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Sonnabend, 26. März

Gegenhalb zwei werde ich wach. Hellwach. Nachdem ich mich noch einige Male im Bett gedreht habe, stehe ich auf. Die Nacht ist hell und still. Der Sturm der letzten Tage hat sich zurückgezogen. Ein noch recht voller Mond scheint über einer gleichmäßigen Wolkendecke und das Rauschen des Flusses zieht zu mir herauf. Von den Bergen her ruft eine Eule.

Die Nacht hat einen eigenen Klang. Sie ist auf ihre Art ruhig und bewegt, insichgekehrt und unerreichbar, anders als ein stiller Tag. Ich verstecke das Ticken des Weckers, das das gleichmäßige Strömen der Zeit in kleine Stücke hacken will, unter der Decke.

Dann mache ich Feuer und setze mich daneben. Es lässt die trockenen Äste zerfallen, indem es ihnen ihre Energie entlockt. Wie ein letzter Gruß ihres abgestorbenen Lebens lodern die Flammen und bringen das Kaffeewasser zum Kochen. Ich bin unendlich dankbar, für diese Nacht, für das Feuer, das zu Asche zerfallende Holz, für den Ruf der Eule durch die Stille und für den Kaffee.

Gegen vier kommt ein sanfter, kühler Wind auf, so schüchtern, als wolle er nicht stören. Ich setze mich zum Meditieren.

„…du sitzt im Garten und stellst dir einfach vor, dass du verschwindest. Betrachte einfach die Welt wie sie aussieht, wenn du nicht mehr vorhanden bist, wenn du vollkommen transparent geworden bist. Versuche einfach, eine einzige Sekunde nicht zu sein…Oder sei in der Wohnung, als wärest du nicht da…“

(Meditation von Osho, aus dem Buch „Reife – sei was du bist“ von Osho)