Dieser Blog ruht…

…bis ich weiß, wie ich weitermachen möchte.

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…ich denke nach, dann betrachte ich die Blumen, dann denke ich wieder nach, dann grabe ich in der Erde…

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…und dann habe ich plötzlich dieses immer wieder auftauchende Bedürfnis, mich von allem Bisherigem zu befreien…

…die Anwesenheit der Natur ist in diesen Wochen dermaßen stark, fast aufdringlich, dass sie mich bedrohlich zu verschlingen scheint, langsam und unaufhaltsam. Ich spiele mit dem Gedanken, unter freiem Himmel zu schlafen, neben dem Feuer…bis ich am Nachmittag plötzlich das Bedürfnis habe, mich aus diesem Grün zurückzuziehen, mich abzugrenzen, abzukapseln. Nein, ich bin nicht Natur, ich bin nicht mit euch verwoben, ich will meine Eigenständigkeit zurück! Und dann gehe ich in dunkle Räume, durch deren Fenster grüne Blätter scheinen, durch deren Wände Nachtigallen rufen…

 

 

Magische Gartenbilder

In jedem Garten wohnt ein bestimmter Geist, eine Energie, die von den dort wachsenden Pflanzen ausgeht…und manchmal, wenn man ganz aufmerksam und leise ist in seinen Gedanken, dann kann man diese Energie sehen…

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Das ganze Leben ist Magie…

…ungeklärte Amtsangelegenheiten sowie dass ich für mein Auto immer noch keine Papiere hatte, inzwischen fuhr ich seit fast sechs Monaten ohne diese, machten mir zunehmend Sorgen. Da erzählte mir eine Frau auf der Straße, sie spreche mit dem Universum, wenn sie Probleme habe und bitte um Lösung derselben. Das war die Botschaft.

Mitten in üppiger Natur unter freiem Himmel im feinsten Sonnenschein bat ich das Universum, mir bei der Klärung der Angelegenheiten zu helfen und mir ein Zeichen zu geben.

Ein, zwei Tage später war alles geregelt. Die Autopapiere kamen an, das Amt hatte ein Einsehen und meine Bemühungen Erfolg. Auf meinem Auto, das zwischen Wald und Wiese stand, fand ich ein buntes Kaugummipapier mit dem Aufdruck „Love“.

 

 

Aufladen im Regen…

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Nach meinem emotionalen Zusammenbruch, wo ich mich energielos am Boden fand, fuhr ich weg, an einen Ort, wo ich niemanden kannte, in ein Land, dessen Sprache ich nicht spreche. Wie ich darauf kam, kann ich nicht erklären. Plötzlich flackerte dieser Name auf in meinem Kopf und ich wusste, dass das richtig war.

Dort angekommen, stöpselte ich mein Laptop in die Dose und sofort begann der Akku, derselbige, der seit Wochen seinen Geist aufgegeben zu haben schien, sich aufzuladen. Das ist kein Zufall. Ich hatte alles richtig gemacht.

Ich war völlig bei mir selbst. Auch bei jedem Kontakt blieb ich mit mir verbunden. Und wie ich so bei mir selber, in meinem Inneren angedockt blieb, gewann ich Energie. Es war wichtig, diesen Zustand, den ich natürlich kannte, von neuem zu erleben, die Erinnerung daran hervorzuholen, um ihn wieder bewusst herstellen zu können. Nun kann er mir nicht mehr verloren gehen.

Was ich während der Reise erlebte, ist somit gar nicht wichtig. Es regnete die meiste Zeit. Der Regen, von einem heftigen Sturm durch Gassen und über Plätze getrieben, veranlasste mich, Regenschirme zu fotografieren, verbogene, lädierte Schirme, die verzweifelte Regenschirmträger von sich geworfen hatten. Auch ich ging am ersten Tag mit einem solchen Utensil auf die Straße. Kaum hatte ich mich unter freien Himmel begeben, öffnete dieser alle Schleusen, als hätte er nur auf mein Erscheinen gewartet. Frohgemut meinen Schutz entfaltend, riss und zerrte der Sturm sofort daran herum, willens, mir diesen zu entreißen. Nach links, nach rechts und ohne Mitleid in jede Richtung wechselnd, in die ich mich in meiner Not zu wenden suchte. Die Speichen bogen sich, klappten hin und weg, der Stoff ächzte und wusste sich nicht mehr zu wehren. So gab ich auf, klappte das erschöpfte Ding zusammen und ging unter dem Regen hinweg. Das nahm der Sturm zum Anlass sich zu legen.

Fortan blieb der Schirm daheim, wo er besser aufgehoben war. Ich allerdings zog aus, die armen Opfer des Sturmes, die ich in allen Ecken, auf allen Plätzen liegend fand, abzulichten. Sie waren die wahren Helden dieser Tage. Ist es denn eine Leistung, sich als bronzene oder marmorne Statue zu präsentieren, für die Ewigkeit geschaffen, stark gebaut und unverwüstlich? Hingestellt, um bewundert zu werden, stehen sie für alle Zeit, Heeresherren, Meeresbesieger und Welteneroberer, als hätten sie allein diese Leistungen erbracht. Wo haben sie ihre gefallenen, ertrunkenen Begleiter, die ihnen diese Siege errungen? Die Größe aller Plätze reichte nicht, stünden ihre Gebeine neben ihnen. Es erscheint mir eine Schande, sich selber derart zu überhöhen, peinlich berührt es mich schon als Betrachtende und ich wundere mich, dass es diesen Gestalten nicht ebenso ergeht und sie sich ihrer Taten nicht schämen.

Vielleicht, eines Tages, überkommt sie Einsicht und sie steigen von ihren hohen Rössern hinunter, schleichen mit Reue von dannen, ihre Harnische tief ins Gesicht ziehend, und lesen verletzte Regenschirme auf…