ich das extrem nervig finde.“ Und fühle das kleine Wunder, das unmittelbar dank deiner Ehrlichkeit geschieht.

In dieser Hingabe lösen sich der selbsterzeugte Druck und der Irrglaube, etwas verändern zu müssen. Wir durchbrechen die Mauer, die wir gezogen haben, als ein Teil von uns Leistungsdruck erzeugte, unter dem ein anderer Teil zu leiden begann.

Wir alle haben die Enttäuschung erfahren, wenn das Erzielte nicht dem Erhofften entsprach. Unsere Erwartung verdeckt die Wahrnehmung und Beschaffenheit der Dinge. Sie trübt den Augenblick und seine lupenreine Präzision. Du möchtest sein dürfen, wie du bist, angenommen und geliebt in all deinen gesprenkelten Facetten; genauso will dieser Brilliant des Augenblicks geliebt und angenommen sein. Und was zuvor der Anlass war, ihn als befleckt zu verwerfen, ist jetzt ein Zeichen seiner „makelvollen Perfektion“.

Geben wir uns dem Augenblick hin, mit all seinen Makeln und all unseren Schwächen, verschmelzen wir mit ihm. Hingabe und Achtsamkeit werden eins. Wir kehren zu einer Verbundenheit mit der Welt zurück, die viele nur noch aus der Kindheit kennen. Wir sinken gleichsam auf uns selbst zurück…Dann sind wir glücklich, im Hier und Jetzt. Unvollkommen im Unvollkommenen und dadurch in makelvoller Perfektion.“

(aus „Heile dich selbst“ von Hartmut Lohmann)