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Auffällig ist, dass alles Wichtige in meinem Leben drei Mal geschah. Ich studierte drei Mal, bekam drei Kinder, hatte drei Männer – nicht Liebhaber, sondern Männer – lebte in drei Ländern, habe heute meinen dritten Garten und drei Katzen, die sich ungerufen zu mir gesellten, auch Enkelkinder sind es drei und werden wohl nicht mehr werden…Die drei stellt zweifelsohne in meinem Leben eine magische Zahl dar.

Mit den Zahlen hat es eine besondere Bewandtnis. Von uns gewöhnlicher Weise zum Zählen von Geld, zum Messen und Vergleichen gebraucht, hatten sie in früher Zeit, als für die Menschen noch Weisheit und Erkenntnis erstrebenswerter waren als das Abmessen und Wiegen von Dingen, als das Abzählen von kleinen wertlosen Metallstücken, eine spirituelle Bedeutung. Die Zahlen erklärten die Welt, die Geometrie stellte sie dar.

Am Anfang war das Einalles, was sich in das Eine und das Andere aufspaltete. Die Drei ist es, die die Zweiheit wieder einigte und etwas Neues hervorbrachte. In ihr verbirgt sich eine geteilte Vollkommenheit, die uns dabei hilft, das Alleine zu erkennen.
Die Drei ist Vereinigung und Ausdruck des schöpferischen Gedankens, Ausdruck von Geburt und Vielfalt, aus der Spaltung hervorgegangen, erhebt sie sich darüber und bildet eine neue, höhere Qualität. Sie erlöst uns aus der starren Zweiheit, aus Unbarmherzigkeit und Kompromisslosigkeit.

So baut eines auf das Andere auf. Es ist die Drei, mit der sich unsere materielle Welt darstellen lässt, die wir begreifen können. Wir menschlichen Wesen in einer Welt der Dualität geboren und durch sie geformt und bestimmt, finden in der Dreiheit unseren eigenen Ausdruck und unsere verlorene Vollkommenheit wieder. Hier müssen wir uns nicht mehr entscheiden, nicht mehr unterscheiden und nicht mehr trennen. Mit der Drei verlassen wir die durch zwei Punkte oder zwei Extreme bestimmte Gerade. Die Drei führt uns in die ebene Grundlage für unser unendliches Wirken.
Sie bildet die Basis und schenkt Stabilität. Kein Stuhl steht so fest auf jedem Untergrund, wie ein dreibeiniger. Drei Personen bilden eine Familie, drei Zeiten den Ablauf der Zeit schlechthin: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Mit drei Grundfarben lassen sich alle Farben mischen, drei Dimensionen stellen den Raum dar und Vater, Mutter, Kind eine Familie, die Grundlage für die Gesellschaft. Psychiater sprechen von Unterbewusstsein, Bewusstsein und Überbewusstsein.

Religionen sprechen von der Dreifaltigkeit Gottes, drei Könige beschenkten das Jesuskind mit drei Geschenken, drei Söhne hatte Noah und Jesus benötigte drei Tage bis zu seiner Auferstehung. In alten vorchristlichen Religionen wird die göttliche Mutter als dreifaltig dargestellt, in Jungfrau, Mutter und Greisin.

Es ist das dritte Auge, was über den zweien sich befindet und uns tiefer blicken lässt. Ein gewöhnlicher König hat drei Söhne, die sich zwischen drei Wegen entscheiden müssen, um drei Aufgaben zu lösen, die zu einem Ziel führen, zu Glück, Liebe und Wohlstand. Der Teufel hat drei goldene Haare und magische Rituale sind ohne die Zahl drei nicht durchzuführen.
Aller guten Dinge sind drei, wir klopfen drei Mal auf Holz, wiederholen „toi, toi, toi“, um jemandem Glück zu wünschen und Feen erfüllen uns drei Wünsche…

Als ich vor einigen Tagen früh auf die große Wiese trat, warteten dort drei rabenschwarze Krähen auf mich. Etwas später auf der leeren Straße standen drei Lamas, die vor dem Auto her liefen und dann links in ein Waldstück abbogen. Den restlichen Tag überlegte ich, welches wohl die dritte Tierart sein könnte, die nötig ist, um den magischen Kreis zu füllen. Zuletzt erst dachte ich an meine drei Katzen, die daheim auf mich warteten.