Rama Meir Suissa……..The Sun behind the Eyes

 

 

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Erinnerung

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Ich erinnere eine Szene in einer recht heruntergekommenen Kneipe in Dijon. Es mag 20, 22 Jahre her sein. Damals qualmte jeder noch fröhlich und ungeniert vor sich hin, die Tische waren voll besetzt und irgendwann musste ich auf die Toilette. Es gab nur eine einzige für alle Geschlechter und dieser Ort war noch stärker vernachlässigt als der Schankraum. Wäre mein Bedürfnis nicht zwingend gewesen, hätte ich es sogleich zurückgestellt. So aber blieb mir keine Wahl. An die der Eingangstür gegenüberliegenden Wand presste sich schon ein junger Mann, darauf bedacht, nicht in die Lache aus Pisse und Spülwasser zu treten, die den kleinen Raum ausfüllte. Mir blieb die noch trockene Stelle an der Tür. Auf der einzigen Toilette liebte sich ein Pärchen.

Wir Wartenden begannen ein Gespräch, so in der Art, und du, du bist öfter hier…bis mich die Frage traf, was ich denn mache.

Ich habe mir im Wald aus alten Paletten und Abfallholz eine kleine Hütte gebaut, sagte ich und dort lebe ich mit meinem Kind, ohne Wasser und Strom. Wir haben einen großen Garten, sammeln das Holz zum Kochen und Heizen im Wald, baden im Fluss, ich male Bilder, schreibe Geschichten…

Auf dem Gesicht des jungen Mannes war eine zunehmende Verwirrung zu beobachten. Als ich ihn dann fragte, was er denn mache, stammelte er, er mache es genauso…

 

 

Von Erderwärmung…

…ist die Rede… Hier sehe ich deutlich eine Klimaveränderung, ob die aber über mehrere Jahre mit Erwärmung zu tun hat, darf im Moment eher bezweifelt werden. Einen ganzen Monat früher als sonst kommt es zur kalten Zeit.

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(Dieses Foto wurde gerade aufgenommen, nicht zu sehen ist, dass es einen mit feinem Schnee durchsetzten Sturm von 115 hkm gibt.)

Früher hatten wir bis Ende Januar mildes Klima mit vielen Regenfällen, die oft zu Hochwassern führten. Mit Beginn des Januars durfte man sich auf Schnee und kalte Temperaturen einstellen. Dies Jahr liegt der Winterbeginn offensichtlich vier Wochen früher als gewöhnlich.

Seit zwei Jahren bleiben die starken Regenfälle im Herbst aus. Sämtliche Flüsse haben derzeit einen Wasserniedrigststand, so dass ich mich – und nicht nur ich – um die Bewässerung meines Gartens sorge. In folgendem Artikel wird von drohender Austrocknung Südeuropas gesprochen.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/spanien-und-sued-frankreich-klimawandel-koennte-suedeuropa-austrocknen-a-1118546.html

Statt Wasser zu sparen und vernünftig zu wirtschaften geht die Ausbeutung der Natur in vollem Maß weiter. Wüsste ich, was im Außen zu tun ist, würde ich es tun, allein, mir fällt nichts ein. So gehe ich in mein Herz und bleibe frohen Mutes.

 

 

Wie ich einem Araber ein Auto verkaufte

Ein typischer Araber bietet dir den letzten Schrotthaufen von Auto mit viel Lobpreis zu einem horrenden Preis an und ist anschliessend verärgert, wenn du nicht auf sein tolles Angebot eingehst. Ein typischer Araber würde niemals etwas Nachteiliges über sein Auto sagen und dir versichern, diese Zusammenrottung von rostigen Teilen wäre ein wahres Geschenk für jeden, er selbst mache nur Verlust, wenn er es zu diesem Preis an dich abgibt. Und so erwartet er es auch von dir, wenn er bei dir ein Auto kauft, um dann mit geflügelter Zunge dein Auto madig zu machen.

Bei seiner letzten Fahrt verlor mein Auto ein Teil, woraufhin die Bremsen nur noch sporadisch funktionierten. Diese waren in gutem Zustand, doch die Elektrik, die mich schon seit längerem durch ausfallende Hupe und unzuverlässige Blinker auf ihren desolaten Zustand aufmerksam machen wollte, griff nun zu drastischeren Massnahmen. Das war vorauszusehen gewesen, obwohl ich immer mit der Hoffnung lebte, der natürliche Verfall des Gefährts würde sich lange hinziehen.

An einen ruhigen Platz stellte ich das Auto ab und inserierte es im Netz, verkaufen für Teile, denn die Substanz war durchaus gut. Der erste Anrufer liess nicht auf sich warten, war aber hauptsächlich darauf aus, sich mit mir zu unterhalten und mich vor allem zu belehren. Der zweite hätte gerne die Wasserpumpe gehabt. Der dritte dann war am gesamten Auto interessiert.

Er kam mit einem Freund, der sofort begann, mir irgendwelchen Unsinn über nichtfunktionierende Teile zu erzählen. Nachdem ich ihm ruhig vermittelte, dass er Unsinn rede, zog er sich still und in sich gekehrt zurück. Der Interessierte sagte, er wolle das Auto für Teile haben und ich erklärte, das wäre eine gute Idee, die Bremsen hätten versagt, aus elektrischen Gründen. Er stieg ein und fuhr kurz mit dem Auto vor und zurück. Die Bremsen erfüllten ihre Pflicht und er wollte das Auto kaufen. Natürlich musste er den Preis drücken. Jeder, der hier ein Auto verkauft weiss, dass der Preis immer einige hundert Euro über dem erwarteten Erlös liegen muss.

Wir fuhren zu seiner Wohnung, um den Vertrag aufzusetzen und es war deutlich sein Frohlocken zu spüren. In Anwesenheit seiner Frau wiederholte ich mehrere Male, deutlich und ausdrücklich, dass er mit dem Auto nicht fahren könne, es sei zu gefährlich, schliesslich konnte ich nicht riskieren, dass er aufgrund versagender Bremsen in eine missliche Lage geriet. Langsam breitete sich Irritation über sein Gesicht. Um meine Aussage zu bekräftigen, sagte ich, das Auto würde Teile verlieren. Er schaute mich mit völligem Unverständnis an. Dass ich dazu überging von Plus und Minuspol und Massepunkten zu sprechen, verwirrte ihn noch mehr. Mein Verhalten widersprach all seinen Erfahrungen und Erwartungen.

Wir schlossen den Handel ab. Daraufhin sagte er, er wolle mit dem Auto zur Arbeit fahren. Irgend so etwas hatte ich schon befürchtet und wiederholte, dass das nicht möglich sei. Er sagte, er wolle es reparieren lassen und dann durch den TÜV… Ich schüttelte den Kopf und er sagte nichts mehr.

(Natürlich lässt sich alles reparieren, doch wer so wenig Ahnung von Autos hat wie er, muss Werkstätten in Anspruch nehmen und diese sind so teuer, dass es sich für dieses Auto nicht lohnt. Wäre es möglich gewesen, hätte ich das schon selbst gemacht.)

 

 

Wintervorbereitung

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Sicher wolltest du schon immer mal wissen, weshalb ich so fit und gesund bin. Hier siehst du, dass ich am Wochenende so nebenbei mal zwei Klafter Holz mit der Schubkarre den Hügel hinauf gebracht und gestapelt habe.

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Jetzt darf es kalt werden. Auch der Wind darf nachlassen und Regen kommen.