Die Angst zu sterben und die Angst zu leben

„Wenn die Menschen in Angst leben, ist ihr Leben nicht allzu lebendig. Angst verkrüppelt und lähmt. Angst kappt dir deine Wurzeln. Sie erlaubt dir nicht, zu deiner vollen Größe emporzuwachsen und dein vollständiges Sein zu erlangen. Sie hält die Menschen klein und spirituell unterentwickelt. Um dich zu deiner Bestimmung zu entwickeln bedarf es großen Mutes, bedarf es der Angstfreiheit – und Angstfreiheit ist eine wahrhaft religiöse Eigenschaft.

Sobald du die Grenze des Bekannten überschreitest, taucht die Angst auf, denn dort beginnt die Unwissenheit. Jetzt weißt du nicht mehr, was du zu tun oder zu lassen hast. Jetzt bist du nicht mehr so selbstsicher, denn du kannst Fehler machen und in die Irre gehen. Diese Angst hält die Menschen an das Bekannte gefesselt. Wenn aber ein Mensch nur noch am Bekannten festhält, ist er bereits gestorben.
Das wahre Leben kann nur auf gefahrvolle Weise gelebt werden. Eine andere Art zu leben gibt es nicht. Nur durch die Gefahr gelangt das Leben zu Wachstum und Reife. Man muss ein Abenteurer sein, immer bereit, das Bekannte für das Unbekannte aufs Spiel zu setzen. Und wenn du erst einmal die Freuden der Freiheit und der Angstlosigkeit gekostet hast, wirst du es nie bereuen. Dann weißt du, was es heißt, maximal zu leben….Ein einziger Augenblick von solcher Intensität bringt eine größere Erfüllung als die ganze Ewigkeit eines mittelmäßigen Lebens.“

(aus dem Buch „Angst – die Unwägbarkeiten des Lebens verstehen und annehmen“ von Osho)

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16 Kommentare zu „Die Angst zu sterben und die Angst zu leben

    1. …das ist wohl ein weites Thema…es gibt eben Ängste, die uns schützen und Ängste, die uns einengen…(das Wort „Angst“ ist ja verwandt mit „Enge“)…und dann gibt es die, die ihre Ängste durch ihren Mut überwinden, die, die ihre berechtigten Ängste nicht wahrnehmen – auch ohne Mut zu beweisen…usw.
      Ich glaube, Osho geht es um die, die sich vor lauter Angst nicht auf das Leben einlassen können und es deshalb verpassen…

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      1. das könnte sein. Schade, denn das „Vorher“ ist in der Regel viel schlimmer als das Tun. So geht es mir zumindest, wenn ich neue, aufregende Wege beschreite, denn dann bin ich mit dem Gehen beschäftigt und habe keine Zeit, mir über die vorherige Angst Gedanken zu machen – zuletzt so geschehen beim Motorsägenführerschein…

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      2. …ich habe es gesehen auf Deiner Seite…Bewunderung pur! …ich habe Angst – ja, da haben wir sie gleich – vor solchen Maschinen und rühre sie nicht an…hier ist das absolute Männersache…aber stimmt, was Du schreibst, Angst ist vorher da, beim Tun verschwindet sie, die Aufmerksamkeit vertreibt die Angst…

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      3. …ich wusste nicht, dass es so einen Führerschein gibt, vielleicht würde ich ihn sogar machen, wenn es so etwas hier gäbe…in meiner Gegend können alle Männer mit Motorsägen umgehen, das lernen sie schon als Halbwüchsige von ihren Vätern, hier machen alle ihr Holz im Wald zum Heizen im Winter…und Frau mit Motorsäge ist nicht üblich…ich kann mir aber vorstellen, das es Spaß macht, der Umgang mit Kraft gibt einem selber Energie…

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      4. für private Zwecke braucht man den auch nicht. Für mich war es eine gute Möglichkeit, fachgerecht und mit dem entsprechenden Equipment versehen, auf sichere Art, damit umgehen zu lernen, ohne gleich viel Geld für die Ausrüstung ausgeben zu müssen. Bei dem Kurs im Februar waren wir übrigens 8 Teilnehmer, davon 5 Frauen – es tut sich was 🙂

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      5. …genau, das gefällt mir, wenn mir einer der Männer hier das Handwerk beibringen würde, würde er gleichzeitig unendlich betonen und zeigen, dass Frauen das eh nicht können…und das nervt einfach…

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  1. Ich kenne beides, kontraphobisch, also genau das tun wovor ich Angst habe, eingeschlossen riskantes Verhalten, mich selber in Gefahr bringen, und den Zustand den du beschreibst vor Angst gelähmt zu sein, vor dem Leben Angst zu haben.

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  2. Angst ist aber auch ein ganz natürlicher Schutzmechanismus, die Angst, die einen warnt, die Angst, die einen Vorsicht walten lässt, die Angst, die einen vorm Absturz bewahrt.
    Ich bin eigentlich kein ängstlicher Mensch, aber ein wenig Angst, oder soll ich sagen Vorsicht, ist sicher lebensnotwendig.

    🙂

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