Das ist ja wunderbar!

„Du kannst dich nicht hingeben? Du bist verspannt, nervös oder zu sehr auf deine Ziele fixiert? Du hängst fest in deinen Gedanken und merkst, dass ein Loslassen dir momentan nicht möglich ist?

Das ist ja wunderbar! Dann sind das genau die Gefühle, denen du dich jetzt hingibst. Sage: „Gut, dass ich mich nicht fallen lassen kann. Gut, dass meine Gedanken kreisen. Gut, dass meine Schultern verspannt sind. Gut, dass ich das extrem nervig finde.“ Und fühle das kleine Wunder, das unmittelbar dank deiner Ehrlichkeit geschieht.

In dieser Hingabe lösen sich der selbsterzeugte Druck und der Irrglaube, etwas verändern zu müssen. Wir durchbrechen die Mauer, die wir gezogen haben, als ein Teil von uns Leistungsdruck erzeugte, unter dem ein anderer Teil zu leiden begann.

Wir alle haben die Enttäuschung erfahren, wenn das Erzielte nicht dem Erhofften entsprach. Unsere Erwartung verdeckt die Wahrnehmung und Beschaffenheit der Dinge. Sie trübt den Augenblick und seine lupenreine Präzision. Du möchtest sein dürfen, wie du bist, angenommen und geliebt in all deinen gesprenkelten Facetten; genauso will dieser Brilliant des Augenblicks geliebt und angenommen sein. Und was zuvor der Anlass war, ihn als befleckt zu verwerfen, ist jetzt ein Zeichen seiner „makelvollen Perfektion“.

Geben wir uns dem Augenblick hin, mit all seinen Makeln und all unseren Schwächen, verschmelzen wir mit ihm. Hingabe und Achtsamkeit werden eins. Wir kehren zu einer Verbundenheit mit der Welt zurück, die viele nur noch aus der Kindheit kennen. Wir sinken gleichsam auf uns selbst zurück…Dann sind wir glücklich, im Hier und Jetzt. Unvollkommen im Unvollkommenen und dadurch in makelvoller Perfektion.“

(aus „Heile dich selbst“ von Hartmut Lohmann)

 

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13 Kommentare zu „Das ist ja wunderbar!

  1. Danke für die klare und liebevolle ErINnerung!
    Diese bedingungslose Akzeptanz ALL unserer Gefühle – ist sie es doch , die wir im INnersten ersehen und uns durch ein „Ja…“ oder“gut…“ oder „okay…“ selbst vermitteln können.
    Die Herausforderung für mich besteht darin, daran in mir unangenehm erscheinenden GEfühlen überhaupt zu denken.
    Mal klappt es, mal nicht …
    Ja, okay… gut, es klappt manchmal… vielleicht immer öfter… 😉
    Vielen Dank für die kraftvolle ErINnerung.
    HerzLichte Grüße schickt dir MarINa

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    1. …das verstehe ich, mir begegnen auch schlechte Gefühle und es fällt mir selbst längst nicht immer auf…da bin ich noch zu sehr in alten Gewohnheiten verstrickt…aber lernen wir nicht immer besser, damit umzugehen?

      liebe Grüße
      TeggyTiggs

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      1. Ja, ich will üben, immer wieder ins Bewusstsein zu rücken, was die alten gewohnten Muster erstmal wieder in Vergessenheit geraten lassen wollen… 😉
        Heute ist mir mal wieder klar geworden, dass hinter unangenehmen Gefühlen ja fast immer nicht erfüllte oder gar wahrgenommene Bedürfnisse stehen, und dass ich mich demnächst, wenn ich mich irgendwie schmerzlich berührt fühle, fragen will: „Welches unerfüllte Bedürfnis schläft hinter diesem unangenehmen Gefühl?“
        und „Wie kann ich mir selbst dieses Bedürfnis erfüllen? – und sei es auch nur in der inneren Welt“.
        Und das soweit es mir möglich ist dann auch tun ❤
        Dafür lohnt es sich ja, Fantasie zu entwickeln!
        Manchmal hilft mir dabei eine ausgedachte Geschichte…
        Ich hoffe nur, in jenem Moment denke ich dann noch dran 😉
        Sei herzlich gegrüßt von
        Marina

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      2. …ich finde es schwierig…zumindest bei mir selbst…zu unterscheiden zwischen den nichterfüllten Bedürfnissen aus der Vergangenheit, die sich plötzlich an die Oberfläche drängen und die gerade erlebten Schwierigkeiten verstärken…

        …sich selbst Bedürfnisse erfüllen ist eine gute Lösung, wenn das gelingt, werden die Bedürfnise auch bald von außen wahrgenommen und befriedigt, da bin ich sicher…

        liebe Grüße
        Teggy

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  2. Das Wort Akzeptanz begegnet mir immer wieder wenn es um Gefühle und Gedanken geht. Ich habe schon fleißig geübt und gemerkt, dass es dann wirklich einfacher ist loszulassen. Schlimme Gedanken und Gefühle sind nicht mehr quälend sonder einfach da, sie verschwinden schneller wenn ich sie freundlich begrüße und akzeptiere.

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  3. ich meine, es reicht zu sagen: „ja, ich bin verspannt, ja es stimmt, meine Gedanken kreisen“ etc – anerkennen was ist. Man muss es nicht loben. Denn dann kommt gleich das Gefühl: ich lüge mir was vor (und es ist nicht toll, sich was vorzulügen). ich sage einfach: „ja, ich lüge mir was vor“ – und schon bin ich frei davon. .

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