Das war ja wohl nichts…

 

Ist eine Arbeit selbstbestimmt, kreativ und sinnvoll, mache ich sie gerne. Trotzdem sollte sie irgendwann fertig werden, ein Ergebnis hervorbringen und natürlich ist ein kleines Entgelt – Endgeld – willkommen, wenn es dann irgendwann zufällt.

So habe ich die letzten Jahre einem Autor dabei geholfen seine Bücher zu schreiben. Das heißt, ich habe die Texte ausgesucht, redigiert, zusammengestellt, Vorwörter, Übergänge und erklärende Passagen dazu geschrieben. Diese Tätigkeit beanspruchte meine Aufmerksamkeit und innerlich war ich zu einem guten Teil damit besetzt. Bezahlen wollte er mich nach Erscheinen des Buches, ein fester Betrag war vereinbart.

Das erste der Bücher kann von ihm nicht fertiggestellt werden, weil er selbst noch einer anderen Arbeit nachgeht, sich um seine Familie kümmert, sein Haus ausbauen muss, seinen Garten pflegen, einen Teich anlegen, den Parkplatz pflastern…

Ich verstehe es gut, wenn jemand Freude daran hat, sich um andere Menschen zu kümmern und Haus und Garten zu verschönern. Alles braucht und hat seine Zeit, dachte ich und wartete auf den Fortgang der Dinge.

Derweil bereitete ich das zweite Buch vor. Mit diesem konnte er sich nicht beschäftigen, weil das erste Buch Vorrang hatte. Das konnte ich gut verstehen, erst die eine Sache vollenden, dann die nächste.

Da nichts so wirklich voran gehen wollte, kamen wir schließlich überein, dass ich ein nächstes Buch für ihn zwar, aber doch selbständig und allein schreiben sollte. Selbständiges kreatives Arbeiten liegt mir gut. Ich stürzte mich voller Eifer auf das neue Thema. Jeden fertiggestellten Text sandte ich ihm zu und fügte alle Texte dann zu einem Ganzen. Vom Autor erhielt ich viele positive Rückmeldungen. Als das Buch in seinem Gesamtumfang vorlag, schauten wir die Texte gemeinsam an. Plötzlich überraschte er damit, dass ihm weder Inhalt noch Schreibstil gefielen…

Vor meinem Fenster regnet es. Der Wind faucht durch Sträucher und Büsche, wirbelt gelbe Blätter durch die Luft und mein Feuer knistert vor sich hin. Ich fühle mich gerade unendlich frei…

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16 Kommentare zu „Das war ja wohl nichts…

  1. Liebe TeggyTiggs
    Da erinnerst Du mich gerade an ein ähnliches Erlebnis, etwas, das ich auch ca. zum Erscheinen dieses Beitrages lernen durfte:
    Ich habe ebenfalls für jemanden eine Geschichte redigiert. Eigentlich hätte ich diese komplett umschreiben müssen, so grausam waren Stil und Fehlerhäufigkeit (einfach ein hingerotzter Text). Mit der Rücksendung wies ich ihn dann noch auf einige logische Fehler im Text hin und erklärte ihm, dass ich für weitere Projekte nicht zur Verfügung stehe. Ich hatte mich für ein anderes langfristiges Projekt verpflichtet. Trotzdem gab ich ihm Tipps, wie er besser mit seinen Texten umgehen könnte. Was soll ich sagen: es kam nicht mal ein „Danke“ fürs Korrigieren…
    Liebe Grüße von Andrea
    und danke fürs freischalten…meditieren wir zusammen 😉

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    1. …wenn es nur eine kleine Geschichte gewesen wäre, würde ich kein Wörtchen darüber verlieren…nein, es ging um insgesamt VIER Buchprojekte, die ich vorbereitet hatte…also über viel Arbeit über Jahre…natürlich habe ich ab und an mal etwas bekommen dafür, zum Beispiel mein Laptop…oder mal eine Reise bezahlt…nun, ich bin sicher, es gibt für alles einen Ausgleich…

      …Du hattest den Herren sicherlich verärgert, er hat sicherlich Lob und Bewunderung erwartet…da hat ER Pech gehabt, würde ich mal schlussfolgern…

