Das Einhorn kommt, um zu heilen..

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…ich gehe in den Wald, ein Einhorn zu malen…

 

 

 

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Akku leer…

Immer wieder hatte ich Zusammenbrüche. In jüngeren Jahren gipfelten diese manchmal in Selbstmordversuchen. Nicht gesteuert, weil ein tiefer seelischer Schmerz ein vernünftiges Handeln verhinderte, gelangen sie nicht. Inzwischen halte ich mich nicht mehr für selbstmordgefährdet. Die Zeit lässt Verletzungen vernarben, man wird stabiler.

Diese Zusammenbrücke betrafen Herz, Kreislauf und Nerven. Sie traten auf, wenn Stress und Beziehungsprobleme die früheren Verletzungen wieder an die Oberfläche holten. So eine Suppe aus Trauer, Verzweiflung und Lebensüberdruss schwappte dann über mich und legte mich sowohl körperlich als auch seelisch lahm. Bis ich mich davon erholte, das konnte lange dauern.

Genauso eine Attacke hatte ich vor etwa drei Wochen. Und jetzt kommt die Aussage: Die Batterie meines Autos brach zusammen. Der Akku vom Laptop lädt nicht mehr auf. Die Solarzellen können die Batterien nicht mehr aufladen. Der Akku vom neuen Fotoapparat sei leer, sagt mir dieser, obwohl ich ihn gerade geladen hatte…

Sag jetzt nicht, das sei Zufall…

 

 

Gespräch mit einem Alkoholiker

Ich:                                      …meine Eltern tranken nie Alkohol, die Großeltern auch nicht,  weder Bier noch sonstwas, auch nicht an Sylvester oder zu anderen Feiern…einfach nie…

A., ziemlich fassungslos: …was haben die denn dann getrunken?

 

 

S.

Die Welt ist mit merkwürdigen Menschen bevölkert. Erneut hatte ich eine Begegnung mit S., auf die ich nicht scharf war. Die letzte liegt mindestens acht Jahre zurück. Damals bemerkte ich, dass die Hütte in meiner Abwesenheit von einem Menschen besucht wird, dem offenbar daran gelegen ist, Aufmerksamkeit zu erregen. Bei jedem seiner Besuche hinterließ er ein Zeichen. Er nahm die letzte Apfelsine mit; aß eine Banane und ließ die Schalen auf dem Tisch liegen, was ich nie tue; er entnahm sämtlichen Streichholzschachteln, die ich überall versteckt hatte, alle Streichhölzer bis auf eines; enthüllte den Schlafsack unter dem Bett von seiner Plastikfolie und ließ den Handfeger mitgehen. Zweifelsohne erkundete er jeden Winkel der Hütte.

Ich zerbrach mir den Kopf, wer wohl dahinter stecken mag und kam nach langem Überlegen auf einen allein im Wald lebenden älteren Herrn, gar nicht so weit von mir. Da ich keine Beweise hatte, wäre es überflüssig gewesen, ihn zur Rede zu stellen, zweifelsohne hätte er ein solches Tun geleugnet und es vielleicht sogar fortgesetzt, um den Verdacht, der auf ihm ruhte, nicht zu bestätigen. Ich musste anders vorgehen.

Er sollte sich überraschend ertappt fühlen, so dass er erschrak und sich entlarvte. Auf einen Zettel schrieb ich: Es reicht, S.! und heftete diesen mit einer Reißzwecke hinter ein Bild an die Wand, so dass er von außen nicht zu sehen war. Am nächsten Tag war der Zettel weg. In einem ersten Schreck hatte er diesen abgerissen und sich somit verraten.

Danach kam er nie wieder, bis ich vor einigen Tagen in der Küche das trockene Blatt einer Rosenblüte fand. Etwas verwundert zwar, tat ich diesen Fund als Zufall ab und das Blatt in den Kompost. Beim nächsten Rosenblatt merkte ich schon auf, erklärte es jedoch mit dem Wind oder irgendwas anderem. S. hatte ich längst vergessen. An dem Tag dann, als ich in der Küche ein Bündel getrocknete Kräuter fand, das nicht aus meiner Produktion stammte, fehlte auch der Hexenbesen. Minutiös suchte ich alles nach dem Besen ab, auch dort, wo er sich niemals befunden hatte, er blieb verschwunden. Besen, Handfeger…. jetzt fiel mir S. ein. Der Alte schien sich zu langweilen.

Eine Freundin bat ich, mir ein Schild zu malen: Eintritt verboten für S. Diesmal kam es groß und für alle sichtbar an die Haustür. Und was glaubst du, was geschah? Mein Besen ist wieder da!

 

 

 

…für Lu…

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…nach drei Monaten grauem Himmel, Sturm und wenig Regen, nachdem ich schon alle Hoffnung aufgegeben hatte auf ein normales Wetter, hatten wir gerade vier(!) Tage Sonnenschein ohne Wind…also, nie die Hoffnung aufgeben!

 

 

Ein zufälliges Gespräch…

Ich:   Dein Gebetsteppich liegt nicht in Richtung Osten.

N:     Das ist nicht Osten?

Ich:   Nein. Das ist Süden. Dort steht die Sonne mittags am höchsten. Westen, Norden und dort ist Osten; dort geht die Sonne auf.

N:     Und da geht sie auch wieder unter.

Ich:   Die Sonne geht im Westen unter, dort etwa.

N:     Und wann ist sie im Norden?

Ich:   Nie.

N:     Sie ist nie im Norden?

Ich:   Nein, sie geht vorher unter.

N:     …dann geht die Sonne immer an der gleichen Stelle auf?

(Ein zufälliges Gespräch mit einer Frau, die in der Natur lebt und wahrscheinlich schon immer einen Garten hatte. Das soll einer verstehen…)

 

 

 

Die Wiederentdeckung der eigenen Würde

„Wer ein Bewusstsein für seine eigene Würde hat, ist nicht mehr verführbar…

…Das sind die neuen Formen, wie sich evolutionäre Prozesse in der Gesellschaft vollziehen, nicht mit einer Revolution von oben, wo die einen die anderen austauschen, sondern indem dort, wo die Menschen sind, dieses andere Bewusstsein des Menschseins entsteht. Und dort, wo dies entsteht, entsteht auch eine Kraft und gegen diese Kraft sind sowohl autoritäre wie auch verführerische Herrschftssysteme machtlos. Weil, sie brauchen immer Menschen, die bereit sind, sich als Objekte für deren Methoden zur Verfügung zu stellen.

Insofern ist die Wiederentdeckung der eigenen Würde auch der Mechanismus, mit dem man sich als Opfer und als Objekt von Herrschaftsstrukturen verabschiedet.“