      …klar, machen wir, es funktioniert auch über Entfernungen hinweg…

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      1. Klar hat er Lob erwartet, aber so ein bisschen Profi bin ich ja doch 😉 . Hab ihn gelobt, dass seine Storys auf dem Blog wesentlich besser – von Rechtschreibung und Grammatik ausgehend – sind, als das, was er mir zusandte. Muss reichen 😉
        Gut, bei mir war es nur ein e-Book, hat mich trotzdem genug Zeit gekostet. Aber gleich 4 ist schon ne ganze Menge. Eigentlich hättest Du das letzte Projekt (was er letztendlich kritisierte, Du aber selbst geschrieben hast) ja unter Deinem Namen veröffentlichen können…oder?

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      2. ..nein, es handelte sich eher um „Sachbücher“, also um sein Wissen, dass ich verarbeitet habe, es scheint mir nicht in Ordnung, das Wissen eines anderen dann selber zu vermarkten…aber, daran gedacht habe ich schon, einfach, weil ich denke, dieses Wissen sollte unter die Leute gebracht werden…

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      3. …ich hab`hauptsächlich Aufzeichnungen aus seinen Seminaren verwendet, also Mitschnitte und Diskussionen…Experte bin ich inzwischen, habe viel gelernt, trotzdem bin ich mir da nicht sicher…erst einmal habe ich auch keine Lust…habe vor einem Jahr zwei e-Bücher veröffentlich…das interessiert einige Leute, die dich kennen und dann noch die, die zufällig die ersten Tage die Angebote durchschauen, danach verläuft sich alles im Sande. Man braucht einen Verlag im Rücken, der Werbung macht und den Vertrieb organisiert, anders läuft nichts…

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      4. hast Du für Deine e-books kein virales marketing, sowie seo o.ä. genutzt? Nicht dass ich experte wäre, hab mich nur ein wenig damit beschäftigt und beobachte sehr viel (Hirnfutter)…

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      5. …ich hab natürlich auf meinem alten Blog – bei blog.de, hat ja zugemacht – berichtet und auf keinverlag, wo ich schon seit langem schreibe und dort haben auch Leute die Bücher gekauft…darüber hinaus kaum…das liegt auch an den Themen, zu außergewöhnlich oder unbequem oder…keine Ahnung…das geht anderen, die schreiben, genauso…Krimis gehen und Sex, Fantasie und Liebesromanzen…da psst meins nicht so rein…

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      6. Also wenn ich Dich richtig versteh, hast Du geschrieben und veröffentlicht und es sollte sich dann verkaufen – soll keine Kritik sein, bitte nicht falsch verstehen 😉 . Ist aber wichtig, dass die Leute, die Dein Thema interessiert, Dich dann auch finden (besser Deine Bücher) und dabei hilft bsw die Suchmaschinenoptimierung (SEO genannt) oder Du aktivierst all Deine „Freunde“ in sozialen Online-Netzwerken, indem Du sie immer und immer wieder damit „nervst“ interessante Artikel, Videos oder Meldungen zu teilen, in denen Du zusätzlich auf Deine Werke hinweist. Attila Hildmann verkauft genauso seine Bücher – bzw. hat ja seine ersten beiden als selfpublisher rausgebracht und läßt auch jetzt nicht nach mit dem sogenannten viralen Marketing. Und dass seine Bücher trotz Nische (Veganismus) immer wieder schnell auf Platz 1 der Bestsellerliste landen, hat damit extrem viel zu tun. Er hypt sich sozusagen selbst. Ich finde, von solchen Leuten kann man sich einiges abgucken 😉

        Bist also auch von blog.de hierhergewandert…nicht falsch verstehen, ich bin ja gerade überhaupt erst ins Blogland gezogen. Aber sehr viele von den Leuten, die ich hier liebgewonnen habe, kommen von dort.

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      7. …Du hast Recht, die entsprechenden Leute werden meine Bücher nicht finden. Daran liegts. Punkt. Ich werde mich mal mit dem Thema befassen, denn ich bin sicher, ein gutes Buch geschrieben zu haben. Danke für die Infos!

        …klar, blog.de war super, wir waren eine tolle Truppe!

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